Talk of the week, 27-2017

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Es ist off-season, Basketball bewegt sich von drinnen nach draußen, in den professionellen Basketball-Ligen Europas sind die Entscheidungen gefallen, dafür läuft der Ball und Schweiß auf den Freiplätzen von Sylt bis Sonthofen, von Görlitz bis Isenbruch. Trotzdem ist die off-season eine spannende Zeit, denn genau jetzt werden bzw. teils wurden schon die Weichen für die neue Saison gestellt. Die ersten Entscheidungen bei unserem Verein und bei der Konkurrenz fallen, die den Erfolg der kommenden Saison maßgeblich beeinflussen können. Außerdem sind die diversen Nationalmannschaften aktiv. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen wollen wir für euch übersichtlich die Dinge zusammen fassen, die in der abgelaufenen Woche so bei Alba und drumherum, bei der Konkurrenz und ganz allgemein im Basketball passiert sind.

Neue Trainer braucht das Land(?)

Thomas Päch, Israel Gonzalez, Carlos Frade - das Team hinter Aíto Fotocollage (c): Alba Berlin
Thomas Päch, Israel Gonzalez, Carlos Frade – das Team hinter Aíto
Fotocollage (c): Alba Berlin

Die Besetzung des Cheftrainer-Postens – bei Alba Berlin wird das bekanntlich Aíto Garcia Reneses sein – ist von großer Wichtigkeit, nicht weniger wichtig ist die Besetzung des Teams hinter dem Chef. Dieses Team hat Alba Berlin nun komplettiert. Schön, dass mit Thomas Päch ein bekanntes Gesicht an der Bande bleibt. Der erst 34jährige hat zum Ende der vergangenen Saison das Alba-Schiff durch schwere See gesteuert und für ansehnlichen Basketball zum Saisonende gesorgt. Gleichberechtigter Co-Trainer neben Päch wird zur kommenden Saison Israel González Núñez (42) sein. Der Spanier ist ebenfalls ein bekanntes Gesicht, jedoch nicht unbedingt für den Berliner Fans, aber für den head coach Aíto, der schon auf Gran Canaria mit González zusammen gearbeitet hat. Auf den Kanaren war er die letzten neun Jahre in verschiedenen Funktionen tätig, so als Nachwuchscoach U20 oder als Assitenztrainer von Pedro Martinez, Luis Casimiro und eben zwei Jahre von Aíto. Nach einem Jahr als Nachwuchscoach in Italien zur Jahrtausendwende, wird Berlin seine zweite Station im Ausland sein. Obwohl erst 42 Jahre alt, kann er auf deutlich über 20 Jahre Erfahrung als Trainer verweisen, bereits mit 19 begann seine Karriere. Zum Abschied bei seinem alten Club Gran Canaria sagte er über seinen neuen Club Alba Berlin „Ich gehe zu einem außergewöhnlichen Club, in dem täglich viel verlangt wird und bei dem menschliche Werte ausgesprochen hoch angesehen sind.“   Mit González gemeinsam hat Alba Berlins neuer Individualcoach Carlos Frade Centeno die Nationalität, das Alter und die Erfahrung aus über 20 Jahren als Basketballtrainer. Anders als González ist Frade aber ein Weltenbummler par excellence. Kanada, Hong Kong, England, Nordirland, Ungarn, Lettland und natürlich Spanien (diverse Teams) sind seine bisherigen Stationen gewesen. Im Gegensatz zu González hat Frade auch schon Verantwortung als Chefcoach gehabt, mit >>> ALBA <<< Fehervar sogar im Eurocup.

Mit Tommy Thorwarth bleibt der nach Marco Baldi wohl dienstälteste Albatros der Mannschaft als Teambetreuer erhalten. Auf der Position des Phyisotherapeuten gibt es mit Henrik Lange, der vom FC Augsburg nach Berlin wechselt, jedoch ein neues Gesicht. 

Kommen, Gehen und Bleiben

Akeem Vargas ffür zwei weitere Jahre mit dem Alba-Logo
Akeem Vargas für zwei weitere Jahre mit dem Alba-Logo

Kontinuität könnte der zweite Vorname von Akeem Vargas (27) sein, der für zwei weitere Jahre das Trikot mit dem Alba-Logo tragen wird. Nach bisher vier Spielzeiten für die Berliner hängt der defensivstarke Guard noch eine fünfte und sechste ran und wird dort wie gewohnt den Gegenspielern das Leben, respektive das Punkten, schwer machen.

Tim Schneider, Alba Berlin, Saison 2017/18
Hoffnungsträger: Tim Schneider

Gleich für drei Jahre bleibt den den Berlinern Nachwuchstalent Tim Schneider erhalten. Der 19-jährige mit Doppellizenz für Lok Bernau soll nach und nach an den Profibereich heran geführt werden und sich Spielanteile im Alba-Team erarbeiten. Der deutsche U20-Nationalspieler und NBBL-Meister mit Alba Berlin durchlief das Nachwuchsprogramm der Berliner, der Aufstieg ins Profi-Team ist der nächste logische Schritt.

Mit der zweiten Neuverpflichtung für die Saison 2017-18 ist dem Management von Alba Berlin ein echter Coup gelungen. Vom spanischen Meister Valencia kommt mit Luke Sikma (27), ein Spieler, der sich als Leistungsträger in der stärksten europäischen Liga durchsetzen konnte, für zwei Jahre nach Berlin. In den Finals gegen Real Madrid hatte Sikma mit einer Effektivität von 14 und über 5 Rebounds einen wichtigen Anteil am Titelgewinn. Gerade beim ersten Spiel der Finalserie auswärts in Madrid war er mit 13 Punkten, 4 Rebounds und sehr guten Quoten (5/7) der stärkste Spieler des späteren Meisters. Aber auch in den drei Jahren zuvor auf Teneriffa sowie in Valencia überzeugte er als Leistungsträger. Der Sohn von NBA-Legende Jack Sikma (Champion 1979 mit den Seattle Supersonics und siebenmaliger NBA Allstar) gilt als ausgesprochen guter Rebounder und intelligenter, teamfähiger Spieler.

Wo neue Spieler kommen ist es logisch, dass andere dafür leider gehen müssen. Oder gehen wollen, weil sie lukrativere Angebote erhalten. Dragan Milosavljevic wird in Zukunft mit Unicaja Malaga in der Euroleague spielen, Malcolm Miller wechselt zurück in seine Heimat zu den Toronto Raptors mit der Chance, sich ins NBA-Team zu spielen, Gerald Robinson geht in die erste französische Liga zu AS Monaco und auch auch Tony Gaffney wird seine Karriere an einem anderen Ort fortsetzen. 

Eurocup-Auslosung

Bekannte Namen als Eurocup-Gegner für Alba Berlin Foto (c): eurocupbasketball
Bekannte Namen als Eurocup-Gegner für Alba Berlin
Foto (c): eurocupbasketball

Am Donnerstag, 06.07. brachte die Auslosung der Eurocup-Gruppen für die Saison 2017-18 bekannte Namen als Gegner für die Berliner. Mit Lokomotiv Kuban Krasnodar kommt einer der Favoriten auf den Gewinn des Eurocups nach Berlin. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit Albas Ex-Coach Sasa Obradovic, der sich ein hochkarätiges Team für dieses Ziel zusammenstellt. Auf Lietuvos Rytas Vilnius und Bilbao Basket trafen die Berliner bereits in der vergangenen Saison im Eurocup. Gegen die Basken gab es im ersten Auswärtsspiel einen beachtlichen Auswärtssieg gegen den damals aktuellen Tabellenführer der ACB, jedoch auch eine bittere Heimniederlage. Gegen die Litauer konnte man zwei Siege holen, inklusive des wichtigen 99-97 Auswärtssiegs, der das Weiterkommen unter die Top16 sicherte. Auch an Limoges CSP dürfte man bei Alba noch gute Erinnerungen haben. In der Saison 2014-15 gelangen in der Euroleague zwei Siege und der Einzug in die nächste Runde. Zu einer Premiere kommt es gegen den serbischen Traditionsverein, 20-fachen Meister, europäischen Champion und dreimaligen Korac-Cup-Sieger, Partizan Belgrad, auf die Alba in 27 Jahren in europäischen Wettbewerben noch nie getroffen ist. Zu den konkreten Chancen kann man erst etwas sagen, wenn sich die Konturen der Gegner und von Alba selbst abzeichnen, aber das Ziel, die nächste Runde zu erreichen, werden die Berliner wie in jeder Saison wieder haben. 

Alba und die Nationalmannschaften …

Die A-Nationalmannschaft  trifft sich erst Ende Juli in Rotenburg zu einem ersten Lehrgang, bis dahin gilt es zu sehen, wer dann noch Lust hat, für Deutschland zu spielen. Anders sieht es bei den U-Nationalmannschaften, die sich schon jetzt auf die anstehenden Europa- bzw. Weltmeisterschaften vorbereiten.

Wenig los war in den letzten Wochen für die Nationalteams U15 und U16, die eine Pause eingelegt haben. Während es für die U15 Mitte August zum Ostseecup geht, ist das Ziel für die U16 die Europameisterschaft ab dem 12. August in Podgorica.

Für die U18-Nationalmannschaft – mit Hendrik Drescher, Joshua Lübken und Jonas Mattisseck – gab es zwei Länderspiele in Finnland. Beim 72-53 Sieg erzielten Hendrik Drescher 9 Punkte und Jonas Mattisseck 7 Punkte.  Bei der 73-84 Niederlage war Mattisseck Topscorer mit 21 Punkten, Drescher und Lübken blieben dagegen ohne Korberfolg. Vor Beginn der EM in Bratislava testet das Team noch bei einem Turnier in Spanien sowie drei Mal gegen Frankreich. Dann wird auch Badu Buck wieder zum Team stoßen.

DAS Highlight des Jahres aus Nachwuchssicht war sicherlich die Teilnahme der U19-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Ägypten. Mit Bennet Hundt und Ferdinand Zylka nahmen auch zwei Berliner daran teil. Mit nur zwei Niederlagen – gleich zum Auftakt gegen Litauen und im Viertelfinale gegen die USA – und Siegen gegen Puerto Rico, Ägypten, Neuseeland, Frankreich sowie im letzten Spiel erneut gegen Litauen sprang am Ende ein hervorragender fünfter Platz heraus. Ferdinand Zylka konnte auch mit individuellen Leistungen auf sich aufmerksam machen und überzeugen. Er war Topscorer der deutschen Mannschaft (9.-bester Guard der Weltmeisterschaft) und deren bester Dreierschütze (52 %). Zudem war er zweitbester Spieler der WM in Bezug auf die Dreierquote und die absolut getroffenen Dreier. Ein historischer Erfolg für den deutschen Nachwuchsbasketball, der zum ersten Mal an einer U19-WM teinahm.

Die U20-Nationalmannschaft befindet sich bereits in der heißen Phase der Vorbereitung auf die in knapp einer Woche beginnende Europameisterschaft auf Kreta. Mit dabei werden auch die Berliner Tim Schneider (Alba Berlin) und Moritz Wagner (University of Michigan) sein. Die letzten fünf Testspiele lassen auf ein gutes Abschneiden bei der EM hoffen. Bei einem Turnier in Spanien wurden Frankreich und Tschechien besiegt, gegen Gastgeber Spanien gab es eine unglückliche 1-Punkte-Niederlage nach Verlängerung. Bei zwei Testspielen am Wochenende in Finnland gab es für das Team von Henrik Rödl und Patrick Femerling zwei weitere Siege. Die Berliner Spieler dabei mit guten Auftritten.  

Was macht die „Konkurrenz“ so?

In regelmäßigen Abständen wollen wir hier auch auf die Konkurrenz von Alba Berlin schauen und deren Kader für die neue Saison kurz beleuchten. Klare Regel: NUR offizielle Verpflichtungen! Nichts, was irgend wer mal irgendwo als Gerücht gelesen und weiter verbreitet hat …

Die Zweiten werden die Ersten sein … oder so ähnlich. Auf jeden Fall hat der Vizemeister EWE Baskets Oldenburg als erstes Team seinen Kader für die kommende Saison zusammengestellt. Und das, obwohl sie sage und schreibe neun Abgänge verkraften und das Team deutlich umbauen mussten. Top-Center Brian Qvale verlässt den Verein ebenso mit unbekanntem Ziel wie Energizer Chris Kramer, Vaughn Duggins, Vladimir Mihailovic und Jannick Freese. Neue Vereine gefunden haben bereits Dominic Lockhardt und Dennis Kramer, die beide zum Ligakonkurrenten BG Göttingen wechseln, das Nachwuchstalent Jan-Niklas Wimberg, der beim Aufsteiger Rockets Gotha eine neue Herausforderung sucht, sowie Center Dirk Mädrich der geografisch ganz in der Nähe bleibt und in die ProA nach Vechta wechselt. Mit Frantz Massenat, Ricky Paulding, Philipp Schwethelm und Maxime de Zeeuw werden nur vier Spieler der abgelaufenen Saison auch wieder in der neuen das Baskets-Trikot überstreifen.

Bei den Neuzugängen setzt man im Norden auf eine Mischung aus bekannten Gesichtern, die schon mal in der BBL gespielt haben und interessanten „echten“ Neuzugängen. Zur letzteren Gruppe gehört der physisch starke Shooting Guard Bryon Allen (25), der mit der Empfehlung des Topscorers des tschechischen Dauermeister CEZ Nymburk an die Hunte wechselt. Ebenfalls noch ohne BBL-Erfahrung ist der Ersatz für Qvale auf der Center-Position, Rasid Mahalbasic. Dafür verfügt der Slowene mit östereichischem Pass jedoch über jede Menge Erfahrung auf europäischem Top-Niveau bei guten Vereinen in der spanischen ACB oder der multi-nationalen VTB-League, in der Euroleague und dem Eurocup. Er gilt als guter Rebounder und „Wühler“ in Korbnähe. Der neue Spielgestalter Mickey McConnell (27) spielte bereits vor drei Jahren eine Saison für die Baskets Bonn in der BBL und kam dabei auf 8,6 Punkte und 3,9 Assists. In der Folge hat er sich jedoch noch weiter entwickelt und war in der vergangenen Saison der Top-Assistgeber der starken spanischen Liga. Bei allen anderen neuen Spielern weiß man, was man bekommt, schließlich kennt man diese bereits gut aus den vergangenen Jahren und diversen Spielen gegen diese. Sei es Nationalspieler Karsten Tadda, der aus Ulm an die Hunte wechselt oder die beiden Deutsch-Amerikaner Isiah Philmore und Brad Loesing die aus Tübingen bzw. Ludwigsburg nach Oldenburg kommen.

Der Abgang von gleich neun Spielern, davon einige aus der Kern-Rotation, ist nicht leicht zu verkaften, auch wenn die Zugänge alle einen guten Eindruck machen. Ein größeres Fragezeichen tut sich bei der Besetzung des Frontcourts auf. Gerade auf Center sollte keine größere Verletzung passieren, denn einen längeren Ausfall von Mahalbasic dürften Keßen und Bacak (noch) nicht auffangen können und de Zeeuw und Schwethelm fühlen sich in Korbnähe nicht besonders wohl. Dann hieße es small ball mit Philmore auf der Fünf … mit ungewissem Ausgang. 

So wird der deutlich veränderte Oldenburger Kader 2017/18 aussehen (blau = verbliebene Spieler, kursiv = deutsche Spieler), Doppellizenzspieler Kaderplätze 13+ nicht berücksichtigt:

back court:
Mickey McConnell, Frantz Massenat, Haris Hujic
Bryon Allen, Brad Loesing,
Rickey Paulding, Karsten Tadda,

front court:
Maxime de Zeeuw, Philipp Schwethelm, Isiah Philmore,
Rasid Mahalbasic, Marcel Keßen, Marko Bacak 

Next! Was wird/könnte die aktuelle Woche bringen?

Am Mittwoch, 12.07. gibt sich der neue Headcoach Aíto Garcia Reneses in Berlin und wird seine Vorstellungen zur neuen Saison erläutern. Desweiteren kocht die Gerüchteküche gerade auf großer Flamme, sodass wohl in Kürze mit weiteren Verpflichtungen zu rechnen sein könnte.

See you next week, stay tuned!

 

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