Der erste neue Spieler: Peyton Siva wechselt zu Alba Berlin

Credit to: Gina Collecchia
Alba Berlins neuer Point Guard: Peyton Siva

Alba Berlin ist in dieser Off-Season in Punkto Spieler erstmals aktiv geworden und hat Peyton Siva verpflichtet. Der 25-Jährige erhält einen 2-Jahresvertrag und wird als Aufbauspieler das Team der Berliner in der Saison 2016/17 und 2017/18 dirigieren.

Wer ist Peyton Siva?

Peyton Robert Siva Junior wurde am 20. Oktober 1990 in Seattle, USA, geboren. Der Point Guard wuchs in einer schweren Umgebung auf und musste schnell lernen, Verantwortung zu übernehmen. Mit gerade mal 14 Jahren hielt Siva seinen drogenabhängigen Vater davon ab, Selbstmord zu begehen. Das Umfeld und seine Familie waren von Gangs, Gewalt und Drogendealern geprägt, für den heute 25-Jährigen blieb als einzige Ausflucht der Sport.  ESPN brachte im Jahr 2012 ein lesenswertes Portrait zu Sivas Werdegang heraus: The ascent from deuce-8.

Bereits an der High-School galt der US-Amerikaner als eines der interessantesten Talente, zum Star wurde er allerdings während seiner vierjährigen College-Zeit. An der University of Louisville wurde er zu prägenden Figur des Teams, nachdem er in im zweiten Jahr in die starting Five rückte. In seiner dritten Spielzeit gelang Siva der endgültige Durchbruch, nachdem sein damaliger Headcoach Rick Pitino ihm einbläute sich mehr auf die Schule und Basketball zu konzentrieren. Als krönender Abschluss seiner College-Zeit holte Siva mit seinem Team die NCAA-Meisterschaft. Im Finale gelangen im 18 Punkte und 4 Steals.

Anschließend wurde der 25-Jährige in der zweiten Runde von den Detroit Pistons gedrafted, kam dort jedoch nicht über die Reservistenrolle hinaus und wurde zwischenzeitlich auch in der D-League geparkt. Nach nur einem Jahr wurde sein Vertrag aufgelöst. Auch bei den Orlando Magic erhielt Siva nur einen Kurzzeitvertrag, sodass seine NBA-Zeit nach zwei Jahren beendet wurde. Zur Saison 2015-2016 folgte der Wechsel nach Italien, zu JuveCaserta (das ist der Verein, gegen den Alba vor 6 Jahren im Eurocup spielte und im Anschluss die Reise-Odyssee zurück nach Deutschland erlebte). Bei den Italienern avancierte Siva mit 13,3 Punkten zum erfolgreichsten Scorer. Er spielte die meisten Assists (6,5) und klaute die meisten Bälle (2,0) der italienischen Liga. Allerdings sorgte er auch für die meisten Ballverluste im Team (3,3).

 Stärken und Schwächen

Zunächst einmal zum Charakterlichen. Obwohl er durchaus als Borderline-NBA-Spieler betrachtet werden könnte, scheinen Starallüren für Siva fremd zu sein. Immer wieder wird er als hilfsbereiter Mensch beschrieben, obwohl er bereits zu College-Zeiten ein Star wurde. Seine schwierige Vergangenheit hat den Guard offenbar sehr früh reifen lassen. In Interviews mit italienischen Zeitungen zeigte sich Siva als offener, interessierter Mensch. Übrigens hat ihn in der italienischen Liga ex-Albatros David Logan am meisten beeindruckt.

Auf dem Feld gilt Siva – trotz seiner nur 1,83 Meter Körpergröße – als besonders athletischer Spieler. Bei Youtube findet man schnell einige Videos zu seinen Dunking-Fähigkeiten. In der Defensive nutzt er diese Attribute aus, indem er aggressiv den ballführenden Spieler unter Druck setzen kann. Hört sich eigentlich nach einem Spieler für Sasa Obradovic an. Der US-Amerikaner kann so auch seine physische Unterlegenheit kaschieren. Im Angriff kann Siva mit seinem schnellen Antritt gut den Korb attackieren und aus Pick and Roll Situationen für seine Mitspieler kreieren. Seine Passfähigkeiten wurden in der Vergangenheit öfters gelobt.

Eine Schwäche, die Siva schon seine komplette Karriere begleitet, ist sein fehlender Distanzwurf. Seine Quoten außerhalb der Dreierlinie lagen oft bei unter 30%, sowohl aus dem Dribbling, als auch bei Catch-and-Shoot Situationen gilt sein Wurf als sehr wacklig. Siva braucht den Ball in seinen Händen, um im Angriff effektiv zu sein. Auch seine Turnover-Zahlen fallen öfters mal hoch aus, in Caserta benötigte der Guard allerdings auch etwas Zeit, um sich an die europäische Spielweise anzupassen. Die Fans von Caserta bedauern den Abgang des Guards, der sich offenbar schnell in die Herzen der heißblütigen Tifosi spielte.

Kein Trainer? Kein Problem?

Die Verpflichtung von Siva sickerte bereits deutlich vor der Verpflichtung von Ahmet Caki durch. Für gewöhnlich gilt die Devise, dass ein Spieler nicht gegen den Willen des Trainers verpflichtet wird. Das lässt zwei Möglichkeiten offen; entweder Alba Berlin hatte bereits mit Caki  die Siva-Verpflichtung abgesprochen  oder aber Alba folgt, trotz Obradovics Abgang, weiterhin eine bestimmte Philosophie, an die sich der zukünftige Trainer anpassen muss. Da würde Peyton Siva ins Beuteschema passen: Jung, entwicklungsfähig, defensivstark. Beim Pointguard ist dies aber keine leichte Entscheidung, da er als verlängerter Arm des Coaches fungiert. Man kann also gespannt auf die nächsten Tage und Wochen sein.

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