Ein Monat im Rausch

Am Sonntag fängt es wieder an: Kribbeln im Magen auf dem Weg zur Halle. Man trifft sich früher als üblich mit seinen Kollegen und das Wetter spielt auch mit. Indizien, die eindeutig für die entscheidende Saisonphase, den Playoffs, stehen. Vor jedem Tip-Off dann die Anspannung.

Man weiß: jeder Punkt, jeder Assist, Steal oder Rebound ist wichtig. Selbst die größtenteils eher ruhigen Fans auf der Haupttribüne wirken motivierter als sonst. Jeder Sieg zählt und führt zum nächsten Schritt auf dem Weg zum Titel. Jede Niederlage wirft den bedrohliche Schatten einer quälend langen Offseason voraus.

Und dann waren da die vergangen Playoffs. Nach einer enttäuschenden regulären Saison, gefüllt mit unglaublichen Niederlagen, hoher Spielerfluktuation und einer Trainerentlassung, wurde einem wieder bewusst, weswegen man diese Sportart und diesen Verein liebt. Aus dem Nichts war sie auf einmal da, die Chance den Titel heim zu holen. 90 Sekunden trennten den Verein und die Fans vom Titel. Eine Hand war schon an der Trophäe und ausgerechnet in der Halle des Erzrivalen, hätte eine völlig verrückte Saison mit der Meisterschaft gekrönt werden können. Das es am Ende nicht klappte war schmerzhaft und hat letztendlich doch irgendwie zur Saison gepasst. Doch diese nervenaufreibende Finalserie hat auch gezeigt, dass man eine Vizemeisterschaft gebührend feiern kann und dass Berliner Fans nicht nur erfolgsverwöhnt sind, sondern auch Einsatz, Leidenschaft und Emotionen gebührend honorieren können.

Vorrausgegangen waren verrückte Serien, die jeweils über volle Distanz gingen. Man erinnert sich an Stunden im Bus, bei Junkfood und wenig Schlaf. Immer wenn die Mannschaft eine Serie sicher in der Tasche zu haben schien, überraschte sie im Anschluss mit aberwitzigen Niederlagen. Kaum eine Endrunde zerrte wohl so an den Nerven und bereitete gleichzeitig so viel Freude, wie die vergangene.

Und was kann man von den Playoffs 2012 erwarten?

Wieder haben wir ein Team, dass einer Wundertüte gleicht. Berauschenden Siege gegen Bayern München oder Bauern Bamberg und Siegesserien plus Tabellenführung folgten unerklärliche Niederlagen gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller und einem enttäuschenden Aus im Pokalviertelfinale. Mit Würzburg wartet auf Alba Berlin ein unangenehmer Gegner im Viertelfinale: Es wird hitzig und vermutlich wenig schön. Doch in den Playoffs zählt nicht das schöne Spiel, spektakuläre Alley Oops oder No-Look Pässe . Die Begegnungen werden über den Einsatz und den Kampf und meistens über die Defense entschieden. Wenn sich ein Team nicht gerade in einem Rausch spielt, kann man auch keine großen spielerischen Entwicklungen erwarten. Die Frage ist demnach welches Team die Anweisungen seiner Trainer am besten umsetzen kann? Hat Headcoach Gordon Herbert noch einen Ass im Ärmel? Ist die Mannschaft pünktlich zur entscheidenden Phase auf den Punkt topfit? Wird DaShaun Wood Alba zur Meisterschaft führen? Welcher Spieler wird der X-Factor für ALBA in den Playoffs?

Eine erste Antwort erhalten wir diesen Sonntag…Playoffs sind geil!

Alba Berlin-s. Oliver Baskets Würzburg

6.5.2012, 18:00 Uhr- o2-World

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