Me and my Kiez – Unterwegs mit Akeem „König“ Vargas, pt I

An seinem freien Tag hat sich Albas Neuzugang auf den guard positionen, Akeem Vargas, viel Zeit genommen, um mit uns auch über Basketball, aber nicht nur über Basketball zu reden und hat uns interessante Einblicke in sein ereignisreiches Leben als Basketballer und junger, erfolgshungriger und ehrgeiziger Mensch gewährt. Wir trafen uns dazu in „seinem“ Kiez, dem Prenzlauer Berg, und haben die locations ausgecheckt, wo er üblicherweise abhängt. 

Akeem Vargas im Mauerpark
Akeem Vargas im Mauerpark

Wenn man Akeem Vargas mit einem Wort umschreiben müsste, wäre Ehrgeiz sicher das am besten geeignete. Da wir aber deutlich mehr Worte gewechselt haben, können wir ihn ausführlich selbst zu Wort kommen lassen …

Wo kommst du gerade her?
Ich war mit David [Herwig] da vorne beim „Inder“, wir haben Hühnchen mit Reis, Salat und Brot gegessen …

… du kommst also auch an einem – theoretisch – basketballfreien Tag nicht weg von deinen Teamkollegen?
Nee, das ist ja auch ganz schön so, die Jungs sind ja auch momentan noch die Anlaufstelle Nummer Eins in Berlin bis ein paar andere soziale Kontakte entstehen, die einfach ein bisschen Zeit brauchen. Mit den Jungs verstehe ich mich echt gut, habe ja auch schon die zwei Wochen vorher mit ihnen trainiert … mit ihm, Ismet, Fülle … da spielt es keine Rolle, ob es ein freier Tag ist oder nicht …

Bist du allein nach Berlin gekommen oder mit deiner Freundin?
Meine Freundin ist im Moment gerade da, es war eigentlich auch geplant, daß sie mitkommt nach Berlin, die Frage ist nur, ob das mit dem Uni-Wechsel von Göttingen nach Berlin klappt. Da kommt es ein bisschen darauf an, ob alle Kurse angerechnet werden. Dann würde sie auf jeden Fall mitkommen. ansonsten wird sie in Göttingen bleiben. Das passt eigentlich auch ganz gut, da es ja diese ICE-Sprinterstrecke gibt, sie fährt da von Göttingen nach Berlin 2 !/4 Stunden. Was völlig okay ist.

Was studiert deine Freundin?

Englisch und Soziologie. Sie studiert auf Bachelor, nicht auf Lehramt … mal sehen, ob das alles hier in Berlin klappt oder in Göttingen …

Hast du deine Freundin in Göttingen kennengelernt oder schon in Tübingen und sie ist dann nach Göttingen mitgekommen?
Nee, nee, ich kenne sie schon, seit ich 12 bin, wir sind teilweise zusammen aufgewachsen. Sie ist dann damals schon mit nach Tübingen gekommen, dann von Tübingen nach Göttingen und jetzt mal schauen, ob auch mit nach Berlin.

… dieses ständige Wechseln der Lebensorte ist für so eine Beziehung auch nicht so einfach …?
Ich glaube bis jetzt ist es noch ganz okay. Das Wichtigste für mich und vor allem für sie ist, daß sie keine Zeit bei ihrem Studium verliert. Und das hat bisher perfekt gepasst, weil Tübingen eine Elite-Uni war und Göttingen keine Elite-Uni und das hat dann gut funktioniert. Jetzt bei Berlin muss man mal gucken … jeder Mensch möchte in Berlin studieren … mit den numerus clausus‘ ist es immer ein bisschen schwieriger. … aber mal gucken … die Berliner flüchten aus Berlin und alle anderen wollen hier her.

Wie kommst du klar hier im Kiez? Ist ja eigentlich immer viel los hier in der Ecke …
Den Mauerpark fand ich echt interessant, der Flohmarkt ist eine richtig coole Sache … das Karaoke event war klasse, ich hätte niemals so viele Leute erwartet. Ansonsten kann Berlin Fluch und Segen zugleich sein. Es gibt extrem viel zu sehen, das braucht alles seine Zeit. Das sagt mir jeder, der schon hier war, sei es Lucca Staiger oder Nico Simon. Bis man wirklich so eine Ecke für sich gefunden hat oder mehrere Ecken, die einem gefallen, das dauert. Aber diese Ecke hier finde ich auf jeden fall schön im Sommer. Im Winter mal gucken, ob dann hier auch so viel los ist. Aber ja, das ist schon eine sehr coole Ecke hier …

Nico [Simon] und Lucca [Staiger] kennst du aus deiner Ehinger Zeit?
Mit beiden war ich auf der Urspringschule in Schelkingen. Als ich nach Urspring kam waren die beiden ihr letztes Jahr dort. Mit Nico habe ich ja dann auch noch in Tübingen zwei Jahre zusammen gespielt. Lucca und ich, wir waren zur gleichen Zeit in Iowa, ich Iowa Lakes, Lucca Iowa States. Das war nur ca. drei Stunden weg, da war ich auch mal ein paar Tage bei ihm auf dem Campus. Die beiden habe ich auch nach Berlin befragt, nach der Stadt, wo man gut essen kann … Nico hat hier in der Ecke gewohnt, konnte mit dem Fahrrad zur Max-Schmeling-Halle fahren…

… sportlich konnte Nico aber nicht viel beitragen …
nee, der ist ja schon eine ganze Weile weg, hatte Henrik [Rödl] damals als Trainer, von dem er eine Menge gelernt hat.

Wie hast du dich dann über Alba und speziell über Sasa Obradovic informiert? Macht man das überhaupt?
Man fragt natürlich Spieler, die für den Verein / Trainer gespielt haben, auch andere Coaches. Ich habe mich lange mit Frank Menz [Headcoach der deutschen Basketball-Nationalmannschaft] unterhalten, wollte von ihm wissen, was der beste Weg für mich ist, um in den nächsten Jahren A-Nationalmannschaft zu spielen. Er hat gemeint, daß natürlich bei Bayern, Bamberg und Berlin das Training auf einem ganz anderen, viel höheren, Niveau ist und man von den Coaches mehr vermittelt bekommen kann, als bei kleinen Vereinen. Das war auch ausschlaggebend für mich hierher nach Berlin zu gehen, weil ich mein Spiel erweitern möchte, meinen Basketball-IQ verbessern möchte und Sasa nun mal einen der besten guards Europas war und jetzt einer der besten Coaches in Europa ist. Ich glaube, gerade ich als junger Spieler kann da extrem viel von profitieren, gerade diese kleinen Tipps, die Gespräche vor und nach dem Training, da kann er mir extrem viele Sachen mitgeben auf dem Weg, zu einem besseren Basketballer zu werden, zu einem guard auf hoffentlich mal Europa-Niveau.

Ein Spieler hat vor Jahren zu Obradovic gesagt, dass er wegen der unerträglichen Belastungen mit dem Trinken anfangen werde, es ginge ihm so schlecht, dass er behauptete, dass er das nur noch mit Alkohol aushalten würde. Hast du eine Idee, wer das gewesen sein könnte?
Hmmh, schwierig, spontan würde ich sagen … Heiko?

Nein, es war Marcin Gortat, inzwischen NBA-Star und Multi-Millionär … Die Wahrnehmung von Sasa Obradovic ist ja generell etwas ambivalent. Auf der einen Seite hat er zig Spieler in die NBA oder ACB bzw. Euroleague gebracht wie Gortat, Kravtsov, Pleiss, Devin Green, Milko Bjelica, Marko Keselj, Schwethelm, Jamon Gordon uam. … ist Weltmeister als Spieler geworden … auf der anderen Seite gilt er als extrem „harter Hund“ …
… er ist auf jeden Fall ein „tougher“ Typ, aber es kommt glaub ich immer darauf an, wie man damit umgeht. Da ihr vorhin fragtet, wie ich mich erkundigt habe, natürlich habe ich gehört, daß Sasa extrem laut werden kann, extrem viel von seinen Spielern verlangt, der Umgangston vielleicht ein bisschen rauher ist als bei anderen Teams, womit ich jetzt persönlich kein Problem habe. Solange ich weiß, daß das, was er mir sagt, dafür da ist, mich besser zu machen und nicht um mich als Spieler unterzubuttern. Und ich glaube, das ist bei Sasa genau der Punkt. Er erwartet viel, wenn er in die Halle kommt, aber er erwartet viel, weil er will, daß das gesamte Programm besser wird und jeder individuell auch. Gerade das macht es für mich als Spieler extrem leicht, weil ich weiß, wann immer er mich anfährt, ist es nur, um mich besser zu machen. Und wenn ich ein besserer Spieler bin, sind wir ein besseres Team. Wenn man das so sieht, dann baut sich alles aufeinander auf, dann ist es viel einfacher, das zu verarbeiten. Natürlich ist es nicht immer leicht, wenn du angefahren wirst, und das nicht nur ein mal sondern auch mal mehrmals in einem Training.

Gab es in deiner Karriere schon mal Trainer, die so ähnlich gestricht waren wie Sasa Obradovic? Also mit diesem ständig fordernden, rauhen Ton in ihrer Trainingsarbeit?
Ja, die gab es mit Sicherheit. Ich denke, gerade letztes Jahr in Göttingen hatte ich einen Coach, der von der Art her ein bisschen anders war, weil er eher die amerikanische Philosophie verfolgte, als Sasa, der die serbische Philosophie vertritt, aber er hat auch viel gefordert. Das Lustige war, er hat fünf Tage die Woche auf mich eingeredet, „Akeem, I don’t think, you got what it takes, I don’t know if you get it this weekend, look like you practiced this week …“, hat mich immer gepusht und geteast, aber das Schöne war, Samstag abend, wenn ich gut gespielt habe, war er der erste, der mir auf die Schulter geklopft hat, immer wenn es keiner gesehen hat „Good game, do it again …“. Das hat mir sehr geholfen, gerade diese Provokation, hilft mir als Spieler sehr, weil ich als Spieler immer etwas zu beweisen versuche. Das war auch ein Grund, warum ich diesen Sommer zu Alba Berlin gekommen bin. Nicht viele Deutsche hätten das vielleicht in diesem Moment gemacht, weil in den letzten Jahren nicht viele junge, deutsche Spieler gespielt haben, die noch nicht A-Nationalmannschaftsniveau hatten. Ein Grund, warum ich gerade hier unterschrieben habe, ist, weil ich es mir selbst beweisen will und auch anderen Leuten. Ich möchte ein Teil des bis jetzt besten deutschen Vereins der Basketballgeschichte sein.

Jetzt hat Alba ja leider keinen besonders guten Ruf bezüglich der Spielzeit für junge Spieler. Spricht man da in der Szene drüber? Ist das bei euch ein Thema?
Ja, auf jeden Fall. Ich wurde oft gefragt, warum ich nach Berlin gegangen bin anstatt woanders hin, wo ich vielleicht eine grössere Rolle in Ausssicht gestellt bekommen hätte. Aber gerade Berlin ist eine grosse Challenge, Herausforderung, Sasa ist eine große Challenge. Und ich glaube man kann sich nur als Spieler verbessern, wenn man immer nach oben schaut. Eine Frage, die mich meine Mutter gefragt hat war: Wie oft wird dich Alba Berlin anrufen? Damit war im Prinzip schon meine Entscheidung gefallen. Berlin ruft dich vielleicht ein mal im Leben an, Bamberg ruft dich vielleicht ein mal an und vielleicht noch München ein mal … wenn dich alle drei anrufen, hast du eine super Karriere. Aber vielleicht ruft dich auch nur ein Team ein mal an, eine einmalige Chance. Und Berlin ist für mich so eine Chance. Aus der zweiten Liga zu Alba Berlin ist ein großer Schritt und für mich eine tolle Situation.

War der Eurocup am Ende ein ausschlaggebender Grund warum du dich für Berlin entscheiden hast?
Es ist immer schön international zu spielen. Ob jetzt Euroleague oder Eurocup war nicht ausschlaggebend. Es ist aber schön zu wissen, das wir eine höhere Belastung haben und deshalb eine größere Rotation. Auch wenn ich in einem anderen Team spielen würde, wäre mein Anspruch in der Rotation zu sein. Bei uns ist der Vorteil, dass die Rotation größer sein muss. Wir werden gegen tolle Gegner spielen, gegen tolle Profis. Es gibt ja einige Spieler die im Eurocup spielen und in der letzten Saison noch in einem Euroleague Team waren. Hoffentlich kommen wir in die Top 16 und dürfen uns dann mit den ausgeschiedenen Euroleague Teams messen. Ich glaube, dass ist eine große Chance und der Name Alba Berlin braucht sich da in Europa vor niemanden zu verstecken. Gerade nach der letzten Saison mit dem besten deutschen Ergebnis in der Top 16. Schade das es diesen Sommer nicht geklappt hat mit der Euroleague, gerade auch für die Berliner Fans schade. Aber man kann jetzt Pessimist oder Optimist sein, ich bin eher Optimist, und warum nicht im Eurocup weit kommen – richtig weit. (Vargas grinst)

A propos Zweite Liga. Deine Entwicklung verlief ja nicht völlig geradlinig sondern ein bisschen zick-zack … Dritte Liga, zweite Liga, erste Liga, zweite Liga … War Göttingen bisher die beste Station deiner Karriere, obwohl es formal ja erst mal nach einem Schritt zurück klingt? In Tübingen hattest du wenige Spiele, Göttingen sieht von aussen betrachtet wie der große Durchbruch aus.
Göttingen ist für mich dieses klassische Szenario, einen Schritt zurück zu machen, um dann zwei vor machen zu können …

… war ja durchaus aufgegangen zu sein scheint …
was hoffentlich aufgehen wird … bei Tübingen hatte ich die Doppelfunktion mit Ehingen, wo ich eine gute Saison gespielt hatte. Schade war, daß ich es dort noch nicht auf der BBL-Bühne zeigen konnte. Aber es ist wie vieles im Leben, mal braucht man nur einen Anlauf, mal fünf … Deshalb war Göttingen für mich genau die richtige Entscheidung. Diesen Vertrag in Tübingen aufzulösen, wobei ich Igor Perovic sehr dankbar bin, der mir da keine Steine in den Weg gelegt sondern meine Entwicklung in den Vordergrund gestellt hat und mir die Chance gegeben hat, woanders – in Göttingen – auf Zweitliganiveau zu zeigen, daß ich ein guter Spieler bin und hoffentlich auch ein Spieler bin, der es verdient hat, in der BBL zu spielen.

Das Thema „College“ ist auch eine gewisse „Ecke“ in deinem Lebenslauf. Du hattest geplant ans College zu gehen, durftest dann nicht, weil dir die ProB-Spiele als Profitum ausgelegt wurden, hast dann ein Wartejahr an einem Junior College verbracht und hättest dann eigentlich an ein „richtiges“ College wechseln können, hast dich jedoch dazu entschieden, es doch lieber in Deutschland zu probieren. Wie kam es zu diesem Sinneswandel?
Für mich war lange klar, daß ich nach Ende der NBBL-Zeit bei Urspring in die USA gehen möchte. Einfach, weil auch schon meine Mutter dort gelebt hat, ich dort geboren wurde, aber mit vier Monaten nach Deutschland gekommen und hier aufgewachsen bin. Ich wollte das unbedingt als Lebenserfahrung machen, mich als Mensch weiterentwickeln, mal was anderes sehen. Diese Chance hatte ich in Iowa. Eigentlich hätte es in San Francisco sein sollen, wo ich ein Stipendium hatte, was aber dann nicht geklappt hat, wegen des Amateurstatus‘, weil die ProB-Spiele mit Ehingen ein Problem waren. Deshalb habe ich dann in Iowa gespielt, hätte dort nach dem einen Jahr bleiben oder an ein anderes Division I College wechseln können, wollte das aber nicht, weil ich erkannt habe, daß der Spielstil dort mich nicht weiterbringen würde.

Wie ist das mit dem Spielstil gemeint?
In Iowa haben wir viel 4-out, 5-out gespielt, viel 1-on-1, penetration, aber in Europa, gerade jetzt bei Sasa im serbischen System, ist viel mehr pick’n’roll, Spiel mit den Blöcken, Wursituationen kreieren usw. und ich glaube, daß das viel mehr mein Spiel ist, als den Ball im highpost zu nehmen und dann 1 gegen 1 zum Korb zu ziehen. Deshalb habe ich dann entschieden, nach dem Jahr zurück zu kommen. Es ist trotzdem schön, die Erfahrung mitgenommen und viel gelernt zu haben, sowohl als Spieler als auch als Mensch. Gerade, was den Wettkampfgedanken in den USA angeht, dass es eben nicht „nur“ Sport ist sondern oftmals auch um die Existenz geht. Ich glaube, die Erfahrung in den USA hat mir geholfen, das Ganze noch ernster zu nehmen, noch härter dafür zu arbeiten, was ich erreichen möchte.

Was war mit deiner Mutter, war die mit in Iowa?
Nein, da war ich ganz alleine auf mich gestellt. Meine Mom ist ja damals mit meinem Vater, der in Heidelberg stationiert war, nach Los Angeles gegangen und hat dort sechs Jahre mit ihm gelebt. Als ich geboren wurde, sind wir wieder zurück nach Deutschland gekommen, ohne meinen Vater, zu dem ich keinen Kontakt mehr habe.

Du bist also ohne deinen Vater aufgewachsen, war das ein Problem für dich?
Nein, ich denke, daß ich stolz sagen kann, daß meine Mama einen ganz guten Job gemacht hat, beide Rollen zu spielen. Es war recht streng bei uns zu Hause, was aber relativ wichtig war bei einer alleinerziehenden Mutter mit einem kleinen Sohn war. Es war nie ein wirkliches Thema bei uns, daß mein Dad gefehlt hätte, weil meine Mom alles versucht hat, was sie konnte. Ob ihr das gelungen ist, müssen andere beurteilen. Meine Mutter ist eines meiner größten Vorbilder, weil sie mit der schwierigen Situation, alleinerziehend zu sein prima klar gekommen ist, mit allem was dazu gehört wie Job, Schule und allem drum und dran.

Dein Weg zum Basketball war ja ein ungewöhnlicher …
… ja, ich habe wie glaub ich jeder deutsche Junge Fussball gespielt – großer BVB-Fan, muss an dieser Stelle gesagt werden – bis ich 15 war, Basketball nur so hobbymäßig ab und an auf dem Freiplatz. Als wir beim Fussball drei Mal in drei aufeinanderfolgenden Jahren bei den badischen Meisterschaften gegen das gleiche Team verloren haben, habe ich beschlossen, mit dem Fussball aufzuhören. Da hat mich dann meine Mutter vor die Alternativen gestellt, entweder zur Leichtathletik oder zum Basketball zu gehen. Leichtathletik war überhaupt kein Thema, im Kreis laufen ohne Ball hat für mich keinen Sinn gemacht und das dann auch noch in engen Anzügen war auch nicht so mein Ding. Stattdessen bin ich mit meinem Kumpel vom Freiplatz zum Basketball gegangen. Das war ungewohnt und am Anfang mit vielen Fouls verbunden.

Hast du von deiner Zeit beim Fussball irgend etwas mitgenommen, wovon du jetzt beim Basketball profitierst?
Ich glaube schon. Ich denke, daß ich eine ganz gute Fussarbeit habe, was der Grund dafür ist, daß ich ein ganz guter Verteidiger bin, weil ich schnell auf den Beinen bin und eine gute Fußkoordination habe. Ausserdem hat sich dort natürlich auch schon ein Wettkampfgedanke heraus gebildet, man will immer gewinnen, egal, in welcher Sportart.

Samstag 15:30 Uhr Fußball Bundesliga, ist das für dich als BVB-Fan ein Pflichttermin?
Nein, ich schau eigentlich fast immer die Sportschau. Ich bin kein Fan davon 90 Minuten Fußball zu schauen . Für mich als Basketballer ist das irgendwie langweilig. Die Sportschau finde ich allerdings sehr interessant. Ich versuche Samstag, Sonntags nichts mitzubekommen, keine einziges Ergebnis. Das funktioniert natürlich nicht immer weil immer wenn Dortmund verliert oder unentschieden spielt, bekomme ich haufenweise SMS.

Meinst du, daß du durch den späten Einstieg beim Basketball noch gewisse Defizite hast oder hast du den Rückstand in den acht Jahren, die du ja nun auch schon wieder spielst, weitgehend aufgeholt? Wo siehst du generell noch Potenzial bzw. woran hast du aktuell in diesem Sommer gearbeitet?
Dadurch, daß ich zunächst einen mehr oder weniger großen Rückstand hatte, musste ich immer härter arbeiten und habe das meines Erachtens auch getan. Ich glaube, daß es heute eine meiner Stärken ist, sehr hart zu arbeiten, weil ich weiß, daß es sich lohnen kann und man Rückstände aufholen kann. Schon in Tübingen war ich mir sicher, daß es sich lohnt, früher zu kommen, länger zu bleiben. Meine Mutter meinte immer zu mir: „You’ve got to make it a habit“ (Du musst es zu einer Gewohnheit werden lassen). Wenn es Gewohnheit ist, dann ist es auch nicht schlimm. Der Mensch ist ja allgemein ein Gewohnheitstier. Wenn man eine Woche lang morgens um sechs Uhr aufsteht, hat man in der zweiten Woche kein Problem damit; wenn ich jede Woche eine Stunde länger nach dem Training bleibe, habe ich eine Woche später kein Problem mehr damit. In der ersten Woche tut es weh und es ist ungewohnt, aber so versuche ich meinen Trainingsrythmus aufzubauen und mich auf alles vorzubereiten. Ich weiss im Endeffekt nie, was dabei heraus kommen wird, jetzt habe ich für zwei Jahre bei Alba unterschrieben und ich weiss nicht, was mich erwartet, gerade aufgrund der Vergangenheit bei Alba bzgl. junger Spieler, alles was ich weiß ist, daß ich sehr hart arbeiten werde, Sasa viel fordert und wenn jemand viel fordert und ich harte arbeite, daß ich dann besser werde. Und wenn ich ein besserer Spieler werde, habe ich es früher oder später verdient, auf dem Feld zu stehen.

Teil zwei folgt in Kürze … da erfahrt ihr unter anderem, was es mit dem „König“ auf sich hat. 

Akeem Vargas
Akeem Vargas

 

Wie es weiter geht, lest ihr hier in Teil II von „Me and my Kiez“ …

 

 

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