Wendepunkt der Saison

Für Alba Berlin geht es beim Bundesliga-Heimspiel am Freitag (24.03.17, 19 Uhr, MBA) gegen Bayreuth um sehr viel. Gegen die Unterfranken müssen die Berliner gewinnen, um sich eine Chance auf Platz vier zu erhalten. Zusätzlich soll die positive Entwicklung der vergangenen zwei Wochen bestätigt und das Vertrauen der Fans zurückerobert werden. Kann vielleicht eine Niederlage für den entscheidenden Richtungswechsel im Saisonverlauf gesorgt haben?

Dass Alba Berlin dieses Jahr eine schwierige Spielzeit erwischen werden würde, war schon früh in der Saison erkennbar. Heimniederlagen gegen Ulm und Frankfurt und eine derbe Klatsche in München stellten frühe Indikatoren dafür dar. Richtige Krisenstimmung kam allerdings erstmals nach der Niederlage in Bayreuth auf. Ein Spiel, welches die Berliner trotz der Ausfälle von Gaffney und Miller durchaus hätten gewinnen können.

Wenn eine Saison für Alba schlecht läuft, dann gibt es auch gerne mal eine Schlappe in Bayreuth. Man denke an das erste Jahr unter Sasa Obradovic als Headcoach, als die Mannschaft nach einem indiskutablen Auftritt mit einer 65:90-Packung den Heimweg antreten musste. Schwieriges Auswärtsspiel hin oder her:  Die in der Vergangenheit oft vom Abstieg bedrohten Franken sollten normalerweise für ein Team, das um die vorderen Playoffplätze spielt, eigentlich ein Pflichtsieg darstellen. Umso überraschender und ärgerlicher, wenn am Ende eine nicht eingeplante Niederlage eintrat.

Das Spiel im vergangen Oktober reihte sich also auch in diese Serie von Pleiten ein. Aber irgendwie auch nicht. Denn anders als in den Vorjahren trennen Bayreuth und Berlin nun nicht mehrere Tabellenplätze. Ganz im Gegenteil; nach einem sensationellen Saisonstart reisen die Franken erstmals seit Jahrzehnten leicht favorisiert nach Berlin, das belegt nicht nur die Tabelle. Bayreuths Spiel wirkt wesentlich gefestigter, das Team wesentlich harmonischer als die Albatrosse. „Sie haben sehr gute pointguards und eine gute Chemie, jeder erfüllt seine Aufgabe. Sie sind ein gutes Team, mit Linhart als x-Faktor“, sagt Ahmet Caki. Im Rückblick betrachtet ist also die Niederlage zu Saisonbeginn letztendlich doch nicht so überraschend gewesen. „Man muss sagen, dass Bayreuth zu Recht so weit oben in der Tabelle steht. Sie spielen sehr guten Basketball, treffen in ‚late-game-situations‘ solide Entscheidungen und das Ergebnis ist genau das, was sie haben möchten“, bestätigt Akeem Vargas.

Offene Rechnungen sorgen im Sport für Spannung, am Freitag geht es allerdings für Alba Berlin um mehr. Ein Sieg und man verkürzt den Rückstand auf den Viertplatzierten Bayreuth, damit würde der Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde wieder näher rücken. Bei einer Niederlage wäre dieser Wunsch vermutlich endgültig vorbei, ein weiteres absinken in der Tabelle könnte folgen. „Wir haben immer gesagt, dass wir Vierter werden wollen. Das ist aktuell etwas schwierig, aber mit einem Sieg am Freitag wären wir wieder in einer besseren Situation“, sagt Akeem Vargas. Und wer noch mehr Brisanz braucht, der könnte auch auf die Paarung Bayreuth-Berlin als ein mögliches Viertelfinal-Duell schielen. Beide Teams würden sicherlich sechs Wochen vor den Playoffs ein erstes Statement setzen wollen. 

Restprogramm BERLIN Restprogramm BAYREUTH
@Oldenburg vs Vechta
vs Tübingen @Bamberg
@Bamberg vs Frankfurt
vs Bremerhaven @Oldenburg
@Frankfurt vs Giessen
vs Ludwigsburg vs Bayern
  @Würzburg

Neben der aktuellen Tabellensituation geht es für Alba allerdings auch darum, den positiven Trend der vergangenen zwei Wochen zu bestätigen. In Ulm und gegen Würzburg zeigten sich die Berliner stark verbessert. Vielleicht war die Niederlage in Göttingen Anfang März ein letzter Weckruf? Manchmal gibt es Momente, in der eine Saison kippen kann. Intern gab es, zumindest wollte kein Spieler dies bestätigen, keine Aussprache. Und auch das Trainerteam hat keine großen Änderungen vorgenommen. Doch irgendwie scheint nochmal ein Ruck durch die Mannschaft gegangen zu sein. „Ich will nicht sagen, dass es eine gute Niederlage für uns war. Aber es hat uns  aufgeweckt“, bemerkt Tony Gaffney, „die letzten Wochen haben wir härter trainiert.“ Auf die Frage ob zuvor weniger intensiv trainiert wurde, korrigiert sich der US-Amerikaner: „Härter ist vielleicht nicht das richtige Wort, weil wir schon die ganze Saison alle immer hart gearbeitet haben. Smarter trifft es vielleicht besser, wir achten mehr auf Details, unsere Defensive hat sich verbessert, die Rotation in der Verteidigung klappt besser. Darauf müssen wir aufbauen.

Auch Akeem Vargas beschreibt die Konsequenzen aus der Niederlage gegen Göttingen ähnlich: „Jeder hat sich noch etwas mehr reingekniet. Das spricht für den tollen Charakter dieser Mannschaft.“ Zu überschwänglich wird der Flügelspieler allerdings nicht und bemerkt, dass die schwachen Phasen innerhalb eines Spiels immer noch vorhanden sind. Doch man wolle sich in den nächsten Wochen das Vertrauen der Fans zurück erobern und die selbst gesteckten Ziele erreichen. Vielleicht wird das Spiel am Freitag gegen Bayreuth der nächste Schritt in die richtige Richtung. Oder um es in Ahmet Cakis Worten auf den Punkt zu bringen: „Wir brauchen diesen Sieg.

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