Und wieder ein Bonner für Alba: McLean kommt

Jamel_Mclean
Jamel_Mclean*

Jamel McLean wechselt zur kommenden Spielzeit an die Spree. Der 26-Jährige unterschrieb einen 1- Jahresvertrag mit einer Option auf ein wditeres Jahrund ist der erste Spieler ohne deutschen Pass, der in dieser Offseason verpflichtet wurde. Der Wechsel des Power Forwards bedeutet auch den Abschied von Levon Kendall, dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Der Kanadier wechselt nach Spanien, zu Gran Canaria.

Endlich, möchte man meinen, kommt Bewegung in die Offseason. Nachdem sich die erste Aufregung über die Vertragsverlängerung von Coach Obradovic gelegt hatte, eine überraschende aber nicht spektakuläre Verpflichtung von Center Martin Seiferth und der erhoffte Coup mit der Verpflichtung von Nationalspieler Niels Giffey gelangen, steht ein weiterer Baustein für die kommende Spielzeit fest. Jamel Mclean kommt aus Bonn nach Berlin. Der Forward/Center ist in Berlin kein Unbekannter und kennt die BBL seit 2 Jahren. Vor seiner Zeit im Magenta-Trikot beim Erzrivalen, lief der US-Amerikaner in Belgien (Leuven Bears, BC Ostende) und Italien (Givova Scafati) auf.

Mit einer Körpergröße von 2,03 Metern und einem Gewicht von 104 Kilo (Quelle: BBL) gehört McLean zu den eher kleineren, athletischen und bulligeren Spielern in der Bigmen-Riege. Also eine Sorte von Spieler, die im letztjährigen Alba-Kader fehlte. In durchschnittlich 27 Minuten Spielzeit erzielte der 26-Jährige in der abgelaufenen Saison 13 Punkte und schnappte sich knapp 8 Rebounds. McLean bringt also Komponenten ein, die sich zu den bisher unter Vertrag stehenden Spielern gut ergänzen: Er kann mit dem Rücken zum Korb punkten und ist eher in Brettnähe beheimatet. Wenn man bedenkt, dass Radosevic eher mit dem Gesicht zum Korb agiert und Wohlfarth-Bottermann an seinem Postgame noch arbeiten muss, passt diese Verpflichtung. McLeans Rebounds könnten eine der größten Schwächen der vergangenen Saison beheben, die besonders im Finale auffiel. Auffallend schlecht sind dagegen die Werte bei den Freiwürfen (69,8%) und den Dreipunkte-Würfen (21,1%). Der letzte Wert sollte jedoch nicht problematisch sein, wenn die avisierte Vertragsverlängerung mit Jan Jagla klappen sollte. Apropos Jagla, den meisten Berlinern dürfte McLean in negativer Erinnerung geblieben sein, nachdem er beim letzten Aufeinandertreffen den gebürtigen Berliner zu Boden schubste und dafür der Halle verwiesen wurde. Abgesehen davon sind wir jedoch gespannt auf die Auftritte des US-Amerikaners; er bringt beste Voraussetzungen mit und erinnert in vielerlei Punkten (Alter, Körpergröße und Spielanlagen) an Deon Thompson. Wenn die Kombination mit den Centern klappt, ist die Mannschaft in der kommenden Spielzeit noch variabler.

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From Bonn to Berlin: Phelps, Taylor, Wohlfarth-Bottermann … und McLean

Die Rivalität zwischen Berlin und Bonn beruht nicht nur auf den vielen Aufeinandertreffen in entscheidenden Begegnungen. Es tauschten in der Vergangenheit einige Spieler das Magenta Trikot gegen ein gelbes. Vergleichbar dürfte die Situation von Mclean mit dem damaligen Wechsel von Bryce Taylor sein; beide Spieler flogen etwas unter dem Radar der Alba-Fans und brachten bzw. bringen dennoch die Anlagen mit, den nächsten Schritt zu machen. Das kann, muss aber auch nicht zwangsläufig gut gehen. Wer sich jedoch große Namen gewünscht hat, sollte sich fragen, mit welchen Spielern wir in der abgelaufenen Saison besonders glücklich gewesen sind. Das waren doch eher die „unbekannteren“ Namen. Wir denken, McLean könnte hervorragend in das Teamgefüge passen und hier eine entscheidende Rolle einnehmen. Es stellt sich nur die Frage, ob er diese besser ausfüllen kann als Levon Kendall, der über weite Strecken der letzten Spielzeit zwar unauffällig spielte, aber dennoch eine tragende Säule darstellte. McLean ist ein anderer Spielertyp als Kendall, der auch als Anspielstation im Highpost oder sogar an der Dreierlinie funktionierte und meistens kluge Entscheidungen traf. Dennoch wirkt die Kombination aus McLean und Radosevic im ersten Blick interessant und dürfte ein starke Inside-Kombo bilden. Gespannt darf man auf die Zusammenarbeit zwischen Obradovic und McLean sein: Der US-Amerikaner gilt, wie Albas Headcoach, als emotionaler Mensch der schnell überhitzen könnte.

Der aktuelle Kaderstand sieht nach aktuellem Stand folgendermaßen aus (Spieler mit deutschem Pass sind fett markiert, in Klammern steht die jeweilige Vertragsdauer):

PG: Clifford Hammonds (2015) / Ismet Akpinar (2017)
SG: Jonathan Tabu (2015) / Akeem Vargas (2015) /
SF: Reggie Redding (2015) / Niels Giffey (2017) / Alex King (2016)
PF: Jamel McLean (2015) / YYY
C: Leon Radosevic (2015) / Jonas Wohlfarth-Bottermann (2016) / Martin Seiferth (2016)


* – Foto: Wikimedia Commons, creative commons licence, Urheber: stephreef

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