Watch out, sniper …! Dominique Johnson wird ein Albatros

Auch mit Alba Berlin wieder gegen Bilbao: Scharfschütze Dominique Johnson; Foto: Eurocup Basketball
Auch mit Alba Berlin wieder gegen Bilbao: Scharfschütze Dominique Johnson; Foto: Eurocup Basketball

Alba Berlin hat seine Kaderplanung weiter vorangetrieben und Dominique Johnson verpflichtet. Der 29-Jährige US-Amerikaner erhält einen 2-Jahresvertrag. Johnson ist ein erster Linie ein Shooting Guard, mit Betonung auf das erste Wort. Zwei Jahre nach David Logans Abgang, hat Alba damit erstmals wieder einen Spieler geholt, der sich insbesondere über seine Distanzwürfe auszeichnet.

Wer ist Dominque Johnson?

Dominique Johnson, Spitzname DJ, DoJo oder Dom, wurde am 9. Juni 1987 in Detroit, Michigan (USA) geboren. Als jüngstes von, aufgepasst, 10 (!) Kindern infizierten ihn seine Brüder mit dem Basketball-Virus, zuvor war er ein begeisterter Schlagzeuger. Der Guard ging an die Osborne High School: eine Schule die nicht sonderlich für ihr Sport-Programm bekannt ist. Das machte sich, laut Johnson, auch bei seinem damaligen Trainer bemerkbar, der ihn offenbar nicht besonders gut förderte. So wurde der 29-Jährige damals von College-Scouts nach seiner ACT-Punktzahl (ein Leistungstest für die Hochschulreife) gefragt und wusste nicht einmal was es damit auf sich hatte.

Johnsons Weg in die Profi-Basketballwelt war kein geradliniger, sondern eher ein „harter“, wie es er selber formuliert. Nach der erwähnten Highschool-Zeit erhielt der US-Amerikaner zunächst keine Angebote von Colleges. Unterstützt wurde er allerdings immer von seinem Vater, der ihm z.B. Basketball-Camps suchte und ihn vor Ärger bewahrte. „Ohne ihn, wäre ich nicht hier“, sagt Johnson in der Doku „Unrecruited“. An seiner ersten College-Station in Memphis kristallisierte sich der Wunsch heraus, mit Basketball Geld zu verdienen. Seinen anschließenden Wechsel zu der „Azusa Pacific University“ bezeichnet er heute als „die beste Entscheidung meines Lebens“. Auch weil er dort seine Frau kennenlernte.

Nach seiner College-Zeit versuchte er den Sprung in die NBA über die D-League. Über mehrere Jahre kämpfte sich der Guard durch verschiedene D-League Teams, sein Traum von der besten Liga erfüllte sich allerdings nicht. Mehr als drei Jahre verbrachte Johnson in der Entwicklungsliga, erst mit 26 Jahren machte er den Sprung nach Europa. Auch auf dem alten Kontinent hangelte sich Johnson nun von einem Team zum nächsten, dabei war er stets eine tragende Säule seines Teams. Zuletzt spielte er für Banvit in der starken türkischen Liga und sammelte dort erstmals – im relativ fortgeschrittenen Basketballalter von 28 Jahren – Erfahrung im Eurocup, wo er für Banvit knapp 15 Punkte pro Spiel auflegte. Im der Doku „Unrecruited“ macht Johnson einen ruhigen, reflektierten Eindruck. Er weiß wo er herkommt, musste sich oft durchbeißen und wirkt sehr gefestigt. Alba ist nun ein weiterer Schritt nach vorne in seiner Karriere.

Es gibt Spieler, die unglaublich vielseitig sind, die alles ein wenig können, auf mehreren Positionen einsetzbar sind und aus verschiedenen Distanzen abschließen können. Zu dieser Art Basketballer gehört Dominique Johnson nicht! Nein, er ist ein absoluter Spezialist, ein reiner shooting guard, so wie es der oben erwähnte David Logan einer war. Seine „Spezialität“ ist Werfen, Werfen, Werfen. Und Treffen, Treffen, Treffen! Er ist – wie Logan – ein überdurschnittlicher Distanzwerfer. Mit 111 Dreierversuchen gehörte er zu den Top-Werfern des Eurocups (Platz 3) – das ist knapp ein Drittel der Versuche des gesamten letztjährigen Alba-Teams. Aber natürlich ist das Ziel nicht in erster Linie zu werfen, sondern zu treffen. Auch das tat Johnson überdurchschnittlich sicher, traf 39 % seiner Würfe.

Taktisch ist so ein eiskalter Schütze, der einen schnellen release hat, also wenig Zeit und Platz braucht, um seine Würfe loszuwerden, für jedes Team interessant. Er zieht die gegnerische Verteidigung auseinander, da diese solch einen Spezialisten eng verteidigen muss. Das wiederum schafft Platz und Optionen für die Mitspieler; entweder für die Spieler am Brett oder für den Zug zum Korb. Angesichts des bis jetzt nicht gerade üppig besetzten front courts bei Alba Berlin wird man die Punkte von Johnson von aussen auch dringend benötigen.

Johnsons Fähigkeiten und Albas Kader

Dominique Johnson wirft vor allem viel von jenseits der Dreipunktelinie. In den letzten Jahren nahm er immer zwischen 5 und 6 Dreier pro Spiel. Zum Vergleich: im der abgelaufene Saison war Dragan Milosavljevic mit 4,6 Vesuchen pro Spiel Albas „Anführer“ in der BBL. Trotz vieler Versuche kann sich Johnsons Quote durchaus sehen lassen, sie pendelte sich meistens bei ca. 40% ein (+/-5). Mit einer Körpergröße von 1,91 Meter und seiner Athletik, bringt Johnson alle Voraussetzungen mit, auf der Shooting Guard Position sowohl Offensiv, als auch Defensiv Albas Spiel zu prägen.

Er reiht sich damit in den variablen backcourt von Alba ein und bringt mit seiner Fokussierung auf den Distanzwurf eine weitere Variante, die vor allem neben Peyton Siva gut gebraucht werden kann.

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