Bye bye und Danke, Jan!

Jan-Hendrik Jagla
Jan-Hendrik Jagla

Zur Saison 2013/14 wechselte der Berliner Junge Jan-Hendrik Jagla (33) wieder in seine Heimatstadt. Für viele war damit ein Kreis geschlossen, viele erwarteten, daß Jagla seine ereignisreiche Karriere dort beenden würde, wo sie 1988 als Steppke bei TuS Neukölln begann, nämlich in Berlin, genauer gesagt bei ALBA Berlin. Doch es kommt nun anders; lt. B.Z. Berlin nimmt Jagla Albas Angebot für die Saison 2014/15 nicht an und wechselt zum Karriere-Ende voraussichtlich noch einmal in den Süden, nach Istanbul (Jagla verlässt Alba, Istanbul BB ist heiß auf ihn) Wir sagen „Danke, Jan“ für eine letztjährige Saison, die verhalten begann und in den Playoffs furios endete. Gerade in diesen Playoffs schlug die große Stunde der alten Männer, da zeigte sich der Wert von Sven Schultze und eben Jan-Hendrik Jagla in besonderem Maße. Gerade in der Viertelfinalserie gegen Ulm und da speziell beim Spiel in der Max-Schmeling-Halle überzeugte Jagla neben Schultze mit Einsatz, Willen und Cleverness. Sein Wert bestand nicht nur in statistisch messbaren Werten, welche jedoch auch in den Playoffs signifikant anstiegen. Die Erfahrung und Emotionalität der „elder statesmen“ Sven und Jan in der „fünften Basketball-Jahreszeit“, den Playoffs, hatte großen Anteil daran, daß Alba es bis ins Finale um die deutsche Meisterschaft schaffte. Auch in der kommenden Saison hätte ein erfahrener Spieler wie Jagla einem immer noch recht unerfahrenen Team wie Alba Berlin gut getan, aber der türkische Konkurrent hat wohl ein besseres Angebot als Alba machen können.

Nun endet eine an highlights reiche Karriere doch nicht in Berlin, der Kreis Berlin – Europa – Berlin schließt sich also nicht. Was wie gesagt 1988, also vor mehr als eine viertel Jahrhundert, in Neukölln begann, führte Jan durch halb Europa, in vielen bedeutenden Ligen wie z.B. in Spanien, Griechenland, Polen, natürlich Deutschland und nicht zuletzt in der Türkei, wo es ihn nun wieder hinverschlägt, wurden Jans Leistungen geschätzt. In seiner Karriere gewann er den ULEB-Cup, den spanischen Pokal und die polnische Meisterschaft.

Ein Jahrzehnt gehörte Jan-Hendrik Jagla auch zum festen Kern der deutschen Nationalmannschaft und bestritt 141 Länderspiele, genauso viele wie Dirk Nowitzki, und gehört mit dieser Anzahl an Länderspielen zu den Top10 der deutschen Basketball-Nationalmannschaft. Jagla spielte für die deutschen Adler bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen.

Nun heisst es Abschied von einem Spieler zu nehmen, der generell einer der zurückhaltenderen war, aber sich durchaus nicht scheute, auch mal Klartext zu reden, z.B. kritische Worte zur Entwicklung der BBL zu einer amerikanisch geprägten besseren College-Liga mit schlechten Chancen für deutsche Spieler, was ihm vielfach als Arroganz ausgelegt wurde, im Kern aber sicher nicht ganz unberechtigt war.

Wir wünschen Jan alles Gute für seine Zukunft und viel Erfolg.

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