Nach den großen Ferien …

ALBA Berlin war am Donnerstag, 23. August, auf „Recycling Tour“. Was nach einer Mischung aus Butterfahrt und Werbeveranstaltung klingt, hat doch einen sinnvollen und ernsthaften Hintergrund. Es bringt in gewisser Weise die zusammen, die das Geld erarbeiten, mit denen, für die es ausgegeben wird. Ein wenig erinnert es auch früher, an das Wiedersehen nach den großen Ferien.

Die „Schüler“, hier Spieler, haben sich über den Sommer in der Regel nicht gesehen und eine Menge zu erzählen. Die „Lehrer“, sprich Trainer, sind ausnahmslos die gleichen, aber es ein paar „Neue“ in der Klasse, auf die man natürlich neugierig ist. Auch Albas Joshiko Saibou hat einen ereignisreichen Sommer hinter sich. „Mein Sommr war großartig! Ich war viel unterwegs, in Italien, Spanien und Togo. Dort war ich mit meiner Familie, bei meiner Famile, habe viel Zeit mit denen verbracht, relaxed, bin runter gekommen und habe mich von der Saison erholt.“ Der Besuch bei der Familie ist dem Guard wichtig. „Ich war schon öfter da. Es ist schön, mal mehr Zeit dafür gehabt zu haben, das alles richtig aufzusaugen. Ich habe eine super große Familie und es war toll, mal viel mit denen zusammen zu sein.“ Aber ein Basketballer kann nicht wochenlang ohne Basketball sein, ein professioneller Basketballer arbeitet auch im Sommer mit dem Ball. „Ich war mit Carlos [Frade] auf Gran Canaria. Wir haben dort viel an der Fußarbeit, Ballhandling, Passen und Werfen gearbeitet, von allem etwas. Das war eine intensive und effektive Zeit.“, so Saibou.

Eine der ersten Aktionen nach den Ferien, vor der neuen Saison, ist bei ALBA Berlin seit vieln Jahren der Besuch einer der vielen verschiedenen Produktionsstätten des Hauptsponsors ALBA Group. Die ALBA Group begeht in diesem Jahr ihr Jubiläum des 50-jährigen Bestehens. Was Gründer Franz-Josef Schweitzer vor 50 Jahren mit zwei Müllwagen begann und von der Pike auf zu einem multi-nationalen Entsorgungsunternehmen entwickelte, wird seit Jahren von dessen Söhnen Eric und Dr. Axel Schweitzer weiter geführt. Letzterer nutzte die kurze Fahrt nach Reinickendorf, um den Spielern nahe zu bringen, wie sich ALBA vom Müllentsorger zum Recyclingunternehmen gewandelt hat, redet von Verantwortung für die Umwelt, Wertstoffverwertung und ähnlichem. Ziel der Kurzreise ist das MPS Reinickendorf, das ALBA zusammen mit der BSR betreibt, Hinter MPS verbirgt sich mechanisch-physikalische Stabilisierung, worunter sich der Laie allerdings auch nicht mehr vorstellen kann. Es geht um die Trennung von Müll, Trocknung und Zerkleinerung von Energie enthaltenen Stoffen und die Herstellung von „grünem“ Brennstoff daraus. Bis zu 100.000 Tonnen pro Jahr, 8.000 Tonnen Metall, das selbstverständlich auch wieder verarbeitet wird, fällt „nebenbei“ auch noch ab.

Klar, Basketballer würden lieber spielen, aber es kann ganz sicher nicht schaden, mal zu sehen, wie der Geldgeber eben dieses verdient. Es ist heiß, es ist laut, es riecht, wie Müll nun mal riecht. Drei-Schicht-System, 24 Stunden, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Harte Arbeit. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen Spieler, wenn er bei drei Spielen in acht Tagen seinen Job als hart empfindet, mal an die Erfahrung im MPS Reinickendorf zu denken …

Deshalb gibt es diesen Termin seit vielen Jahren trotz knapp bemessener Zeit für die Saisonvorbereitung. Eine Vorbereitung, die in dieser Saison noch ein wenig komplizierter wird. Durch die sog. „Fenster“ der Nationalmannschaft werden voraussichtlich sechs Spieler über bis zu drei Wochen fehlen. Für die deutschen Nationalspieler Johannes Thiemann, Niels Giffey und Joshiko Saibou beginnt die Vorbereitung am 28. August, das letzte Vorbereitungsspiel ist am 16. September. Wobei es bei Joshiko Saibou noch nicht ganz klar ist, auch wenn er das Format mag. „Da ist bei mir noch ein kleines Fragezeichen dahinter, ich habe etwas Probleme mit dem Fuß und wir müssen von Tag zu Tag sehen, wie es sich entwickelt. Aber prinzipiell geht jetzt alles wieder los, vor allem auch hier bei Alba und wir müssen jetzt die Grundlagen legen, damit wir am Ende der Saison wieder gut dastehen.“ so der Berliner Guard. „Ich bin ein großer Fan dieser Fenster. So kann man viel besser die Verbindung zu den anderen Nationalspielern halten, als wenn man sich nur ein Mal im Jahr sehen würde. Es entsteht ein besseres Gefühl der Zusammengehörigkeit gegenüber den Kollegen, den Spielern, den Coaches und man kann besser als Team zusammen wachsen. Man kann sich zeitnaher direkt miteinander austauschen. Die Coaches und Physios usw. haben immer aktuelle Informationen über den allgemeinen und den Fitnesszustand. Also ich finde es gut.“ Allerdings kann er auch andere Sichtweisen zu dieser Thematik nachvollziehen. „Ja, wenn man einen Vereinstrainer fragt, sieht der das natürlich anders. Für die Coaches ist es eine echte Herausforderung. Bei uns werden wahrscheinlich sechs Leute in der Vorbereitung fehlen. Aber das betrifft ja viele andere Vereine auch und das Problem muss man irgendwie meistern.

Spaß hatten die Spieler trotzdem an diesem Nachmittag … und sei es nur am Wiedersehen nach den großen Ferien gewesen.

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte und wir haben jede Menge davon …

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