Euroleague ANGT, Europas beste Talente in Berlin, recap day 2

Nach tollem Basketball am ersten Spieltag des Adidas Next Generation Tournaments der Euroleague im Rahmen des Euroleague Final Four vom 12. – 15. Mai in Berlin, wollten wir  wissen, wie es weiter geht. Schließlich konnte der zweite Spieltag schon Vorentscheidungen über den Finaleinzug bringen. In erster Linie ging es aber darum, die Talente zu beobachten, die in nicht allzu ferner Zukunft in der Spitze des europäischen oder Welt-Basketballs wiederzufinden sein werden.

Barcelona Lassa – Mega Bemax Belgrad 85-70 (36-35)

Barcelona Lassa - Mega Bemax Belgrad
Barcelona Lassa – Mega Bemax Belgrad

Dieses Spiel sollte den ersten Blick auf das Team von Barcelona ermöglichen, die wie in Spanien üblich sehr international ausgerichtet sind und fünf ausländische Spieler im Kader haben. Es ermöglicht den zweiten auf Mega Leks Belgrad. Barcelona wollte gewinnen, um das Finale zu erreichen, für Belgrad war es die letzte Chance dazu, nachdem sie Spiel 1 gegen Kaunas am ersten Tag verloren hatten. Den besseren Start in die Partie erwischte Barcelona, die in den ersten fünf Minuten punkten sie sehr leicht und lassen hinten nichts zu und führen nach 5 Minuten mit 11-4. So langsam findet dann aber auch Belgrad Zugriff aufs Spiel und es entwickelt sich eine interessante, ausgeglichene Partie. Barcelona hat die besseren spielerischen Anlagen und sollte das Spiel deutlich beherrschen können, aber Belgrad kämpft und bleibt so bis zur Pause im Spiel. Barcelona lässt ein paar einfache Punkte liegen, wirkt auch ein kleines wenig überheblich. Am ersten Spieltag hatten sie aber auch zur Pause deutlich gegen INSEP zurück gelegen, in dieses Spiel gehen sie mit einem Punkt Vorsprung (36-35).

In die zweite Halbzeit startet Barcelona konzentriert. Belgrad hat immer wieder Probleme mit dem Senegalesen Atoumane Diagne, der den Körper eines erwachsenen Centers hat, jedoch noch ein sehr roher Diamant ist. Auf jeden Fall ist das ein Duell Männer gegen Kinder. Das dritte Viertel gewinnt Barcelona mit 10, hat das Spiel jetzt im Griff und es spricht nicht mehr viel für Belgrad. Das vierte Viertel plätschert so dahin, Bankspieler, wie bei Belgrad der georgische Center Goga Bitadze, kriegen auf beiden Seiten noch Einsatzzeit. Am Ende gewinnt Barcelona dank einer konzentrierten zweiten Halbzeit mit 85-70.

to keep an eye on:
Marko Pecarski (2000), Mega Bemax Belgrad – C – 2,06 m – 15 pts, 8 rbs
Als Spieler des Jahrgangs 2000 hat er noch eine Menge Zeit vor sich, kann aber jetzt schon mit den 18-jährigen sehr gut mithalten bzw. sogar dominieren. Gerade bei einem Center ist auch physisch noch eine Entwicklung zu erwarten, aber auch jetzt schon kann er sich gut am Brett behaupten.
Atoumane Diagne (98), FC Barcelona Lassa – C – 2,15 – 16 pts, 14 rbs
Er hat alles, was man physisch als Center braucht, Größe, Masse, Kraft. Es fehlt jedoch – noch? – an basketballerischen skills. Die Voraussetzungen sind da, um es mal ganz weit zu bringen, allerdings wäre er auch nicht der erste Afrikaner in Spanien, dessen Karriere irgendwann, irgendwo im Sande verläuft.

INSEP Paris – Zalgiris Kaunas 83-80 n.V. (70-70, 38-45)

Zalgiris Kaunas - INSEP Paris
Zalgiris Kaunas – INSEP Paris

Dieses Spiel begann kurios. Zalgiris Kaunas punktete und punktete, Paris verlegte selbst die einfachsten Würfe und nach 7 Spielminuten stellten sich nicht wenige die Frage, ob die jemals einen Punkt erzielen würden. Das gelang dann per Freiwürfen – Kaunas hatte da schon 13 Punkte auf dem Konto – und als der Bann erst mal gebrochen war gelangen bis zum Viertelende doch noch 10 weitere. Alles in allem aber ein Spiel auf schwachem Niveau mit insgesamt wenig Intensität und kaum Einsatz in der Defense. Offensiv war Kaunas einfach talentierter und lebte vom Guard Arnas Velicka, der allein in der ersten Halbzeit 4/6 Dreier und 21 Punkte erzielte.

Wider Erwarten entwickelte sich in der zweiten Halbzeit doch noch ein sehenswertes Basketballspiel. Beide Seiten legten in der Defense zu und zeigten deutlich mehr Engagement. Paris kam nach und nach auf und spätestens Ende des dritten Viertels war es ein ausgeglichenes Spiel. Zum ersten Mal im Turnier gab es eine echte crunch time, wo Kaunas eine Minute vor Schluss bereits 4 zurück lag, sich aber noch in die Verlängerung rettete. Dort hatte INSEP das bessere Ende für sich und setzte sich knapp, aber verdient mit 83-80 durch. Der Gruppensieg ist bei Siegen für beide Teams noch drin, auch ein Dreiervergleich mit Barcelona ist noch möglich.

Roter Stern Belgrad – Alba Berlin

Alba Berlin begann mit Hundt, Olinde, Zylka, Herkenhoff und Möller, den Sprungball sichert sich jedoch Belgrad. Belgrad erzielt die ersten Punkte, aber nachdem sich Möller zwei mal schön am Brett durchsetzt, ist Alba Berlin mit 4-3 das erste Mal in Führung. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, dass Belgrad seine Dreier nicht traf, half auch ein wenig. Aber auch Alba machte es im ersten Viertel sehr ordentlich, spielte variabel einige System durch und als der junge Mattisseck einen Dreier mit Ablauf der Uhr traf waren sie 90 Sekunden vor Viertelende mit 4 Punten (13-9) vorn. In der Defense hellwach und dadurch ein paar Punkte aus dem fast break waren auch mit dafür verantwortlich, dass die Berliner mit einer knappen 15-13 Führung in die erste Pause gingen. Roter Stern hatte nur drei erfolgreiche Feldwürfe (3/7 Zweier, 0/8 Dreier), hielt sich aber mit Freiwürfen über Wasser. Zu Beginn des zweiten Viertels konnte Alba dann den Vorsprung u.a. durch zwei Dreier von Ferdinand Zylka bis auf 5 Punkte ausbauen. Wenn es Belgrad bis ans Brett schaffte waren sie schwer zu stoppen, das hat Alba aber gut unterbunden. Natürlich waren die Berliner auf gute Quoten von außen angewiesen, konnte aber immer einen kleinen Vorsprung halten. Durch zwei, drei Fehlwürfe und technische Fehler (Schrittfehler) schmolz dieser aber zusammen und 44 Sekunden vor Ende des zweiten Viertels konnte Belgrad per Freiwürfen in Führung gehen. Alba konnte jedoch noch mal mit zwei Punkten am Brett durch Stanic kontern und mit einer knappen 35-34 Führung in die große Pause gehen.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte, Belgrad am Korb, Alba viel aus der Distanz, auch am Abstand änderte sich die ersten fünf Minuten des dritten Spielabschnitts nichts. Alba meist knapp vorn, immer so zwischen einem bis vier Punkte. Gegen Ende des Viertels unterliefen dann Alba jedoch ein paar Ballverluste, was Belgrad dazu nutzte, sich erstmals mit drei Punkten abzusetzen und den Vorsprung im Verlauf bis zum Ende des Viertels durch einen der seltenen Dreier und ein sog. and one bis auf 7 Punkte auszubauen. Ein wenig zu deutlich für den Spielverlauf. Aber Alba kämpft und kommt dichter und dichter nach steal und fast break durch Zylka nach drei Minuten sind es nur noch 2 Punkte Rückstand. Durch ein U-Foul direkt danach, aus dem Belgrad 6 Punkte macht (2 Freiwürfe, Dreier mit Foul) wird es aber wieder deutlicher. Alba kämpft und verkürzt, aber bei einem erneuten „Vierer“ der Belgrader vergrößert sich der Abstand wieder und einen weiteren Belgrader Dreier später sind es 4,5 Minuten vor Schluß schon 12 Punkte. Roter Stern trifft nun jeden Dreier, Alba leistet sich Ballverluste, 3 Minuten vor Schluss ist das Spiel bei -18 entschieden, eine halbe Minute später sind es gar 20. Nach dem unsportlichen Foul legte Roter Stern eine 21-3 Serie inklusive einer 6 point possession und einem weiteren „Vierer“ hin, was letztlich der „neckbreaker“ für dieses Spiel war. Zum Ende hin kann Alba zwar noch einmal auf 14 verkürzen, aber zwei Punkte von Radanov markieren 4 Sekunden vor Schluss den Endstand mit 85-68. Ein Spiel, in dem Alba Berlin unter Wert geschlagen wurde, der Sieg der Belgrader aber dank des starken letzten Viertels natürlich in Ordnung geht.

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