Nathan Peavy – der “stille Star” will Leistung für sich sprechen lassen

Nach zwei Jahren in Paderborn (9 pts, 8 reb / 14 pts / 5 reb) und drei Jahren in Quakenbrück (11 pts, 4 rebs / 11 pts, 5 rebs / 15 pts, 6 rebs) zählt Nathan Peavy zu einem der Gesichter der Basketball Bundesliga. Dabei hat er es nicht nur geschafft, im jeweiligen Team zum absoluten Leistungsträger sondern auch gleichermaßen bei den eigenen Fans zum Publikumsliebling als auch von den gegnerischen Fans respektiert zu werden. Nun geht der „stille Star”, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung; Euroleague und Titelkampf mit Alba Berlin. Mit albainside sprach er über seinen Sommer mit der Nationalmannschaft Puerto Ricos, seine Erwartungen von und mit Alba Berlin und anderes mehr.

Nathan Peavy im Interview mit albainside
Nathan Peavy im Interview mit albainside

 

Hallo Nathan, wie war dein Sommer mit der Nationalmannschaft von Puerto Rico beim Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele und die Zeit nach dem Ausscheiden?
Es war aufregend und eine große Herausforderung, allein schon die Chance zu haben, sich für das olympische Basketballturnier zu qualifizieren, aber bekanntlich haben wir es leider nicht geschafft, haben im entscheidenden Spiel gegen Litauen verloren. Das war wirklich schwer, ich habe ein bisschen gebraucht, um darüber wegzukommen. Wir hatten so ein gutes Team, wir waren so dicht dran. Nichtsdestotrotz bin ich dankbar, überhaupt die Chance gehabt zu haben und in so einem guten Team spielen zu dürfen. In vier Jahren versuchen wir es noch einmal.

Was hast du nach dem Ausscheiden gemacht? Bist du erst mal nach Hause gefahren und hast ein paar Tage frei gemacht?
Ja, ich war dann erst mal zu Hause in Dayton, Ohio, und habe dort ein paar Tage ausgespannt.

In der letzten Saison has du in Quakenbrück gespielt, einer sehr kleinen Stadt, dem kleinsten Standort in der deutschen Liga. Nun nächste Saison in der Großstadt Berlin. War das eine große Umstellung für dich?
Ja, das ist wirklich eine große Umstellung, wenn du aus so einer kleinen Stadt in die größte Stadt Deutschland wechselt. Im ersten Moment erschien es schwer, aber man gewöhnt sich daran.

Aber du hast schon mal in größeren Städten gelebt, oder?
Eigentlich nicht. Meine Heimatstadt ist auch nicht besondes groß. Aber ich bin schon in größeren Städten gewesen, so ist es nicht. Es wird nicht lange dauern, sich daran zu gewöhnen.

Du warst der Lieblingsspieler der Fans in Paderborn, du warst der Lieblingsspieler der Fans in Quakenbrück. Was glaubst du, warum das so ist, woran das liegt?
Ich denke, ich gebe alles auf dem court, mache alles, was das Team braucht, um zu gewinnen. Es ist nicht so sehr eine Frage der Statistiken, es liegt vielleicht daran, daß ich immer alles auf dem Feld tue, um zu gewinnen.

Nun hast du in Berlin unterschrieben. Als du in Berlin unterschrieben hast, war noch nicht klar, ob bzw daß Alba in der Euroleague spielen wird. Die Situation in Quakenbrück war wirklich gut für dich. Was hat dich dazu bewogen, in Berlin zu unterschreiben?
Ich hatte einfach das Gefühl, den nächsten Schritt machen zu müssen. Alba Berlin ist ein großer Verein, der immer gewinnen will und ich möchte meinen Teil dazu beitragen. Ich möchte viele Spiele gewinnen und Erfolg haben.

Vor drei Jahren hast du mit Paderborn gegen Alba gespielt. Aus Fansicht bist du uns wirklich auf die Nerven gegangen, du hast eine wirklich hervorragende Leistung gegen Alba gebracht. Erinnerst du dich noch an diese Playoff-Serie?
Oh, das ist schon ganz schön lange her, aber ich erinnere mich noch daran, Wir haben Alba das Leben ziemlich schwer gemacht, aber sind trotzdem nicht weiter gekommen. Das war schon eine harte Serie.

Du bist ein sehr vielseitiger Spieler. In welchem Bereich deines Spiels möchtest du dich in der kommenden Saison noch verbessern?
Ich möchte mich noch in vielen Bereichen verbessern. Ich würde mich selbst auch als vielseitigen Spieler ansehen und um vielseitig zu bleiben, muss ich an verschiedenen Bereichen meines Spiels arbeiten, mich noch verbessern. Ich arbeite hart, jeden Tag, und versuche mich kontinuierlich zu verbessern, aber es gibt jetzt keine spezielle Sache, auf die ich mich besonders konzentriere, ich arbeite an drei, vier verschiedenen Dingen, die ich noch verbessern will.

Wir konnten dich im Training einige Male beobachten. Du hast die meiste Zeit Deon Thompson verteidigt. Wie ist es, gegen jemanden wie ihn zu spielen?  
Er ist ein sehr kräftiger Spieler, es ist schwer gegen ihn zu verteidigen. Aber es ist auch gut, im Training immer wieder von ihm gefordert zu werden. Er fordert mich, ich fordere ihn. Es ist hart, aber es bringt uns beide weiter und es toll so einen Trainingspartner zu haben.

Du bist jetzt seit fünf Tagen im Trainingslager. Vorher hattest du noch nicht direkt mit Sasa Obradovic zu tun gehabt, oder? Was sind deine Eindrücke von ihm nach den ersten Tagen? Was wusstest du schon über ihn, was hast du so gehört? Was ist besonders an ihm? Was macht er Besonderes in punkto Training und in taktischen Fragen?
Natürlich habe ich schon von ihm gehört, er war ein großartiger Spieler, Weltmeister, sehr erfolgreich. Jetzt ist er ein sehr guter Trainer, auch dort erfolgreich, hat ein paar Meisterschaften gewonnen. Er hat das erreicht, was ich erreichen möchte. Es ist toll, unter ihm zu spielen. Er legt sehr viel Wert auf Details, kümmert sich wirklich um kleine Details und kann dir viele kleine Dinge beibringen, die dich verbessern. Er ist ein guter Lehrer, er versteht das Spiel und lehrt dich, es auch zu verstehen.

Woran arbeitet ihr im Training genau, mehr an der Physis oder eher an taktischen Dingen?
Sowohl als auch. Wir arbeiten viel im taktischen Bereich, aber machen zur Zeit natürlich auch Aufbautraining im physischen Bereich, sind schon gerannt, tun etwas für unsere Ausdauer und Fitness. Wir arbeiten auch an unseren individuellen Fähigkeiten, speziell auf die größeren Spieler unter dem Korb oder auf die kleineren Spieler auf den Aussenpositionen zugeschnittene Programme.

Nathan Peavy beim Fitness-Test
Nathan Peavy beim Fitness-Test

Gibt es bei euch spezielle Aktionen in Bezug auf Teambuildung, um aus einer Gruppe von Spielern ein Team zu machen? Irgendwelche Aktionen wie gemeinsames Klettern, Wildwasser-Rafting oder ähnliches? Oder ergibt sich so etwas von allein?
Bis jetzt haben wir so etwas noch nicht gemacht, wir haben viel trainiert, und ich weiss auch nicht, ob wir so etwas noch machen werden, aber ich denke, so etwas ergibt sich ganz natürlich, ganz von allein, wenn man täglich miteinander trainiert und zusammen ist. Dann bildet sich die entsprechende Teamchemie von ganz alleine heraus.

Vielen Dank für das Gespräch, Nathan.

2 Gedanken zu „Nathan Peavy – der “stille Star” will Leistung für sich sprechen lassen“

  1. Ich glaube auch nicht das es während eines Trainingslagers wirklich nötig ist noch Teambuildingmaßmahmen zu unternehmen, Im Verlauf der Saison könnte es aber sicher mal nutzen.

    1. Bei weiter Auslegung des Begriffs könnte man den Ausflug auf die Sommer-Rodelbahn als Teambuildung-Maßnahme durchgehen lassen. Allerdings war der nicht „offiziell“ sondern ganz ungezwungen á la „Wer Lust hat, kann mitkommen …“
      Das Interview war jedoch auch vor diesem Ausflug.

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