Mit zwei deutschen Centern in die Zukunft?

Die Offseason nimmt bei Alba Berlin an Schwung auf: Nach wochenlanger Ruhe rund um den Verein fängt nun die große Zeit der der Diskussionen und Spekulationen an. Wer kommt, wer geht? Bleibt Publikumsliebling Bryce Taylor auch in der nächsten Saison ein Albatross? In welchem europäischen Wettbewerb spielt der Verein nächstes Jahr? Was passiert mit Torin Francis? Die Vertragsauflösung deutet auf einen Abschied des US-Amerikaners hin und nun kommt der Name Maik Zirbes (22)  ins Spiel!

Starke Entwicklung

Spätestens seit dem öffentlich bekundeten Interesse (In der Tagesspiegel/Morgenpost Ausgabe des 8.Juni) des neuen Trainers Saša Obradović an Maik Zirbes, scheint es nicht unwahrscheinlich, dass Alba Berlin sich ernsthaft um die Dienste des Centers aus Trier bemüht. Seit Monaten wird der 22-Jährige mit Alba, Bamberg und sogar Bayern München in Verbindung gebracht. Völlig zurecht: Zirbes entwickelte sich insbesondere in der abgelaufenen Saison unglaublich gut und wurde zum „Besten deutschen Nachwuchsspieler“ und „Most Improved Player“ der BBL gewählt. Zusammen mit 44 weiteren Toptalenten aus ganz Europa wurde der Center nun zum renommierten „Adidas Eurocamp“ in Italien eingeladen. Sogar ein Scout der L.A. Lakers soll einen Blick auf Zirbes geworfen haben.

Kampf der Zahlungskräftigsten Clubs

Verständlich also, dass bei der steigenden Deutschen-Quote (zukünftig müssen 6 deutsche Spieler in jedem Spiel auf dem Meldebogen stehen) ein solch junger und talentierter Spieler mit deutschem Pass besonders gefragt ist. Der 2,07 Meter große und 115 Kilo schwere Zirbes erzielte in dieser Saison 10,7 Punkte und griff gut 7 Rebounds pro Spiel ab (bei durchschnittlich 28 Minuten Spielzeit). Bei dem übersichtlichen Talente-Pool in Deutschland schreckt Alba und Bamberg scheinbar auch nicht ab, dass Zirbes für das nächste Jahr einen gültigen Vertrag in Trier hat und damit eine Ablöse, vermutlich im fünfstelligen Bereich, gezahlt werden müsste. Wer weiß, vielleicht sind die guten Kontakte nach Trier, Chefcoach ist dort bekanntlich Ex-Alba Spieler und Trainer Henrik Rödl, ein entscheidender Vorteil für die Hauptstadt?

Doppelter Vorteil mit Risiken

Ein Centerduo mit zwei Deutschen Spielern in Form von Yassin Idbihi und Maik Zirbes wäre durchaus interessant, nicht nur weil man dadurch einen weiteren deutschen Spieler für die Rotation hat, sondern weil man zudem einen jungen und entwicklungsfähigen Spieler in den Verein holt. Sollte ein Transfer wirklich zustande kommen, wären  zwei Schlüsselpositionen (Pointguard: Wood/Schaffartzik- Center: Idbihi/Zirbes) schon frühzeitig besetzt.

 Doch eine Verpflichtung von Maik Zirbes wäre auch mit einem gewissen Risiko verbunden: Bei einem so jungen Spieler muss man geduldig sein und Fehler im Verlaufe der Entwicklung in Kauf nehmen. Auf kaum einer Position spielt Erfahrung einen so großen Wert wie bei den Centern, entsprechend Lehrgeld und Zeit müsste man einem Spieler wie Zirbes einräumen. Nichtsdestotrotz könnte man eine Verpflichtung des 22-Jährigen begrüßen und sich auf ein spannendes Projekt einlassen!

3 Gedanken zu „Mit zwei deutschen Centern in die Zukunft?“

  1. Man bräuchte eine gute „Versicherung“ in Form eines sehr, sehr guten brettnahen Forward-Centers, Typ Massey / Nielsen / Biedrins. Natürlich nicht genau diese, da die (finanziell) in einer ganz anderen Liga spielen. Sasa Obradovic hatte da schon mal in Köln Milko Bjelica unter Vetrag, dürfte aber inzwischen recht teuer sein und hat auch noch einen gültigen Vertrag in Spanien, was ja keine sooo schlechte Basketballadresse ist. Vanja Plisnic (hat schon mal gegen Alba gespielt) dürfte gerade noch so in Albas Gehaltskategorie liegen. Boris Savovic vielleicht auch, ist auch einer, der noch Entwicklungspotenzial hat, aber Typ Massey ist der so gar nicht…

    1. Ist die Frage was für ein Power Forward Obradovic sucht. Wenn man jetzt annimmt, dass Schultze bleibt, würde ein richtiger Kracher Sinn machen, der die meiste Zeit auf dem Spielfeld steht. Wenn man auch in diesem Jahr einen Tweener (wie Simonovic) hat, der mal auch auf der 4 aushelfen kann und mit einem soliden Distanzwurf, die Defense nach außen ziehen kann, darf der neue Starting-Forward auch mehr in Brettnähe agieren..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.