Zeit für einen Namen

So wird die Arena am Ostbahnhof wohl in Zukunft aussehen

Time to say goodbye. Nach gut sieben Jahren wird die „o2-World“ erstmals seit Fertigstellung einen neuen Namen verpasst bekommen. Ab dem 1. Juli heißt die Heimarena von Alba Berlin und den Eisbären „Mercedes-Benz-Arena“. Tschüss Sauerstoffzelt, hallo Autohalle. Ändern wird sich für die Vereine wohl nicht viel, das Problem der Sponsorennamen bleiben aber dieselben. Sie sind beliebig, austauschbar und unkreativ. Ein Kommentar.

Als die Albatrosse im Sommer 2008 aus dem heimischen Wohnzimmer in Prenzlauer Berg in die Arena am Ostbahnhof umzogen, gab es zahlreiche Änderungen und Neuigkeiten. Größere Halle, Videowürfel, Logen und und und. Der Verein zog aber auch erstmals in eine Spielstätte, die einen Sponsorennamen trug. Nach Sporthalle Charlottenburg (im Volksmund Sömmering-Halle genannt) und Max-Schmeling-Halle folgte nun die „o2-World“.

Romantik hin oder her, Sport ist einfach ein Business. Dass Hallen und Stadien ihren Namen verscherbeln ist gang und gäbe. Beim Basketball betrifft diese Entwicklung ja auch die Vereinsnamen. Eine Entwicklung die man nicht unbedingt mögen muss, aber nun auch zu weit fortgeschritten ist, um sie aufzuhalten. Dabei würde der Sportart durchaus auch etwas mehr Besinnung auf Traditionen gut tun.

Das Problem mit Namenssponsoren ist, dass sie selten lange und so gut wie nie ewig währen. Sie halten eben nur so lange, wie gezahlt wird. Anders als klassische Namensgeber, wie z.B. im Falle der Max-Schmeling-Halle oder der Oberfrankenhalle in Bayreuth können sie nur schwerlich Identifikation stiften. Das betrifft natürlich umso mehr Vereinsnamen, darum soll es aber hier nicht gehen,

Nun gilt die o2-World schon als relativ sterile Mehrzweckarena, die es bereits in ähnlicher Weise in zig anderen Städten auf der Welt gibt. Andererseits fühlen sich wohl auch immer mehr Alba-Fans mittlerweile in ihrer Heimhalle heimisch. Vielleicht werden die meisten Zuschauer in fünf oder zehn Jahren eine ähnliche Verbindung zur o2-World aufgebaut haben, wie damals zur Max-Schmeling-Halle.

Dabei helfen könnte ja vielleicht auch ein ansprechender Name, der nicht an ein Unternehmen gekoppelt ist. Auf der Halle wird zwar immer ein „künstlicher“ Name prangern, in der allgemeinen Wahrnehmung kann die Spielstätte jedoch einen „echten“ Namen tragen. Beispiele dafür gibt es: Das Westfalenstadion in Dortmund wird auch immer das Westfalenstadion bleiben, selbst wenn es schon seit etlichen Jahren von einem Versicherungsunternehmen gesponsort wird. Selbiges gilt auch für die Ischelandhalle in Hagen.

Bereits jetzt gibt es Medien, die regelmäßig von der „Arena am Ostbahnhof“ schreiben und den Namen o2-World vermeiden. Es wird jedoch Zeit, für eine eine individuelle Lösung, mit der jeder letztendlich etwas verbinden kann und auch weiß, wo diese Halle steht. Beim zukünftigen Namen ist dies nicht gegeben: wenn sich zukünftig Menschen auf den Weg in die „Mercedes-Benz-Arena“ machen, müssen sie aufpassen, dass sie nicht in Stuttgart landen. So heißt nämlich derzeit das Stadion des Fußballvereins Vfb Stuttgart.

Ein Gedanke zu „Zeit für einen Namen“

  1. Danke für den schönen Kommentar.

    Unschön finde ich auch das neue tiefe schwarz, das etwas an lange Ledermäntel erinnert und etwas düster und bedrohlich wirkt. Das bisherige blau passte ideal zu den Alba-Farben gelb und eben blau.

    Sauerstoff klang auch frischer und moderner (=berlinischer) als diese Autohalle einer biederen Bonzenmarke.

    Jedenfalls mag ich an und für sich die Bezeichnung „Arena am Ostbahnhof“ sehr. Ich könnte mir aber auch EastSide-Dome oder so etwas vorstellen.

    „Dabei würde der Sportart durchaus auch etwas mehr Besinnung auf Traditionen gut tun.“ Dann würde der Name Arena gut passen, Basketball wurde in Deutschland zunächst auf fest gestampften Freiplätzen gespielt, zum Beispiel auf verdichteten Asche-Tennisplätzen bei den Olympischen Spielen 1936 (erstes olympisches Basketballturnier). Hier würden die langen tiefschwarzen Ledermäntel auch wieder passen. Beide Traditionen gefallen mir aber nicht – und ich denke man sollte sich auf INHALTE und nicht auf vergangenes besinnen!

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