Offensiv-Rythmus und Spiel gewonnen: Alba schlägt Szolnoki Olaj KK 73-64

Nach dem durchwachsenen Spiel gegen CEZ Nymburk, Marco Baldi nannte es im Nachhinein „Handballspiel“, stand nicht einmal 24 Stunden später die nächste Begegnung des Präsidentencups an. Gegner war der Eurocup-Teilnehmer Szolnoki Olaj KK aus Ungarn. Viel mehr als der Gegner, interessierte jedoch die Frage, ob Alba in der Offensive, ohne die verletzten Redding, Tabu und Seiferth, den Faden wiederfinden würde.DSCF2235

Zumindest zu Beginn des ersten Spielviertels konnte diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Alba startete mit Hammonds, Stojanovski, Giffey, King und Radosevic, Die ersten drei Angriffe endeten alle in Ballverlusten. Dabei handelte es sich vorrangig um unnötige kleine Fehler, wie ein Rückspiel von Hammonds, als um grobe Abstimmungsprobleme. Vor allem Stojanovski war maßgeblich an zwei Ballverlusten beteiligt und wurde bereits nach 2 Minuten ausgewechselt. Von der Bank kommend scheint der Mazedonier das Spiel besser beeinflussen können. Obwohl Sasa Obradovic im ersten Viertel Hammonds fast durchspielen ließ (knapp 9 Minuten), fand die Mannschaft nur schwer den offensiven Rhythmus. Eher durch vereinzelt schöne Einzelleistungen, wie einen hook shot von Jonas Wohlfarth-Bottermann zum zwischenzeitlichen 8-12, blieb Alba offensiv im Spiel. Defensiv wurde früh versucht Druck auszuüben, zwischenzeitlich wurde über das komplette Spielfeld gepresst. Das führte allerdings auch recht schnell zum Erreichen der Teamfoulgrenze (nach gut viereinhalb Minuten). Insgesamt lief im ersten Viertel noch nicht alles flüssig, doch mit dem knappen 17-18 Rückstand hatte man immerhin schon mehr Punkte erzielt, als gegen Nymburk in der kompletten ersten Halbzeit.

Im zweiten Viertel startete Alba gleich mit vier deutschen Spielern (Akpinar, Giffey, King, Wohlfarth-Bottermann) sowie Hammonds. Hier fiel vor allem Akpinars Mut auf, der sich auch traute Würfe zu nehmen und zum Korb zu ziehen. Zwar nicht immer erfolgreich, zeugte es allerding von einer gesunden Portion Selbstvertrauen. Nach etwas holprigem Start, fing die Offensive an, ins Rollen zu kommen: Sinnbildlich dafür Leon Radosevic, der von der Dreierlinie aus zum Korb ziehend, Jamel Mclean im Lowpost anspielte. Dieser schloss erfolgreich ab und sorgte für die 26-24 Führung. Neben zahlreichen Freiwürfen (Szolnoki Olaj erreichte früh die Teamfoulgrenze) stach allerdings Akeem Vargars hervor. Mit 7 Punkten in Folge sorgte der Guard für den ersten komfortablen Vorsprung der Partie. Nur durch mehrere Distanzwürfe konnten die Ungarn den Spielstand bis zur Halbzeit knapp halten (40-33 für Alba).

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Die zweite Halbzeit starte für Alba mit einem Dreier von Vojdan Stojanovski und auch im Anschluss wirkte die Offensive trotz Fehlwürfen und einem turnover wesentlich ansehnlicher und weniger statisch. Durch einige Ballgewinne boten sich zudem Fastbreakchancen, die erneut Stojanovski nutzen konnte, die Führung pendelte sich bei ca. +10 Punkten ein. Die Ungarn hielten sich vorrangig mit Distanzwürfen und Freiwürfen im Spiel. Das restliche dritte Viertel plätscherte vor sich hin, vor allem viele Freiwürfe konnten bestaunt werden. Mit einer 58-49 Führung ging Alba in das letzte Viertel.

Auch das vierte Viertel gestaltete sich kurzweilig. Alba versuchte verstärkt Leon Radosevic ins Spiel einzubinden, was teilweise gelang. Erwähnenswert war noch ein unsportliches Foul von Alex King, abseits des Balles. Danach wurde das Spiel wieder etwas hektischer und chaotischer. Gut ausgespielten Systemen folgten hektische Abschlüsse auf beiden Seiten. Der Vorsprung von Alba geriet jedoch nie ernsthaft in Gefahr, weshalb das Spiel mit einem 73-64 Sieg erfolgreich beendet werden konnte.

Was sonst noch auffiel:

Ismet Akpinar traute sich viel zu, versuchte auch öfter, sich einen eigenen Wurf zu kreieren. Das gelang zwar nicht immer, dafür deutete er mehrmals seinen starken Zug zum Korb an. Damit braucht er sich nicht zu verstecken.

Niels Giffey hatte hatte einen unglücklichen Tag, seine teilweise auch offenen Distanzwürfe fielen einfach nicht rein.

– Auch Radosevic erwischte einen eher gebrauchten Tag und beschwerte sich manchmal auch über fehlende Zuspiele im Lowpost. In der zweiten Halbzeit klappte das Zusammenspiel bei (und mit) den großen Spielern schon besser.

– Nach anfänglichen Problemen, sorgte Vojdan Stojanovski ständig für Gefahr. Vor allem aus der Mitteldistanz und der Zug zum Korb konnte überzeugen (insgesamt 15 Punkte).

Akeem Vargas war – wie immer – defensiv voll dabei und nervte seine Gegenspieler konstant mit seiner aggressiven Verteidigung. Auch offensiv konnte der Guard oft überzeugen und sorgte mit seinen Punkten im zweiten Viertel für den entscheidenden Vorsprung. Mit 16 Punkten war Vargas Topscorer des Spiels.

Sasa Obradovic ließ oft vier deutsche Spieler gleichzeitig aufs Feld, teilweise standen sogar ausschließlich deutsche Spieler auf dem Feld, so zum Ende des Spiels.

Jamel McLean spielte heute unauffälliger als gegen Nymburk, konnte am Ende des Spiels jedoch wieder mehr als solide 11 Punkte und 8 Rebounds vorweisen (bei 3/3 aus dem Feld und 5/8 von der Freiwurflinie)

Weiter geht es am Sonntag um 18:30 Uhr gegen den Gastgeber PGE Turow Zgorzelec und wir erwarten ein stimmungsvolles Spiel, da dann die kleine Heimhalle der Polen gut gefüllt sein wird.

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