Teamvorstellung: ratiopharm Ulm

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ratiopharm Ulm 2013/14, Quelle: beko-bbl.de
ratiopharm Ulm 2013/14, Quelle: beko-bbl.de

So langsam legt sich die Euphorie nach dem grandiosen Heimsieg gegen den FCB wieder. Ein Spiel, worüber schon so viel geschrieben wurde. Eigentlich muss nichts mehr gesagt werden. Außer: Bloß nicht abheben!

Wie oft haben wir die letzten Jahre, in etwa im selben Zeitraum, grandiose Heimsiege gegen Bamberg oder Bayern gefeiert? Auch zum damaligen Zeitpunkt kannte die Ekstase kaum Grenzen, jeder freute sich über jeden einzelnen Spieler im Kader. Nur wenig später folgten meistens schon die ersten Dämpfer in Form von Heimniederlagen, spätestens nach einem erneuten frühen Play-Off Aus, dachte keiner mehr an die tollen Heimsiege.

Die Situation ist also nicht zu unterschätzen. An diesem Samstag wird die o2-World nicht ausverkauft sein, der Gast ist nicht so polarisierend wie der Fußballclub aus dem Süden. Dennoch kommt mit Ratiopharm Ulm ein alles andere als leichter Gegner nach Berlin. Im letzten Jahr fügten die Schwaben uns eine empfindliche Heimspielniederlage in der Bundesliga hinzu, auch Auswärts gab es nichts zu lachen. Das ging durch das gewonnene „Pokal“-Finale etwas unter.

Ein Selbstläufer wird die Begegnung also sicherlich nicht. Für beide Mannschaften geht es am Sonnabend darum, den Anschluss an die Top 5 in der Tabelle zu halten.

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Backcourt:

Per Günther / Edgar Sosa / Till-Joscha Jönke
Cameron Long / Philipp Schwethelm / Kay Gausa
Will Clyburn / Adam Hess

Frontcourt:

Matt Howard / Keaton Nankivil / Daniel Theis
Trent Plaisted / Jonathan Maier

Head Coach:
Thorsten Leibenath

Kaum ein Akteur hat in den letzten Jahren die Spielweise eines Teams so sehr beeinflusst, wie Johny Bryant in Ulm. Die vielen Distanzschützen profitierten regelmäßig von den Freiräumen, die der zweimalige MVP mit seiner Masse kreierte.

Folglich mussten sich die Ulmer Fans etwas umgewöhnen, nachdem Bryant die Schwaben in Richtung München verließ. Schließlich gingen mit Sebastian Betz, Steven Esterkamp oder Dane Watts auch andere Akteure fort, die an dem kometenhaften Aufstieg der Ulmer in den letzten beiden Jahren Anteil hatten.

Dennoch finden sich im Kader der „Spatzen“ weiterhin einige bekannte Gesichter wieder. Angefangen natürlich bei Per Günther. Der quirlige Point-Guard steht gewissermaßen auch für den Aufstieg von Ulm und konnte seine Leistungen kontinuierlich steigern. Der bekennende Schalke-Fan kommt in das beste Basketball-Alter und kann mit gutem Recht zu den besten deutschen Pointguards gezählt werden.

Der etatmäßige zweite Aufbauspieler, Tommy Mason-Griffin zog sich einen Achillessehnen-Riss zu. Als Ersatz wurde Edgar Sosa verpflichtet, der sich zumindest punktemäßig in den letzten beiden sich etabliert hat. Hinter den beiden gesetzten Guards, kriegt Till-Joschka Jönke ab und an ein paar Minuten Spielzeit ab.

Auch auf den Flügelpositionen finden sich neue und bekannte Gesichter. Die Zugänge Will Clyburn und Cameron Long  bringen von Allem etwas mit und passen in das athletische Anforderungsprofil des Vereins. Einzig Clyburns eklatant schwache Dreierquote in der Bundesliga (10,5%) sticht ins Auge. Um fehlende Firepower brauchen sich die Ulmer dennoch nicht zu sorgen. Mit Philipp Schwethelm und Adam Hess finden sich zwei bekannte Gesichter im Kader wieder, dessen Gefahr jenseits der Dreipunktelinie allseits bekannt ist. Schwethelm, vor einiger Zeit auch von Alba umworben, ist anders als im letzten Jahr, fest nach Ulm gewechselt und nicht mehr eine Leihe des FC Bayern. Es gibt neben Jagla also noch Jemanden, der nicht unbedingt in München verweilen wollte.

Auf den großen Positionen gab es, auf Grund des Abgangs von Johny Bryant, natürlich die eine oder andere Änderung. Geblieben ist jedoch mit Keaton Nankivil ein Spieler, der derzeit gut die Hälfte seiner Distanzwürfe in der Bundesliga trifft. Auch Daniel Theis geht in seine zweite Saison als Ulmer. Nach dem langen Transfer Hick-Hack mit seinem alten Verein Braunschweig im letzten Sommer, steht für das Talent ein weiteres wichtiges Jahr in seiner Entwicklung an. Wir sind gespannt!

Die beiden Neuzugänge Howard und Plaisted kommen, genauso wie Cameron Long, aus der französischen Liga. Plaisted muss die von Bryant hinterlassene Lücke stopfen, eine denkbar schwere Aufgabe. Jedoch kann er in der Defensive ein Upgrade zum schwerfälligen Bryant darstellen. Da beide Neuzugänge derzeit angeschlagen sind und ein Einsatz fraglich scheint, wird sicherlich Youngster Jonathan Maier zwangsläufig die eine oder andere Minute auf dem Feld stehen.

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Die Verletzungen von zwei wichtigen Bigman wiegt bei den Ulmern natürlich schwer. Selbst wenn Howard und Plaisted spielen sollten, vollständig fit werden sie sicherlich nicht sein. Die Ulmer sind auch noch nicht so gefestigt wie in den letzten beiden Jahren. In der aktuellen Saison lesen sich die Ergebnisse der Schwaben wie ein Auf-und Ab. Sehr hohe Siege konnten verbucht werden (gegen Bremerhaven, Weißenfels) aber auch das eine oder andere knappe Spiel entschied man für sich (gegen Würzburg und Ludwigsburg). Auf der anderen Seite folgten völlig überraschende Niederlagen, selbst in der eigenen Arena mussten schon zwei Niederlagen hingenommen werden (gegen Trier und Bonn).

Ulms Mannschaft ist – genauso wie Alba – noch lange nicht gefestigt. Das Potenzial wieder weit oben zu landen ist jedoch definitiv vorhanden, wie es auch die bisher guten Eurocup-Leistungen zeigen.

Die fehlenden großen Spieler dürften aber nun besonders wehtun. Denn die vielen (guten) Schützen brauchen auch einen Gegenpol unter dem Korb – und der fällt derzeit etwas übersichtlich aus.

Das Verteidigen der Distanzwürfe war in der letzten Saison eine ausgewiesene Schwäche von Alba. Es wird also interessant zu sehen, wie die Mannschaft sich in dieser Hinsicht verhält.

In jedem Fall wäre ein weiterer Heimsieg wichtig. Nicht nur für das Selbstbewusstsein, sonder auch für die Tabelle. Der Gewinner der Partie bleibt nämlich Teil der Spitzengruppe (Bayern, Quakenbrück, Bonn, Oldenburg und Bamberg), der Verlierer würde weiter an Boden verlieren.

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