Im Gespräch mit Himar Ojeda (pt 1) … über Persönliches

Himar Ojeda - von Gran Canaria nach Charlottenburg
Himar Ojeda – angekommen in Berlin

 

 

Vor wenigen Tagen hat alba-inside ein längeres Interview mit Alba Berlins Sportdirektor Himar Ojeda geführt, um etwas über den Menschen hinter dem Manager zu erfahren, die gerade abgelaufene Saison aufzuarbeiten und natürlich auch auf die zukünftigen Dinge vorauszuschauen, die die Fans von Alba Berlin erwarten können. Einen Teil, in dem sich Ojeda zum neuen Coach Aíto Garcia Reneses ausführlich geäußert hat, haben wir bereits aus Gründen der Aktualität vorgezogen, in der Folge beschäftigen wir uns nach und nach mit den anderen zuvor angesprochenen Themen. Wir halten es für gut, ein bisschen über den Menschen zu wissen, mit dem man sich unterhält, ein wenig über die Persönlichkeit – auch zwischen den Zeilen – zu erfahren. Vor gut einem Jahr hatten wir Himar Ojeda und seinen Werdegang vom Platzanweiser zum General Manager näher vorgestellt, daran möchten wir nun anknüpfen. 

Hallo Himar, als wir uns vor gut einem Jahr trafen, hattest du gerade mit einem Deutschkurs begonnen. Wie bist du damit vorangekommen? Können wir das Interview auf Deutsch führen?

Noch nicht. (Und auf deutsch: Ich verstehe ein bisschen.)

Du hast eine arbeitsreiche Saison hinter dir. Wann und wo macht jemand wie du mal Urlaub?

Ich mache diesen Job schon seit vielen Jahren, eine ganze klare Antwort kann ich aber gar nicht dazu geben. Am besten ist es, wenn man im Sommer Job und Büro ein bisschen trennen kann, wenigstens für ein paar Tage. Dann bin ich nicht im Büro. Das heißt aber nicht, dass ich dann nicht arbeite, das Telefon ist immer in Reichweite. Da kann ich am Tag ein bisschen Zeit mit meiner Familie, meinen Kindern, verbringen und abends meine emails und wichtige Telefonate abarbeiten. Es ist nicht wenig Arbeit, aber es ist wichtig, im Sommer auch mal ein paar Tage Luftveränderung zu haben.

Die beste Zeit, mal echten Urlaub zu machen, ist im Oktober oder November, wenn das Team zusammengestellt und im Spielbetrieb ist. In den Wochen vor der Saison, muss man natürlich hier sein, da gibt es ständig etwas zu tun. Wenn das Team erst mal steht und spielt, wird es – mal abgesehen von unvorhergesehenen Dingen wie Verletzungen usw. – etwas ruhiger und dann kann man als Sportdirektor auch mal Urlaub machen.

Geht es dann nach Gran Canaria?

Nicht zu dieser Zeit, nicht im Oktober oder November. Ich würde da gerne Urlaub auf Gran Canaria machen, aber da geht es nicht, weil die Kinder in der Schule sind. Auf Gran Canaria würden wir im Sommer gern mal drei, vier, fünf Tage Kurzurlaub machen, aber ich weiß nicht, ob es möglich ist. Man muss sehen, wie sich die Arbeit über den Sommer entwickelt, jeder Sommer ist anders.

Hat sich die Familie innerhalb eines Jahres schon völlig in Berlin eingelebt? Gibt es Kontakt zur doch recht großen spanischen Community in Berlin? Spielen die Kinder inzwischen für Alba Berlins Nachwuchsteams?

Der Familie geht es gut und alle fühlen sich sehr wohl in Berlin. Die Kinder hatten vom ersten Tag an neue Freunde, das ergab sich ganz einfach durch die Schule. Für die war das ganz locker. Beide spielen für Alba. Meiner Tochter fehlt ein Team in der Schule, sie spielt nur Turniere, aber sie versucht die Mädchen in ihrer Klasse zu überzeugen, gemeinsam ein Team für die neue Saison aufzustellen.

Die Kinder treten also in deine Fußstapfen?

Ein bisschen, da muss man abwarten. Sie spielen erst seit der letzten Saison, davor haben sie sich nicht großartig um Basketball gekümmert. Sie gingen mit zu den Spielen, aber es hatte sie nicht besonders interessiert und ich habe sie zu nichts gedrängt. Selbst als sie von sich aus kamen und meinten, sie wollen Basketball spielen, habe ich sie gefragt „Seid ihr sicher?“, aber sie wollten unbedingt. Dann sollen sie es machen. Früher wollte ich sie so ein bisschen in eine Richtung lenken, wie Judo oder immer mal wieder etwas anderes. Sie spielen beide ganz gut Basketball.

Wir haben nicht wirklich Kontakt zur spanischen Community in Berlin. Meine Frau hat den schwierigeren Part. Ich arbeite, treffe ständig Leute, habe eine Menge Kontakte. Sie besucht Deutschkurse, trifft auch Leute aus den Kursen und unternimmt auch andere Sachen mit diesen Leuten, aber es ist nicht so einfach Freunde zu finden. Wir suchen auch nicht wirklich stark den Kontakt zur spanischen Community. Manchmal trifft man jemanden. Wir hatten Kontakt zu einer Frau mit Kindern, die auch von Gran Canaria war, aber das hat sich nicht vertieft. Man trifft immer mal wieder hier und da diesen und jenen.

Die Kinder könnten dir Deutsch-Unterricht geben …

Oh ja, die lernen unglaublich schnell. Sie gehen auf eine spanisch-deutsche Schule in Berlin und können schon viel besser Deutsch als ich. Und sie haben auch mehr Zeit als ich, lernen das fast nebenbei in der Schule und beim Spielen mit ihren Freunden. Ich besuche einen Deutschkurs, aber es ist kompliziert. Ich hätte gern etwas mehr Zeit, aber der Job geht vor. Nach und nach wird es besser.

Als wir uns vor gut einem Jahr trafen, hast du erzählt, dass du gerne Fahrrad fährst und dein Fahrrad nach Berlin holen wirst. Hast du schon eine „typische“ Berlin-Erfahrung gemacht, wurde dein Fahrrad schon gestohlen?

[lacht] Nein, gottseidank noch nicht. Diese Erfahrung habe ich glücklicherweise noch nicht gemacht. Ich bin mit meinem Fahrrad heute hier, ein gelbes, das steht da draußen …

da war kein Fahrrad!

[Lacht] Ich muss schnell nachsehen [guckt aus dem Fenster] Es ist noch da, wurde nicht gestohlen, noch nicht … und ich hoffe, dass das niemals passieren wird. Ich habe dieses Fahrrad seit vielen Jahren, das habe ich aus Gran Canaria mitgebracht. Ich hänge an diesem Rad.

Wichtig ist ein gutes Schloss.

Genau das hat mir der Verkäufer auch gesagt. Wenn dein Schloss besser ist, als an dem Fahrrad neben deinem, dann bist du auf der sicheren Seite, wenn nicht … Die Diebe nehmen immer das Rad mit dem schlechteren Schloss. [lacht]

Im folgenden Teil beschäftigen wir uns dann zusammen mit Himar um die Aufarbeitung der gerade abgelaufenen Saison. Um etwas besser machen zu können, muss man sich zuerst damit befassen, was bisher nicht optimal gelaufen ist. Das betrifft die Organisation als Gesamtes, aber auch jeden Einzelnen, den Sportdirektor mit eingeschlossen.

Stay tuned!

2 Gedanken zu „Im Gespräch mit Himar Ojeda (pt 1) … über Persönliches“

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