Euroleague 14/15 – hochkarätige Gegner für Alba Berlin

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Am Donnerstag, 10.07.2014 wurden in Barcelona von der ULEB die Gruppen für die Euroleague ausgelost und Alba Berlin war – in Lostopf 4 – mit dabei. Da sich in der Euroleague die creme de la creme des europäischen Basketballs versammelt, war es zu erwarten, daß Alba hochkarätige Gegner zugelost bekommen würde- und genau so kam es dann auch. Die Gegner ZSKA Moskau, Maccabi Tel Aviv, Unicaja Malaga, Cedevita Zagreb und CSP Limoges versprechen in der kommenden Saison hochklassigen Sport in der O2 world Berlin. An dieser Stelle wollen wir euch die Teams schon mal kurz vorstellen – eine ausführliche Vorstellung folgt dann direkt vor den Spielen – und schon mal Lust auf die Duelle gegen diese Gegner machen.

ZSKA Moskau (Topf 1)

ZSKA Moskau
ZSKA Moskau

Was soll man Basketballfans noch groß über ZSKA Moskau erzählen? Der russische Armee-Sportclub („Red Army Horses“) ist seit Jahrzehnten ein absolutes power house im europäischen Basketball und mit einem geschätzten Etat von 50+ Millionen Euro und eigenem Privatjet der reichste Basketball Club ausserhalb der amerikanischen Profiliga NBA. Dementsprechend ist alles andere als der Titel in der Euroleague für die reichen Russen ein Mißerfolg. Darauf warten sie nun schon seit der Saison 2007/08 – zu wenig für die eigenen Ansprüche und den Etat! In den letzten 10 Jahren erreichten die Moskauer neun mal die Top4 der Euroleague, aber „nur“ zwei mal gewannen sie die Euroleague tatsächlich auch. Der italienische Erfolgscoach Ettore Messina der bei seinem ersten Auftritt für ZSKA zwischen 2005 – 2008 vier mal das Finale und zwei Titel erreichte, war in den letzten beiden Jahren weniger erfolgreich, verpasste jeweils das Finale und musste nach der letzten Saison den Trainerstuhl räumen. Platz gemacht hat er relativ überraschend nicht für einen neuen Star coach sondern für den erst 43jährigen Dimitros Itoudis, der als headcoach noch nicht die ganz großen Clubs in seiner Vita zu stehen hat, jedoch als assistant coach über mehr als 10 Jahre Erfahrung beim griechischen Top Club Panathinaikos Athen verfügt.  Auch für den neuen Coach zählen ausschließlich Titel, den bisher 62 Titeln in der Vereinsgeschichte müssen noch weitere folgen, wobei letztlich nur der Gewinn der Euroleague die Saison wirklich zu einem Erfolg macht. Der Kader wird wie immer beeindruckend in der Spitze und Tiefe sein, aber dazu mehr, wenn dieser fest steht.
ALBA Berlin empfängt gleich am ersten Spieltag der Euroleague – 16./17.10.2014 – auf das russische Star Team. Bisher stehen fünf Siegen ebenfalls fünf Niederlagen gegenüber. Den letzten Sieg gab es in der Saison 2000/2001, seitdem ist der Abstand jedoch immer größer geworden. Ein Sieg wäre eine absolute Sensation, aber allein für die europäischen Spitzenspieler Moskaus lohnt sich der Besuch des Spiels.

Maccabi Tel Aviv (Topf 2)

Maccabi Tel Aviv
Maccabi Tel Aviv

Mit Maccabi Tel Aviv gibt sich der amtierende Euroleague Champion in der nächsten Saison in Berlin die Ehre. Durchaus überraschend gewann der Traditionsclub aus Israel im Frühjahr dieses Jahres in Mailand zum sechsten Mal den Titel, als absolute Favoriten standen sie auf kaum einem Zettel. Maccabi hat jedoch bewiesen, daß nicht nur Geld Körbe wirft; mit einem Etat von „nur“ ca. 16 Millionen Euro haben sie einige Teams hinter sich gelassen, die deutlch bessere finanzielle Möglichkeiten haben. Maccabi Tel Aviv ist ein beeindruckender Club mit einer beeindruckenden Geschichte weit über nur das Sportliche hinaus. Im Zuge des letzten Aufeinandertreffens zwischen Alba Berlin und Maccabi Tel Aviv hatten wir uns sehr ausführlich mit der Geschichte des Vereins beschäftigt und können diesen Artikel jedem sehr ans Herz legen, der sich dafür interessiert: Maccabi Tel Aviv – more than a club. Sportlich steht für Maccabi in der kommenden Saison ein größerer Umbruch bevor. Mit David Blatt verlässt der Erfolgscoach der letzten Jahre den Club, der einzige erfolgreiche amerikanische Coach auf Euroleague level (ja Cris Fleming hat auch in der Euroleague gecoacht, die Betonung lag aber auf „erfolgreich“). Blatt wechselt als head coach zu den Cleveland Cavaliers in de NBA und wird auf seinen eigenen Wunsch hin bei Maccabi durch seinen bisherigen Assistenten Guy Goodes ersetzt. Der mit 43 Jahren noch junge ehemalige israelische Nationalspieler Goodes hat den größten Teil seiner Sportlerkarriere bei Maccabi Tel Aviv verbracht; fast 10 Jahre als Spieler und sechs Jahre als assistant coach. Beim spielenden Personal wird Goodes voraussichtlich auf viele neue Kräfte setzen (müssen). Das bleibt spannend über den Sommer.
Alba Berlin empfängt den amtierenden Euroleague Champion am dritten Spieltag – 30./31.10.2014 – in Berlin. Bisher trafen beide Teams, die im Jugendbereich intensiv miteinander kooperieren, acht mal aufeinander. Gleich im ersten Spiel konnte sich Alba erfolgreich durchsetzen, danach gab es jedoch sieben israelische Siege am Stück, wobei durchaus einige knappe Ergebnisse dabei waren, z.B. beim letzten Besuch der Israelis in Berlin 2012/13 also man unglücklich mit zwei Punkten Differenz verlor. Ein relativ eingespieltes Alba-Team ist natürlich Aussenseiter, jedoch zum Beginn der Saison gegen ein neu zusammen gestelltes Team von Maccabi Tel Aviv nicht ganz chancenlos.

Unicaja Malaga (Topf 3)

Unicaja Malaga
Unicaja Malaga

Malaga, immer wieder Malaga … Als Alba Berlin vor zwei Jahren zum letzten Mal in der Euroleague antrat, hatte man gleich vier Mal (zwei Mal Hauptrunde, zwei mal Top16) das Vergnügen gegen das Team aus dem Süden Spaniens anzutreten. Wobei es „Vergnügen“ nicht wirklich trifft. Im verlorenen Heimspiel der Hauptrunde, welches für das Weiterkommen für beide Teams schon bedeutungslos war, hat sich in den letzten Minuten Albas master mind Vule Avdalovic so schwer verletzt, daß er seine Karriere beenden musste, zudem wurden drei der vier Partien gegen Malaga verloren. Schlechter geworden ist Unicaja Malaga, ehemaliger spanischer Meister, Pokalsieger und Korac-Cup-Sieger, seitdem nicht. In der abgelaufenen Saison der ACB – der zweitstärksten Liga der Welt nach der NBA – beendete Malaga die Hauptrunde auf dem vierten Platz und erreichte das Halbfinale, wo man dann gegen Real Madrid mit 1-3 Siegen ausschied. Mit gleichbleibendem Etat von ca. 12 Millionen Euro wird head coach Joan Plaza wieder ein Team zusammen stellen, für das die Top16 der Euroleague das Mindestziel sein wird.
Für Alba Berlin, welches das Team von Unicaja Malaga am siebten Spieltag (27./28.11.2014) in der O2 world empfängt, ist das ein Gegner, der sportlich in etwa in Reichweite sein kann, gegen den man mit um das Erreichen der Top16 Runde kämpft. Bei den bisherigen sechs Spielen gegeneinander konnten sich beide Teams jeweils drei Mal durchsetzen. Alba Berlin hat gegen Malaga – die damals noch Caja Ronda hiessen – in der Saison 1990/91 einen seiner ersten Siege auf internationalem Parkett überhaupt errungen. Ein Heimsieg wäre wichtig für dieses Ziel.

KK Cedevita Zagreb (Topf 5)

Cedevita Zagreb
Cedevita Zagreb

Cedevita Zagreb hat die erfolgste Saison der Vereinsgeschichte hinter sich. In Kroatien gewannen sie das double aus Meisterschaft und Pokal, im Eurocup kamen sie unter die Top32 und in der Adria League erreichten sie Platz zwei der Hauptrunde (hinter Roter Stern Begrad aber vor dem Euroleague Team von Partizan Belgrad) sowie das Finale des Top4, das ausgerechnet gegen den alten Stadtrivalen Cibona Zagreb verloren wurde. Mit entsprechend stolz geschwellter Brust wird der Verein auch seine zweite Euroleague Saison angehen, wo sie besser abschneiden möchten, als beim ersten Auftreten 2012/13, als man mit 2-8 Siegen bereits nach der Vorrunde ausschied. Kanonenfutter wollen sie auf keinen Fall in der Euroleague sein. Ein Wiedersehen gibt es mit dem ehemaligen Alba-Kapitän Matej Mamic, der als Sportdirektor die Geschicke des kroatischen Clubs lenkt. Ein Club, der finanziell dank der Unterstützung eines großen Lebensmittelkonzerns auf gesunden Füssen steht. Großen Anteil am Erfolg hat Coach Jasmin Repesa, in Personalunion gleichzeitig Trainer von Cedevita Zagreb und der kroatischen Nationalmannschaft. Einen Teil dieser Nationalmannschaft werden wir wohl auch in der kommenden Saison bei Cedevita Zagreb wieder sehen. Traditionell setzt der Verein auf nur wenige ausländische Profis.
Alba Berlin spielt am zehnten und letzten Spieltag der Euroleague-Vorrunde (18./19.12.2014) in der O2 world gegen Cedevita. Gegeneinander haben beide Teams noch nie gespielt, aber Coach Repesa hat in der Saison 2012/13 mit Malaga ja ie erwähnt gleich vier mal gegen Alba gespielt und Matej Mamic kennt Alba natürlich auch sehr gut. Das Spiel am letzten Spieltag könnte eine hohe Brisanz haben und noch über das Weiterkommen unter die Top16 entscheidend sein. Für Spannung dürfte gesorgt sein.

CSP Limoges (Topf 6)

Limoges CSP
Limoges CSP

CSP Limoges kann auf eine wechselhafte 85-jährige Vereinsgeschichte zurück blicken. Es kommt ein Euroleague Champion nach Berlin! Das ist allerdings über 20 Jahre her, ebenso wie die glorreichen Zeiten des Clubs, die hauptsächlich die 80er und 90er Jahre des letzten Jahrtausends waren. Der aktuelle französische Meister musste fast anderthalb Jahrzehnte warten, bis sie mal wieder einen Titel feiern konnten. Dazwischen lagen Auf- und Abstiege des zehnfachen französischen Meisters, dreifachen Koraccup-Siegers, Saportacup-Siegers und wie erwähnt Euroleaguesiegers bis in die dritte französische Liga. Aber der Club aus dem Limousin in Zentralfrankreich ist jetzt wieder zurück auf der Landkarte des europäischen Basketballs. Coach Jean-Marc Dupraz, der als Spieler mit Limoges die Euroleague gewonnen hat, wird auch in der nächsten Saison an der Seitenlinie der Franzosen stehen und die Herausforderung Euroleague annehmen. Wie gut das gelingt, wird man erst richtig einschätzen können, wenn der Kader steht, es ist jedoch zu erwarten, daß Limoges der Aussenseiter der Gruppe sein wird.
Alba Berlin empfängt Limoges in der O2 world am vierten Euroleague-Spieltag (06./07.11.2014). Bisher trafen die beiden Teams Anfang der 90er Jahre zwei mal aufeinander, als Limoges noch eine große Nummer im europäischen Basketball war. Jedes Team gewann dabei sein Auswärtsspiel knapp. Die Kräfteverhältnisse werden in der kommenden Saison etwas anders sein, Alba ist mehr oder weniger deutlicher Favorit. Bei Ambitionen auf das Erreichen der Top16 ist dies ein Spiel, das Alba gewinnen muss.

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