Eurocup Playoffs 2019, Do or die gegen Malaga

Mit einer sehr guten Haupt- und einer souveränen Top16-Runde hat sich ALBA Berlin bekanntlich für das Viertelfinale des Eurocup qualifiziert und trifft in der best of three Serie mit Heimvorteil zunächst zu Hause, genauer am Dienstag 19:00 Uhr in der Max-Schmeling-Halle, auf eines der großen Basketball-Teams Europas. Unicaja Malaga ist eigentlich Stammgast in der Euroleague und sieht den Auftritt im Eurocup nur als Zwischenschritt auf dem Weg dort hin wieder zurück. Beim letzten Aufeinandertreffen haben die Andalusier auf dem Weg zum Eurocup-Titel die Berliner im Viertelfinale eliminiert, das wollen die Hauptstädter in dieser Saison verhindern.

Unicaja Malaga, Team 2018-19 Foto: (c) Eurocup
Unicaja Malaga, Team 2018-19
Foto: (c) Eurocup

Baloncesto Malaga S.A.D (Unicaja)

gegründet

  • 1992 als Baloncesto Malaga S.A.D, Fusion aus Caja de Ronda und Club Mayoral Baloncesto Malaga Marist

nationale Erfolge

  • Meister der ACB (erste spanische Liga) 2005/06
  • Vizemeister der ACB 1994/95 und 2001/02
  • 9 x Halbfinale der ACB
  • Pokalsieger (Copa del Rey) 2004/2005
  • Vize-Pokalsieger 2008/09

internationale Erfolge

  • Eurocup Sieger 2017
  • Euroleague-Dritter 2006/07
  • Korac-Cup-Sieger 2000/01
  • Korac-Cup-Vize 1999/00
  • seit 2005/06 immer mindestens Top16 der Euroleague
  • seit 22 Jahren durchgehend in der Euroleague oder dem Eurocup aktiv (16xEL, 6xEC)

Halle: Palacio de Deportes José María Martín Carpena
Kapazität: 10.643 Zuschauer
media: homepage, eurocup

 

Malaga, immer ein wenig als „Rentnerparadies“ verschrien, ist eines der großen spanischen Urlaubscentren Spaniens. Der Tourismus bringt eine Menge Geld in die Region, der Stadt geht es gut. Gerade in den Wintermonaten bestätigt der hohe Anteil von älteren Menschen, die an der andalusischen Mittelmeerküste „überwintern“ den vorgenannten Ruf durchaus. Und niemand kann es denen verdenken. Wenn man selbst Ende Januar mit etwas Glück 20 Grad bei Sonnenschein genießen kann, die Orangen gerade reif sind und großzügige Parks mit noch größeren Palmen zum Entspannen einladen, ist Malaga schon ein wenig ein kleines Paradies auf Erden. Auch kulturhistorisch hat die Stadt Einiges zu bieten, basierend auf einer wechselhaften Geschichte über viele Jahrhunderte hinweg. Der Maler Pablo Picasso ist der berühmteste Sohn seiner Heimatstadt. Sportlich hat die Stadt neben dem hier besprochenen Basketballverein noch den Fußball-Erstligisten Malaga CF zu bieten.

Den Verein Baloncesto Málaga S.A.D. gibt es in dieser Form seit 1992, hochklassig Basketball wird in der Region aber schon sehr viel länger gespielt. Im Rahmen einer Fusion zweier bereits bestehender Erstligavereine, genauer gesagt Caja de Ronda und Club Mayoral Baloncesto Malaga Marist, wurde auch unter Betreiben des finanzstarken Bankinstituts Unicaja die Konzentration der Kräfte betrieben. Die Bank gibt dem Club auch seit Anbeginn seinen Namen … und nicht unbeträchtliche finanzielle Mittel. Caja de Ronda (die sehr reizvolle, kleine Felsenstadt Ronda, gut 100 km von Malaga entfernt, ist auf jeden Fall einen Besuch wert) war im Herbst übrigens einer der allerersten internationalen Gegner des damals noch ganz jungen Vereins Alba Berlin. Es gab übrigens in beiden Spielen – durchaus überraschende – Siege für die Berliner. Beide Vorgänger bewegten sich in mittleren bis unteren Regionen der Tabelle, das sollte sich durch den Zusammenschluss – und das Geld der Bank – entscheidend ändern. Bereits im dritten Jahr nach der Fusion wurde das Team Vizemeister und war seitdem regelmäßiger Gast in den Playoffs, welche überhaupt nur drei Mal verpasst wurden. Ein Dutzend Male schaffte man es aber bis ins Halbfinale. Die beste Phase hatte der Verein von Anfang bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts, wo man – angeführt von den spanischen Nationalspielern Carlos Cabezas und Jorge Garbajosa – einen Meister- und einen Vizemeister-Titel errang, den Pokal gewann, den Korac Cup holte und Dritter in der Euroleague wurde. In diese Phase fällt auch das Engagement von Ex-Albatros Ademola Okulaja in Andalusien. In den vergangenen 15 Jahren war Malaga durchgehend Teilnehmer an der Euroleague. Eigentlich nicht nur „dabei“ sondern hat zwölf mal mindestens die Top16 erreicht, mit dem positiven Ausreisser des dritten Platzes 2006/07. Der größte Erfolg ist aber sicher der Gewinn des Eurocups vor zwei Jahren, bei dem man im Top16 sowohl die Berliner, als auch in den Top16 Bayern München mit zwei Siegen ausschaltete. Die Südspanier empfinden die Teilnahme am Eurocup, zweite Liga, als sportlichen Abstieg und müssen in dieser Saison erst zum zweiten Mal dort teilnehmen, sonst immer Euroleague. Sie wollen wieder dort hin, wo sie nach eigenem Selbstverständnis hingehören..

 

Kader

backcourt
Brian Roberts, Ryan Boatright, Jaime Fernandez (+)
Dragan Milosavljevic, Sasu Salin, Alberto Diaz (+)
Adam Waczynski, Daniel Diez

frontcourt

Kyle Wiltjer, Carlos Suárez,
Giorgi Shermadini, Mathias Lessort, Viny Okouo

headcoach
Luis Casimiro Palomo Cárdenas

Luis Casimiro ist mit 58 Jahren noch ein relativ junger Coach – gerade im Verhältnis zu Aíto – hat aber in den letzten 25 Jahren schon gut die Hälfte aller ACB Teams trainiert, selten mal eines länger als zwei Jahre. Über die Grenzen Spaniens hat er es noch nicht hinaus geschafft. Warum auch? Der Job in der ACB ist attraktiv, da gibt es nur noch wenige attraktivere in Europa. Seinen großen Durchbruch hatte Casimiro in der Saison 1997-98, als er mit den Noname-Team TDK Manresa den Titel in der ACB gewann und „Coach Of The Year“ wurde. Auf Gran Canaria „beerbte“ er 2016 Aìto und wechselte zur aktuellen Saison nach Malaga.

Dass Malaga nun zum zweiten Mal in diesem Jahrtausend nicht mehr in der Euroleague spielt, wirkt sich nicht sehr stark auf den Kader aus. Man musste mit Nemanja Nedovic, Jeff Brooks, Ray McCallum (alle zu Euroleagueteams) und James Augustine (Karriereende) einige namhafte Spieler ziehen lassen, konnte aber immerhin acht Spieler des letztjährigen Kaders halten und sich mit Brian Roberts, Jaime Fernandez, Mathias Lessort und Kyle Wiltjer verstärken. Immerhin fünf Spieler auf Seiten von Malaga waren beim letzten Aufeinandertreffen mit Alba Berlin schon dabei. Es gilt, Kontinuität ist Trumpf.

Einen guten Blick hatte Casimiro bei der Verpflichtung seines Point Guards. Jaime Fernández (25) war zuvor zwar schon einige Jahre bei Estudiantes Madrid und letzte Saison in Andorra mit guten Leistungen aktiv, den großen Durchbruch schaffte er jedoch in dieser Saison. Er ist einer der dominierenden Spieler der ACB, dritt-effektivster Spieler der Liga, 6. bei Assists, 7.-beste Freiwurf-Quote, 9.-beste +/- Statistik, zieht die zweitmeisten Fouls uam. Dass er nun verletzt ist, trifft Malaga hart. Dass mit Alberto Diaz (24) noch ein weiterer Aufbauspieler seit längerem aufgrund einer Verletzung passen muss, macht die Lage nicht besser. Auf diese Verletzung hat man allerdings mit der Nachverpflichtung von Ryan Boatright (26) adäquat reagiert. Der Mitspieler von Niels Giffey an der University of Conneticut (UConn), pendelte immer wieder zwischen der G-League, China und „Feuerwehr“-Einsätzen in Europa. Bei einem dieser Gastspiele, 2016-17 bei Cedevita Zagreb, schenkte er Alba 14 bzw. 15 Punkte ein. Starter und „Gehirn“ des Teams ist jedoch der 33jährige Routinier Brian Roberts, der Brose Bamberg zu drei Double-Titeln führte und danach fünf Jahre in der NBA eine gute Rolle spielte. Inzwischen hat er seine absolute Prime zwar hinter sich, kann aber im Eurocup immer noch eine starke Rolle spielen. In der Crunch Time ist er immer noch der, der gesucht wird und den Ball bekommt. Das liegt auch daran, dass er in der ACB mit knapp 96% und im Eurocup mit 92,5% der zweitbeste Freiwurfschütze ist. Den sollte man nun wirklich nicht foulen, wenn es schon Freiwürfe für Fouls gibt. 

Auf der Position des Shooting Guards kommt es zum Wiedersehen mit einem guten, alten Bekannten. Dragan Milosavjlevic (29) überzeugt auch in Spanien mit dem Einsatz und der Vielseitigkeit, für die er in Berlin geschätzt wurde, der serbische Nationalspieler kann an die Werte in der deutschen Hauptstadt jedoch nicht heranreichen, seine Punkte haben sich mehr als halbiert. Obwohl er „nur“ 6 (Eurocup) bzw. 5 Punkte (ACB) erzielt, gibt ihm der Coach mit 20 Minuten recht viel Spielzeit und er steht fast immer in der Starting Five, er scheint also durchaus damit zufrieden zu sein, was er von Milosavljevic bekommt. Das zeigt in gewisser Weise auch die Stärke und Tiefe des Kaders von Malaga. Allerdings hat er nun ausgerechnet am Sonntag in Vitoria (112-95 Niederlage) mit 15 Punkten seinen Karrierebestwert aufgestellt und scheint gerade zur Partie gegen Alba in Form zu kommen. Die Spielzeit teilt sich Milosavljevic mit dem finnischen Nationalspieler Sasu Salin (27), der die Zone meidet, wie der Teufel das Weihwasser. Im Eurocup hat er in 16 Spielen ganze zwölf Mal aus dieser Distanz geworfen, in der Liga sieht es nicht viel besser aus. Er ist ein reiner Shooter, trifft aber den Dreier in dieser Saison nur durchschnittlich gut. Ausreißer nach oben muss man trotzdem immer befürchten.

Auf der Flügelposition teilen sich Adam Waczynski (29) und Daniel Diez de la Faya (25) den Job. Adam Who? Dani Who? Beide sind auf europäischem Top-Niveau noch nicht groß aufgefallen. Beim polnischen Nationalspieler muss es jedoch auf Vereinsbasketball einschränken, denn in der Nationalmannschaft gehört er seit einigen Jahren zu den Leistungsträgern und war gerade bei der EM 2015 einer der teaminternen Topscorer (16 ppg). Auf Vereinsebene „flog“ er in der polnischen Liga einige Jahre „unter dem Radar“, de facto auch im Tabellenkeller der ACB bei Obradoiro. Dort hatte er jedoch sein absolutes highlight game (24 pts) ausgerechnet gegen seinen jetzigen Arbeitgeber Malaga und ist damit wohl in bleibender Erinnerung geblieben. Er ist ein extrem gefährlicher Schütze aus der 3er-Distanz (43,3% im Eurocup, in den letzten Jahren immer zwischen 42-45%), der in der Liga (32%) in dieser Saison jedoch das Visier noch nicht richtig scharf gestellt hat. Vor allem hat er in der crunch time absolut keine Angst davor, den alles entscheidenden Wurf zu nehmen. Er ist in Malaga nicht die erste Scoring option, nimmt weniger als 5 Würfe im Spiel, strahlt aber immer Gefahr aus und beschäftigt die gegnerische Defense. Eine noch etwas kleinere Rolle im Team spielt Dani Diez im Team. Mit 25 Jahren hat er inzwischen den Sprung vom Talent zum sehr soliden Rollenspieler geschafft. Er durchlief alle U-Nationalmannschaften der letzten Jahre und gehörte fast immer zu den besten Spielern der Europameisterschaften. Mit schon 18 Jahren gab er sein Debüt in der ACB, beim renommierten adidas Eurocamp in Treviso wurde er zum besten small forward des Turniers gewählt. Nachdem er bei einem kleineren Team (San Sebastian) 2015 zum besten jungen Spieler der ACB gewählt wurde, war er bereit für den Schritt zu einem Top-Team, d.h. nach Malaga. Seine für einen small forward ordentliche Länge von 2,03 m ermöglichen ihm, über kleinere Gegenspieler von aussen zu werfen, dank langer Arme und schneller Füße ist er ein guter Verteidiger auch am Zonenrand. Er hat immer noch eine Menge Potenzial für Verbesserungen.

Der Frontcourt der Andalusier ist das „Sahnestück“ des Kaders. Die Centerposition teilen sich ein zweifacher Euroleague-Champ und ein französischer Nationalspieler. Damit kann der Coach auf nahezu alle Situationen reagieren. Der georgische Nationalspieler Giorgi Shermadini (29) bringt mit seinen 2,17 m unglaubliche Länge in den Frontcourt und wenn er den Ball in Korbnähe bekommt, ist er meist drin. Im Eurocup sogar mit der besten 2er-Quote aller Spieler (74%). Nach dem verletzten Fernandez ist er der zweit-effektivste Spieler und mit 5 Rebounds der beste Rebounder. Nahezu gleich viele Rebounds holt der aus dem Südsee-Paradies Martinique stammende Mathias Lessort (23), obwohl er 12 cm kleiner als Shermadini ist. Das macht er mit Sprungkraft und Dynamik wett. Ein sog. „hustle player“ mit jeder Menge Energie. Er ist der drittbeste Shot Blocker der spanischen Liga und zieht mit seiner Spielweise die viert-meisten Fouls in der ACB (in den Eurocup Top16 sogar die meisten). Ein sehr ungleiches Center-Duo, dass sich aber sehr gut ergänzt. Der dritte Center, der 2,14 m große und erst 21 Jahre alte Kongolese Viny Okouo, kommt noch nicht über Kurzeinsätze hinaus.

Sehr unterschiedliche Spielerprofile findet man auch auf der großen Forward-Position. Zum einen ist da der talentierte kanadische Nationalspieler Kyle Wiltjer (26), der ein moderner sog. „Stretch Four“ ist und sich über seinen guten Wurf definiert. Im letzten Jahr konnte er sich beim Euroleague-Team Olympiacos Pyräus noch nicht durchsetzen, das sieht in diesem Jahr in Malaga schon deutlich anders aus. Er ist der zweitbeste Scorer der Malaguensos und kann aus allen Distanzen effizient treffen. Ganz anders ist der Spanier Carlos Suárez (32), der seit 2013 in Malaga spielt und somit schon fast zum Inventar gehört. Der kräftigere Suárez, der seine Karriere wie so viele spanische Talente beim „Ausbildungsclub“ Estudiantes begann und von dort für vier Jahre zum reichen Stadtrivalen Real wechselte, ist trotz nur 18 Minuten Einsatzzeit der beste Rebounder Malagas im Eurocup. Der dienstälteste Spieler in den Reihen der Andalusier überzeugt durch sein mannschaftsdienliches und effektives Spiel. In keiner Statistik ganz vorne, so ist er doch der zweit-effektivste Spieler des Teams in der Liga.  

Die heimische Spielstätte, der Palacio de Deportes José María Martín Carpena, mit einem Fassungsvermögen von knapp 11.000 Zuschauern ist im Eurocup nicht mal zur Hälfte gefüllt. Die ca. 5.000 Zuschauer veranstalten jedoch eine Menge Lärm; die für den Süden Spaniens bei Basketballspielen so typische Blaskapelle inklusive. Zudem sind die „Aficionados“ reisefreudig, der Club organisiert auch immer wieder europäische Auswärtsfahrten für seine Fans. Sicher auch zum Spiel in Berlin. 

 

 

Am Dienstag Abend wird Baloncesto Malaga der Rekordgegner von Alba Berlin sein. Nur gegen eine handvoll Teams hat Alba Berlin so gespielt wie gegen Malaga, genauer gesagt gegen Benetton Treviso, ZSKA Moskau, Real Madrid, FC Barcelona und Maccabi Tel Aviv, gegen alle 12 Mal, am Dienstag ist  es dann das 13. Aufeinandertreffen gegen die Andalusier. Den 8 Niederlagen gegen Malaga stehen bisher 4 Siege gegenüber, von den letzten 10 Spielen hat Malaga 8 gewonnen, so auch beide Spiele in der Saison 2016-17. Beim Spiel in Berlin war Dragan Milosavljevic mit 22 Punkten der beste „Albatros“ bei der 69-77 Niederlage, aber der hat ja inzwischen die Seiten gewechselt. Das Rückspiel konnten die Berliner beim 77-83 auch dank 18 Punkten von Peyton Siva knapper gestalten, aber knapp 54% Dreierquote bei Malaga waren einfach zu gut, um zu gewinnen. An einen Sieg gegen Malaga kann sich von den aktuellen Alba-Spielern nur noch Niels Giffey erinnern, in der Saison 2014/15 gab es einen knappen 79-78 Erfolg in der Euroleague. Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an den layup von Reggie Redding eine Sekunde vor dem Abpfiff.

Erfolg beim letzten Duell dank Reggie Redding; Foto: (c) Eurocup
Erfolg in der Euroleague dank Reggie Redding; Foto: (c) Eurocup

 

Unicaja Malaga dürfte nun der schwerste Gegner für Alba Berlin im Eurocup sein. Die Spanier haben nicht den einen großen Star, sondern leben von ihrer Ausgeglichenheit. Sowohl in der Liga als auch im Eurocup spielen sie eine große Rotation, oft genug mit gleich 11 Spielern über 10 Minuten Einsatzzeit, selten einer mit mehr als 25 Minuten. Malaga kann sich dabei zwar auch auf eine gute Verteidigung verlassen, im Wesentlichen versuchen sie aber die Spiele über die Offense zu gewinnen. Sie erzielen die dritt-meisten Punkte der ACB, kassieren aber auch die dritt-meisten. Sie haben die dritt-beste Zweier- und zweit-beste Dreierquote und sind bei den Assists weit vorn. Trotz bärenstarkem Frontcourt holen sie als Team mit die wenigsten Rebounds der Liga. Sie haben jede Menge Spieler, die mal ein Spiel individuell gewinnen können, im Normalfall gewinnen sie aber über gutes Teamplay. Nur wenige Spieler Malagas tauchen bei individuellen Statistiken unter den Top15 der ACB auf, die Verantwortung ist breit gestreut, was das Team schwer ausrechenbar macht. Vor allem konnte Malaga sich besser und stabiler einspielen; in der Liga haben 7 Spieler alle Spiele mitgemacht, im Eurocup 8 Spieler (bei Alba waren Giedraitis, Giffey und Sikma an allen Spielen beteiligt.

Aber natürlich ist Malaga auch nicht unschlagbar, im Eurocup gewannen sie sogar ein Spiel weniger als die Berliner und in der – zweifellos stärkeren – ACB stehen sie mit 13 Siegen und 8 Niederlagen da. Am Sonntag kassierten sie bei Baskonia Vitoria 112 Gegenpunkte (bei 95 eigenen); um es mal vorsichtig auszudrücken: Völlig unüberwindbar ist ihre Defense nicht gerade. Es treffen mit Berlin und Malaga die beiden offensivstärksten Teams des Eurocups aufeinander. Eigentlich liegt den Berlinern ein offensivstarkes Team eher, als eines, das sich über die Defense definiert. Für einen Sieg ist Alba auf eine gute Quote aus der Distanz angewiesen, direkt am Korb wird es gegen Lessort und Shermadini schwer, zumal der Berliner Frontcourt in den letzten Spielen nicht nur geglänzt hat. Die gute, alte Max-Schmeling-Halle hat viele große Siege von Alba Berlin gesehen, am Dienstag wäre es mal wieder Zeit dafür. Gegen Malaga eine schwere, aber nicht unrealistische Aufgabe! 

Auf geht’s Alba kämpfen und siegen!

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