Das Sorgenkind

Eines kann der Berliner immer noch am besten: meckern! Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass trotzt der aktuellen Siegesserie die Alba-Fans nun wieder über ein Thema diskutieren, welches im Verlauf der letzten zwei Jahre stets aktuell war: Lucca Staiger. Vor knapp zwei Jahren verließ der 23-Jährige in einer Nacht-und-Nebel Aktion sein College Iowa State und unterschrieb einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2011/2012. Nachdem Staiger in seiner ersten (halben) Saison so gut wie nie zum Zuge kam, war die Besorgnis noch nicht so groß: niemand erwartete, dass ein so junger Spieler sich mitten in der Saison entscheidende Spielanteile verschaffen könnte, insbesondere nicht in einem Team, dessen Hierarchie klar strukturiert war und um die Eurocup-Krone kämpfte. Staiger war eine Verpflichtung für die Zukunft und hatte im Vorjahr bei der Europameisterschaft in Polen angedeutet, welches Potenzial und Talent er besitzt. Erst in den zukünftigen Spielzeiten sollte der Youngster sich fest in die Rotation spielen…so zumindest schien der Plan zu lauten.

Stagnation

Die Realität sah in der ersten kompletten Saison im Alba-Dress für den Schwaben aber anders aus: wenig Spielzeit und fehlendes Vertrauen von Headcoach Luka Pavicevic prägten das Gesamtbild. Die Vertragsverlängerung bis zum Saisonende von Bryce Taylor wurde ebenfalls als mangelndes Vertrauen seitens des Serben in Lucca Staiger interpretiert. Oft wurde der Distanzschütze eingewechselt und für kleine Fehler sofort wieder vom Feld geholt. Seitens des Berliner Publikums sorgte dies stets für Unmut und so wurden oft aufmunternde Sprechchöre für den Spieler angestimmt. Doch auch vom Trainerwechsel zu Muli Katzurin konnte Staiger nicht wirklich profitieren, dabei wurden die Karten bei dem neuen Headcoach für viele Spieler neu gemischt und es bot sich damit auch die Chance, sich neu anzubieten. Dachte man noch, Staiger spielte unter Pavicevic nicht, weil dem Serben generell fehlende Akzeptanz in jungen Deutschen Spielern nachgesagt wurde, kam mit Muli Katzurin die ersten Zweifel auf, ob nun vielleicht auch Staiger ein Teil des Problems sei. Schlechte Verteidung und nicht vorhandende Alternativen zum Distanzwurf in der Offensive galten, und gelten immer noch, als die größten Kritikpunkte in Staigers Spiel. Die Stagnation in der Entwicklung und der Spielzeit (im Alba-Trikot und bei der Nationalmannschaft) ließen auch Gedanken aufkeimen, ob Staiger sich nicht auf sein Talent ausruhe.

Same procedure as last year ? Same procedure as every year!

Mit der Ankunft von Gordon Herbert war man gespannt, was der Motivationskünstler aus dem „ewigen Talent“ machen könne. Dadurch, dass auf der Flügelposition die Karten ebenfalls neu gemischt wurden, war nun die Chance für Lucca da, einen Neuanfang zu starten. Diese bekam er auch promt als Starter in der Euroleague-Qualifikation: gleich beim ersten Spiel überzeugte der 23-Jährige mit 15 Punkten in 27 Minuten!  Auch in den kommenden Spielen bekam er reichlich Einsatzzeit. Doch wie gewonnen, so zerronnen: Aufgrund der ausbleibenden Erfolge des Teams sah sich Gordon Herbert gezwungen eine Änderung in der Rotation vorzunehmen. Als Konsequenz findet sich der Youngster nun wieder am Ende der Bank wieder.

Gordon Herbert sieht in Staiger einen „Jungen Spieler mit Talent und Potential“ der aber aufgrund der aktuellen Siegesserie und der guten Form von Kyle Weaver, Bryce Taylor und insbesondere Marko Simonovic kaum eine Chance auf Spielzeit hat.

Auf eigenen Wunsch debütierte der gebürtige Schwabe am vergangen Samstag in der ProB gegen Wulfen. „Es hat Spaß gemacht endlich wieder zu spielen und auch Verantwortung zu übernehmen. Wenn sich die Chance ergibt, werde ich auch weitere Spiele für die zweite Mannschaft absolvieren“. Das die aktuelle Situation den Spieler nicht glücklich macht, merkt man ihm an: „Aber ich muss positiv bleiben und auf meine Chance warten“. Chancen, die er bei Herbert, nach eigener Aussage, anscheinend höher einschätzt als bei dessen Vorgängern.

Auch der Kanadier weiß um die Unzufriedenheit seines Spielers: „ Er arbeitet hart auch an seiner Defense, er muss nur Geduldig bleiben und auf seine Gelegenheit warten. If he wasn’t disappointed, something would be wrong“.

Und so bleibt Lucca Staiger nichts weiter übrig als an sich zu arbeiten, in der Hoffnung doch noch in die Rotation zu rutschen. Andererseits bleibt nur noch die Option,  mal wieder einen Neuanfang bei einem anderen Coach zu wagen: dann aber in der kommenden Saison bei einem anderen Team.

5 Gedanken zu „Das Sorgenkind“

  1. so überragend hat er in der Pro-B aber auch nicht gespielt, man hat potential gesehen, aber er meinte das wird ein selbstläufer, dass er die einfach mal wegbombt.. schlechte entscheidungen getroffen und irgendwelche notpässe

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