if_then_else? – Fazit und weiterer Weg im Eurocup

Ahmet Caki, noch kritischer Blick trotz erfolgreicher Qualifikation
Ahmet Caki, noch kritischer Blick trotz erfolgreicher Qualifikation

Wenn am Mittwoch in der Eurocup Gruppe B der BC Chimki auf die Bilbao Basket trifft, hat Alba Berlin zum Einen spielfrei und – das ist bedeutend erfreulicher – hat bereits die zweite Runde des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs erreicht. Damit hat man ein Ziel für die aktuelle Saison bereits erreicht. Wir ziehen hier ein Fazit der Vorrunde und rechnen mal kurz durch, auf welche Gegner die Berliner Basketballer unter welchen Konstellationen in der zweiten Runde treffen könnte.

Was sich in der nationalen Liga offenbarte, blieb auch im internationalen Wettbewerb nicht verborgen; das neu formierte Alba-Team, das zudem noch mit diversen Verletzungen von Malcolm Miller, Tony Gaffney und anderen zu kämpfen hatte, unterlag immer wieder deutlichen Formschwankungen. Überhaupt nur fünf Spieler – Ismet Akpinar, Engin Atsür, Niels Giffey, Elmedin Kikanovic und Dragan „Gagi“ Milosavljevic – wirkten in allen acht Eurocup-Spielen mit. Da ist es schwer in einen Teamrhythmus zu kommen, das Zusammenspiel zu automatisieren, Systeme in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Einige Spieler fremdelten zunächst auch mit den neuen Ideen des neuen Coaches Ahmed Caki bzw. ihrer eigenen Rolle in dessen System, andere wirkten nach einem langen Sommer bei der Nationalmannschaft ein wenig mental müde und das gegenseitige „Mißverständnis“ zwischen dem Coach bzw. Verein und Dominique Johnson waren letztlich auch alles andere als positiv für ein schnelles Zusammenwachsen des Teams.

Unter diesen Umständen hat man sich gegen starke und namhafte Gegner doch recht gut geschlagen und sich aus eigener Kraft für die zweite Runde qualifiziert. Die erwähnten Schwankungen und Probleme brachten ein paar Enttäuschungen mit sich, auf der anderen Seite gab es in der Vorrunde auch positive Überraschungen. Eine Defensivleistung mit teilweisem Tiefschlaf einzelner Spieler oder auch mal der kompletten Mannschaft ließen den geneigten Beobachter einige Male die Haare raufen. Dem gegenüber steht aber auch eine Offensivleistung, die mit zu den besten des gesamten Eurocups gehört. Mit über 89 Punkten erzielt man im Schnitt mit die meisten aller Eurocup-Teams, was auch notwendig ist, da man auch mehr Gegenpunkte als jedes andere Team kassierte. Mit Elmedin Kikanovic hat man zudem einen der offensiv stärksten Spieler in seinen Reihen. Die 22.3 Punkte des Bosniers stellen ebenso den zweitbesten Wert aller Spieler dar, wie der Effektivitätswert von 21,9. In beiden Kategorien könnte er am letzten Spieltag noch auf Platz Eins rutschen. Die Gefahr, die Kikanovic unterm Korb ausstrahlt, zieht die gegnerische Defense zusammen und schafft Platz für die Schützen von aussen. So wundert es nicht, dass Alba auf Platz 3 bei der Dreierqoute steht, auch einige Spieler wie Siva (47 %), Milosavljevic (48 %), Giffey (42 %), Johnson (42 %) oder Miller (71 %) haben persönlich starke Quoten. Auch Atsür, Akpinar, Vargas oder Gaffney können immer mal einen Dreier einstreuen, Neuzugang Carl English, der ja gerade als ausgesprochen guter Werfer gilt, ist das für die Zukunft ebenfalls zuzutrauen.

Beim Heimspiel gegen den BK Chimki und bei Montakit Fuenlabrada lief gar nichts zusammen, da stimmte weder die Leistung und – noch schlimmer – auch die Einstellung des Teams im Gesamten nicht. Aber es gab eben auch einen Auswärtssieg bei Bilbao Basket in Topform und als Sahnehäubchen den Erfolg beim bis dahin im Eurocup zu Hause noch ungeschlagenen BC Lietuvos Rytas Vilnius. Gerade dieser Sieg in diesem Spiel, bei dem es um nicht mehr oder weniger als „Siegen oder Fliegen“ ging, könnte eine größere Bedeutung für das Team über das bloße Weiterkommen hinaus haben. So ein Sieg in einem echten do-or-die-Spiel kann ein Team zusammen schweißen.

Wie geht’s weiter?

Wie gesagt, Alba Berlin ist bereits für die zweite Runde qualifiziert, kann sich am Mittwoch entspannt zurück lehnen, wenn Chimki gegen Bilbao bzw. Fuenlabrada gegen Vilnius die Platzierungen ausspielen und der Dinge harren, die da kommen. Für den Leser könnte es aber trotzdem ganz interessant sein, unter welchen Umständen das Team welchen Platz belegt – von Platz zwei bis vier ist noch alles möglich – und auf welche Gegner es das in der zweiten Runde trifft bzw. treffen könnte.

Alba wird Zweiter…

… wenn Lietuvos Rytas Vilnius bei Montakit Fuenlabrada gewinnt. Ob Bilbao dann in Chimki gewinnt oder verliert wäre nicht relevant, da Alba sowohl im direkten Vergleich mit Vilnius (beide 4-4), als auch im Dreiervergleich mit zusätzlich Bilbao (alle drei 4-4) die Nase vorn hätte. Bilbao wäre dann auch bei einer Niederlage weiter, muss aber bereits drei Stunden früher spielen.

Gegner:

A1: Gran Canaria
B2: Alba Berlin
C3: 70% UCAM Murcia, 30% Unicaja Malaga
D4: 95% Lokomotiv Kuban

Alba wird Dritter…

… wenn Montakit Fuenlabrada gegen Vilnius gewinnt UND BK Chimki sein Heimspiel gegen Bilbao Basket gewinnt. In diesem Fall käme es zum direkten Vergleich zwischen Alba und Fuenlabrada, der zugunsten der Spanier ausgehen würde. Bilbao würde in dieser Konstellation ausscheiden.

Gegner:

D1: Valencia Basket
A2: 70% Cedevita Zagreb, 30% Nizhny Novgorod (Zagreb kann mit -15 bei NN verlieren)
B3: Alba Berlin
C4: 70% Unicaja Malaga, 30% UCAM Murcia

Alba wird Vierter…

… wenn Fuenlabrada gegen Vilnius gewinnt UND BK Chimki sein Heimspiel gegen Bilbao verliert. Dann kommt es zu einem Dreiervergleich Alba-Bilbao-Fuenlabrada, bei dem Alba nur Letzter (gesamt Vierter) und Fuenlabrada Erster (gesamt Zweiter) werden würde. Vilnius würde in dieser Konstellation ausscheiden.

Gegner:

C1: 70 % Zenit St. Petersburg, 30 % Bayern München Basketball
D2: 60 % Hapoel Jerusalem, 40 % ratiopharm Ulm
A3: 70% Nizhny Novgorod, 30 % Cedevita Zagreb
B4: Alba Berlin

Es sind grundsätzlich interessante und attraktive Gruppen, welche hättet ihr denn gerne?

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