Talk of the week, part VI

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Es ist off-season, die schlimmste Zeit für einen Basketball-Fan, da es vermeintlich keine Spiele gibt, es sei denn, man bewegt sich selbst auf den Freiplatz und wirft ein paar Körbe. Trotzdem ist es eine spannende Zeit, denn genau jetzt werden die Weichen für die neue Saison gestellt. Es fallen Entscheidungen und Vorentscheidungen bei unserem Verein und bei der Konkurrenz, die den Erfolg der kommenden Saison maßgeblich beeinflussen können. Ausserdem sind die diversen Nationalmannschaften aktiv. Ein mal pro Woche wollen wir für euch übersichtlich die Dinge zusammen fassen, die in der abgelaufenen Woche so bei Alba und drumherum, also bei der Konkurrenz, passiert sind.

Zwei kommen …

Jonathan Tabu*Lange musste man sich als Fan von Alba Berlin in Bezug auf neue Verpflichtungen in Geduld üben, aber in der abgelaufenen Woche waren dann gleich zwei Zugänge zu verzeichnen. Als Ersatz – nicht absolut positionsgleich – kommt für David Logan der belgische Nationalspieler Jonathan Tabu (28) von Albas letztjährigem Eurocup Gegner CAI Saragossa für eine Saison. Tabu kann Logan offensiv sicher nicht gleichwertig ersetzen, hat aber Vorteile in der Defense und kann als sog. Combo guard auch Cliff Hammonds beim Spielaufbau entlasten. Jonathan Tabu hatten wir euch im Detail bereits hier im Detail vorgestellt.

Jamel_Mclean
Jamel_Mclean

Ein „alter Bekannter“ verstärkt in der kommenden Saison (Option für ein weiteres Jahr) Alba Berlin im frontcourt. Jamel McLean (24), der die letzten anderthalb Jahre beim Ligakonkurrenten Telekom Baskets Bonn spielte und somit die Liga als auch sein neues Team bereits kennt, möchte bei Alba den nächsten Karriereschritt machen. Die Albatrosse haben den besten Rebounder der BBL der vergangenen Saison verpflichtet, der immer mit viel Einsatz und Energie spielt und seine Stärken direkt am Brett spielt. Allerdings verfügt er nicht über so viel Erfahrung wie Levon Kendall, den er ersetzen soll, und auch sein Wurf aus der Mitteldistanz ist nicht so stark wie der des Kanadiers. Auch den Neuzugang direkt unter den Körben hatten wir euch bereits hier detailliert vorgestellt.

… einer geht!

Schultze und Jagla verlassen Alba
Schultze und Jagla verlassen Alba

Die weniger schöne Nachricht der Woche war, daß sich Jan-Hendrik Jagla und ALBA Berlin nicht auf eine Verlängerung des ausgelaufenen Vertrages einigen konnten. Nach Sven Schultze (wechselt zu den Eisbären Bermerhaven) verlässt somit auch der zweite der „alten Recken“ und „Playoff-Helden“ Alba. Das kam überraschend für uns … und wohl auch für Alba. Man war wohl recht (zu?) optimistisch, daß Jagla zum Ende seiner Karriere noch ein Jahr in seiner Heimatstadt ranhängen würde, tut er aber nicht, sondern wird wohl noch mal ins Ausland, voraussichtlich in die Türkei, wechseln. Diese Personalie hätte man wohl etwas früher klären sollen, da nun auf dem knappen Markt für deutsche Spieler mit Erfahrung und Qualität schwer Ersatz zu finden sein wird. Selbstverständlich wünschen wir Jan viel Glück, wo auch immer es ihn hinverschlagen wird und haben eine kleine, feine hommage an ihn geschrieben: Good bye und Danke, Jan!.

Alba und die Nationalmannschaften …

Sosehn Sieger aus - Supercup 2014*
Mittendrin statt nur dabei: Akeem Vargas im Team Germany*

In dieser Woche wurde es für die deutsche Nationalmannschaft nach einer holprigen Vorbereitung, bei der viele Spieler verspätet zum Team stiessen, endlich ernst bei der Qualifikation für die Europameisterschaft 2015, für deren teilweise Ausrichtung sich der Deutsche Basketball Bund selbst auch beworben hat. Das erste Spiel am Sonntag war auch gleich das – vermeintlich – schwerste. Man musste auswärts beim Mitfavoriten für den Gruppensieg antreten, in Torun ging es gegen die polnische Nationalmannschaft. Das Spiel offenbarte noch einige größere Abstimmungsprobleme in der Defense und am Ende gab es eine knappe 67-68 Niederlage gegen einen alles andere als übermächtigen Gegner. Alba Berlins Akeem Vargas bekam in diesem Spiel weniger Anteile (knapp 10 Minuten) als in der Vorbereitung und bot – wie der größte Teil des Teams – eine eher durchwachsene Vorstellung.

Für die U16-Nationalmannschaft mit den Berlinern Bennet Hundt (TuS Lichterfelde) und Ferdinand Zylka (Alba Berlin) läuft in der Vorbereitung auf die in zwei Wochen beginnende Europameisterschaft (fast) alles nach Plan. Bei einem Vorbereitungsturnier im serbischen Vrsac gelangen Siege gegen die Ukraine und Schweden, nur dem Gastgeber musste man sich geschlagen geben. Die beiden Berliner haben sich mit guten Leistungen für den EM-Kader angeboten.

Ein großes Abenteuer wartet in den nächsten Tagen auf zwei junge Berliner. Aliyah Konate (17) von Albas WNBL-Team und Jannes Hundt (17), der zur kommenden Saison von TuS Lichterfelde zu Alba Berlins NBBL-Team wechselt, vertreten zusammen mit sechs weiteren Basketballerinnen und Basketballern Deutschland bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen in China beim 3×3. Bei den Spielen treten über 4.000 Athletinnen und Athleten aus 204 Nationen in 31 Sportarten an. Sicher ein spannendes Erlebnis für alle Beteiligten.

Und sonst so? … EDEKA neuer ALBA-Sponsor / Vor-Vorbereitung

Verstärkung für Alba neben dem Feld gibt es auf der Sponsorenseite. Die Berliner Märkte der Handelskette EDEKA wird für zwei Jahre „Offizieller Sponsor“ und „Jugend Partner“ von ALBA Berlin. Wir finden, farblich passt das schon mal prima und generell freuen wir uns natürlich über jeden, der unseren Verein auf die eine oder andere Weise unterstützt. „Offizieller Sponsor“ ist bei Alba die zweithöchste Sponsorenebene (nach Namenssponsor ALBA Group), EDEKA ist also kein ganz kleiner Sponsor und wird sicher einen guten Beitrag zum Etat leisten.

Fleißig, fleißig … sind bereits die bisherigen Alba-Spieler Jonas Wolfarth-Bottermann und Alex King sowie die beiden Neuzugänge Niels Giffey und Martin Seiferth. Bereits seit vergangenem Montag trainieren sie gemeinsam mit Albas Assistenztrainer Mauricio Parra. Im Video erzählen sie auch, wie sie bisher ihren Sommer verbracht haben:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=qn9jOwPzzyU?rel=0&w=853&h=480]

Was macht die „Konkurrenz“ so?

So langsam aber sicher komplettieren auch die Konkurrenten ihre Kader, teilweise sind sie damit schon fertig. Für viel Aufmerksamkeit sorgte eine doch recht unkonventionelle Verpflichtung bei Bayern München. Der Meister geht mit dem erst 20-jährigen serbischen Supertalent Vasilije Micic als Starter auf der wichtigen Pointguard Position in die Saison. Micic zählt zu den größten europäischen Talenten auf der Spielmacher-Position und gehört bereits zum aktuellen Kader der serbischen Nationalmannschaft. Ganz ohne Risiko ist die Verpflichtung nicht, denn auf Micic wartet mit der Euroleague und einer Saison mit bis zu 70 Spielen eine große Herausforderung.
Kein Stein auf dem anderen bleibt bei den brose baskets. Mit Rakim Sanders (zu Albas letztjährigem Eurocup-Gegner Dinamo Sassari), Jamar Smith (zu Albas kommenden Euroleague-Gegner CSP Limoges) und dem deutschen Nationalspieler Maik Zirbes (zu Roter Stern Belgrad) verlassen drei weitere Leistungsträger der vergangenen Saison den Verein. Vom Kader der letzten Saison bleiben nur noch Karsten Tadda und Elias Harris. Aber auch eine neue Verpflichtung gibt es aus dem Norden Bayerns zu vermelden. Der neue Pointguard Janis Strelnieks (24), der bereits über Euroleague-Erfahrung verfügt, gab beim Supercup in Bamberg mit der lettischen Nationalmannschaft bereits Kostproben seines Könnens als sicherer Scharfschütze. Dem Vernehmen nach sind die brose baskets noch auf der Suche nach einem deutschen Ergänzungsspieler für die endgültige Komplettierung des Kaders.
Bereits abgeschlossen mit der Kaderplanung haben die EWE baskets Oldenburg nach der Verpflichtung des starting point guards Tywain McKee (28), was gleichzeitig den Abgang von Dru Joyce bedeutet. McKee ist gleichermaßen offensiv wie defensiv stark, treffsicher von aussen und mit flinken Fingern immer auf den steal aus; er hat das Zeug zu einem der Top5 guards der Liga. Der komplette Kader der Oldenburger scheint ein guter Schritt nach vorne zu sein; auch finanziell. Wie Alba Berlin haben die Oldenburger sieben Spieler aus der vergangenen Saison wieder im Kader; bei den Neuverpflichtungen haben sie sich klug verstärkt. So wird der nicht besonders tief besetzte aber qualitativ hochwertige Oldenburger Kader 2014/15 aussehen (blau = verbliebene Spieler, kursiv = deutsche Spieler), Doppellizenzspieler Kaderplätze 11, 12 nicht berücksichtigt:

back court:
Tywain McKee, Chris Kramer,
Julius Jenkins, Maurice Stuckey,
Ricky Paulding, Philipp Zwiener,

front court:
Nemanja Aleksandrov, Robin Smeulders
Adam Chubb, Philipp Neumann

Zwei Schritte vor, einen zurück ging es bei den Artland Dragons Quakenbrück. Mit Dennis Horner kehrt ein Spieler zurück, der bereits 2012 sechs Spiele für die Dragons bestritt, dann aber doch nicht für passend zu dem damaligen Team befunden wurde. Der 26jährige Power Forward verbrachte die meiste Zeit nach dem College Abschluss in der NBA Development League. Kurios gestaltete sich die Verpflichtung des Ex-Trierers Nate Linhart. Kaum war der verpflichtet, bat er auch schon wieder um die Auflösung seines Vertrages, da er ein Angebot des amtierenden Euroleague Champions und kommenden Gegners von ALBA Berlin in der Euroleague, Maccabi Tel Aviv, erhalten hat. Somit haben die Artland Dragons weiterhin einige offene Baustellen und suchen noch nach drei ausländischen Profis.

Next! Was wird/könnte die aktuelle Woche bringen?

Zum Ende der Woche trudeln die Alba-Spieler in Berlin ein, sofern sie nicht eh schon in der Stadt sind, und die Vorbereitung auf die Saison 2014/15 beginnt in Berlin. Dann wird man sicher noch einiges über die Neuzugänge erfahren können. Zudem ist mit der Komplettierung des Kaders zu rechnen. Spannend ist, ob noch ein weiterer Spieler verpflichtet wird oder zwei und ob darunter noch ein deutscher Spieler sein wird.

See you next week, stay tuned!


 

* – Foto: Deutscher Basketball Bund
** – Foto: Alba Berlin

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