Jan Jagla über seine Rückkehr nach Berlin und die kommende Saison

Lange hat es gedauert, bis der gebürtige Berliner Jan Jagla zu seinem ersten richtigen Engagement in der Hauptstadt gekommen ist. Jetzt, im Sommer 2013, hat es geklappt. Kaum im Mannschaftstraining eingestiegen, stellte er sich am heutigen Nachmittag der Power Forward den Fragen der Presse. Wir haben für euch einen Teil seiner Antworten zusammengefasst.

…wie wichtig war die emotionale Komponente bei der Rückkehr in die Heimatstadt?

Natürlich war es schon emotional. Berlin ist immer meine Heimatstadt gewesen und geblieben. Meine Familie lebt hier, meine Freunde sind hier. Auch meine Frau und ich sind jeden Sommer immer hier gewesen. Von daher war es eine schöne Sache. Und im Hinterkopf hat man sich immer gesagt: Man spielt noch bei Alba für ein paar Jahre. Das war schon ausschlaggebend als man sich gefragt hat ob man noch ins Ausland wechselt oder nicht.

…über die Zielsetzung mit der Mannschaft…

Schwierig. Wir haben eine ganz neue Mannschaft. Eine sehr junge Mannschaft. Ich glaub da muss man ein wenig Geduld mit haben. Man muss ein bisschen abwarten wie sich das hier entwickelt. Ich glaube schon, dass das hier sehr nette Jungs sind von dem was man bis jetzt so gesehen hat. Ich glaube es ist wichtig dass man sich im Team gut versteht. Man muss nicht beste Freunde sein aber ein wenig Zusammenhalt sollte es schon sein. Man muss sehen wie sich Spieler und Mannschaft entwickeln. Klar ist Berlin immer eine Hausnummer, ein Name in Deutschland und in Europa natürlich auch. Dass wir gut spielen wollen und gewinnen wollen ist klar aber inwieweit man das in Zählbares ummünzen kann, muss man sehen. Es fehlen uns ja noch ein paar Spieler. Ich glaub wir können vom Zusammenhalt eine gute Mannschaft werden. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich viele Spieler und ihre Spielweise noch nicht gut kenne. Wir haben zwei Laufeinheiten gehabt und sind gestern in der Halle gewesen aber haben da auch noch nicht wirklich viel gemacht. Von daher ist es zu diesem Zeitpunkt sehr schwer einzuschätzen.

..über die nationale Konkurrenz, insbesondere Bayern München..

 Bayern hat sich eine sehr gute Mannschaft zusammengekauft. Sehr starke Mannschaft, sehr gute Einzelspieler, auf jeden Fall. Wie man aus diesen Spielern eine Mannschaft formt, ist Aufgabe des Trainers und das wird man sehen wie schnell und wie gut man das hinbekommt. Wenn man es schafft aus den Einzelspielern eine gute Mannschaft zu formen, denke ich schon, dass sie das Maß der Dinge in der Liga sein werden. Aber ich glaube die haben noch einen langen Weg vor sich und viele mögliche Probleme und Spannungen die da auftreten könnten. Von daher muss man gucken. Ich denke, dass Bamberg als Serienmeister weiterhin als Favorit und Maß der Dinge in Deutschland gilt. Ich glaube, das ist die Mannschaft die es zu schlagen gilt. Die Bamberger sind diejenigen, die den größten Kern zusammengehalten haben und seit Jahren nur Einzelteile austauschen. Das macht das Ganze natürlich ein bisschen einfacher. Man muss gucken wie alle anderen Mannschaften sich formen, zusammenfinden und wie stark sie werden.

..gab es konkrete andere Optionen/Angebote für dich?

Ja klar, es gab immer andere konkrete Optionen. In Deutschland war es schon ein bisschen schwierig, weil ich schon auf einem gewissen Niveau spielen möchte und die meisten Mannschaften wie Bamberg haben schon mehrere deutsche Spieler auf den großen Positionen. Natürlich hätte es was im Ausland gegeben aber nach Berlin zurück zu kommen war mir schon wichtig.

..über die Vertragslaufzeit von einem Jahr…

Wir haben uns erst ein Mal auf ein Jahr geeinigt um zu gucken wie es läuft ob wir miteinander zusammenpassen. Dann gucken wir mal ob es noch weitergeht oder auch nicht. Das war für mich auch ok so. Mal gucken wie lange ich noch spielen will.

….Über einen möglichen Karriereausklang in Berlin…

Auch das kann möglich sein. Ich hab mich da noch nicht auf irgendetwas limitiert. Es ist schön hier in Berlin zu sein. Was sich in den nächsten Jahren noch ergibt, so weit will ich noch gar nicht denken und gucken. Deswegen ist eine Vertragslaufzeit von einem Jahr erst mal ganz gut. Im Vertrag gibt es keine direkte Option auf eine Verlängerung.

..über seine Rolle bei den jungen Spielern…

Ich denke in erster Linie ist es wichtig, dass man Vorbild ist und dass man versucht den Jungs zu helfen. Wenn man z.B. sieht, dass einer einen schlechten Tag hat, versucht man ihn aufzubauen. Oder wenn die jungen Spieler gerade nicht verstehen, was der Trainer von ihnen will, dass man eben versucht zu helfen. Ich denke auch abseits vom Feld ist es wichtig da zu sein. Viele kommen, so wie Ismet zum Beispiel, zum ersten Mal von zu Hause weg und in eine eigene Wohnung. Viele kommen in die Großstadt nach Berlin was auch was neues ist. Ich glaub da gibt es viele Facetten wo sie sich zurechtfinden müssen und ich glaube, da gibt es immer wieder viele Situationen wo man helfen kann und helfen sollte. In erster Linie geht es (auf dem Feld) um Kleinigkeiten wie: „Guck mal hier, ein Schritt in die Richtung machen. Der Trainer möchte, dass du den Ball so fängst“ halt solche Sachen. Ich glaube das sind so Kleinigkeiten, wo man an der Seitenlinie steht und sieht, dass er vielleicht gerade einen Fehler macht und gerade nicht weiterkommt, dass man kurz eingreift und sagt „Guck mal, so kannst du es machen“.

..Schütze oder Brettspieler? Ist die Rolle mit Obradovic schon definiert worden?

Nein ich denke nicht, dass die definiert ist. Ich glaube Sasa weiß, dass ich ein guter Schütze bin und ich denke schon, dass ich da meine Chancen bekommen werde. Natürlich muss man meine Größe auch ausnutzen und immer wieder zum Korb gehen, gerade in den Rebound-Situationen ist es extrem wichtig, dass man das einsetzt. Aber wo ich stehen werde, darüber haben wir noch gar nicht angefangen zu reden.

..über seinen ehemaligen und neuen Teamkollegen David Logan…

Ich habe mit David in den letzten Tagen noch gar nicht geredet. Bei mir war es ja auch alles sehr kurzfristig in den letzten Tagen, das ist ja erst am Dienstag/Mittwoch über die Bühne gegangen und seit dem bin ich nur am trainieren. David ist ein super Typ, ich hab nur gute Erinnerungen. Ein echt netter Kerl. Er ist einer der nie müde wird, das ist etwas wofür ich ihn bis heute  beneide. Er kann für 3 Stunden trainieren und schwitzt nicht einmal dabei. Ich glaube, dass er hier hervorragend hinein passen wird und sich gut zurechtfinden wird.

..über die kritische Haltung der Berliner Fans ihm gegenüber…

Ich mach mir da nicht so große Sorgen. Fans sind immer für die eigene Mannschaft und gegen die andere, das ist klar. Wenn dann so ein Berliner kommt der auch noch nach München geht ist dass dann vielleicht auch doppelt nicht so toll. Natürlich muss man engagiert spielen und muss seine Leistung zeigen und muss den Fans zeigen, dass man hier ist und für Alba kämpft und für Alba spielen will. Ich glaube sie werden sehen, dass ich mich für diesen Verein voll aufopfern werde, genau so wie ich es für jeden anderen Verein auch getan hab, für den ich gespielt habe.

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