Battle: Taktische Gedanken über die letzten beiden Verpflichtungen

Was passt besser ins Konzept? SF+C oder PF+C
Taktische Frage: SF+C oder PF+C?

Alba Berlin wird noch zwei (ausländische) Spieler verpflichten und dann mit einem doch relativ tiefen 11er Kader plus Doppellizenz-Spieler in die Saison 2016/17 starten. Die Frage, die wir uns stellen – und über die wir uns nicht einig werden – ist, für welche Positionen diese beiden Spieler noch verpflichtet werden sollten. Einigkeit herrscht über den doch ziemlich offensichtlichen Fakt, dass noch mindestens ein Spieler für den Frontcourt kommen muss, bei der letzten Position scheiden sich die Geister.  Ob man mit dem letzten Spieler den back court oder den front court verstärken sollte, ist die entscheidende Frage. Für beide Positionen gibt es (hoffentlich) gute Argumente. Wir starten deshalb ein kleines verbales oder besser gesagt geschriebenes battle. Am Ende könnt ihr abstimmen, welchem Ansatz ihr eher folgen würdet …

Back court stärken

Nach aktuellem Stand besteht der back court von Alba für die kommende Saison aus:

  • Peyton Siva – 25 – PG – 1,83
  • Ismet Akpinar – 21 – PG/SG – 1,90
  • Engin Atsür – 32 – PG/SG – 1,93
  • Akeem Vargas – 26 – SG – 1,92
  • Dragan Milosavljevic – 27 – SG/SF – 1,98
  • Niels Giffey – 25 – SF – 2,00
  • (Ferdinand Zylka – 18 – SG – 1,87)

Alba Berlin hat es in der vergangenen Saison an allerlei gemangelt: Konstanz, Spielorganisation, Cleverness. Entsprechend macht sich der Kaderumbruch besonders auf den Guard-Positionen bemerkbar, mit Peyton Siva und Engin Atsür werden zwei neue Spieler in Zukunft das Spiel lenken. Dazu darf man Ismet Akpinar einen weiteren Schritt zutrauen, der 21-Jährige wird sich vermutlich weitere Spielminuten erkämpfen und ein bedeutender Teil der Rotation werden. Auf den kleinen Flügelpositionen bleiben mit Dragan Milosavljevic, Akeem Vargas und Niels Giffey ein paar bekannte Gesichter. Etwas würde dem back court aber für meine Begriffe noch gut tun: ein verlässlicher Distanzschütze, der die gegnerische Verteidigung auseinander ziehen kann.

Weder Siva, noch Atsür erfüllen diese Anforderungen. Beide sind solide Werfer, erster ist aber eher mit dem Ball in der Hand effektiv und kein ausgewiesener Spot-Up Schütze. Ismet Akpinar könnte in diese Rolle hineinwachsen, doch auch er ist eher ein Guard, der aus dem Dribbling für sich kreiert.  Selbiges gilt auch für Dragan Milosavljevic als small forward. Bleiben noch Vargas und Giffey: beide haben eine schwere Saison hinter sich. Vargas ist ein Spezialist, wird aber wohl kein reiner Shooter mehr, Giffey muss nach seiner schwierigen Verletzung auch erstmal wieder seinen Rhythmus finden. Alba hat immer noch die Möglichkeit Alex Kings Vertrag zu verlängern, um die Rotation im front court mit einem deutschen Spieler zu vertiefen. Ich glaube, Alba sollte diesen Spielraum ausnutzen, um einen weiteren Shooting Guard zu verpflichten.

Ein Spielertyp wie David Logan oder Mike Penberthy wären eine echte Bereicherung, gerade weil der aktuelle Kader ziemlich variabel aufgebaut ist und eventuelle Schwächen eines solchen Neuzugangs (wie: fehlende Größe, mangelnde Defense oder schlechtes Ballhandling/fehlender Basketball-IQ) gut auffangen könnte. Von einem weiteren shooting guard könnte die komplette Mannschaft profitieren.

Front court stärken

Nach aktuellem Stand besteht der front court von Alba für die kommende Saison aus:

  • Elmedin Kikanovic – 28 – PF/C* – 2,10 m
  • Brandon Ashley – 22 – SF/PF* – 2,01 m
  • Bogdan Radosavljevic – 23 – C* – 2,13 m
  • (Robert Glöckner – 20 – PF* – 2,02 m – DL**)
    * – Angaben Alba Berlin, ** – Doppellizenz

Es ist klar, dass Alba diesem sehr jungen front court noch Länge und Erfahrung zufügen muss. Ein Spieler für den front court wird noch kommen, aber ich bin der Meinung, dass ein Spieler allein nicht das leisten können wird, was aktuell dem Alba-Kader noch fehlt. Deshalb plädiere ich für einen weiteren Spieler im front court. Bogdan Radosavljevic ist vor wenigen Tagen 23 Jahre alt geworden, Brandon Ashley 22. Center sind oft erst mit Ende 20 auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit, beide Alba-Spieler haben noch ein gutes Stück Weg zu gehen und Erfahrung zu sammeln. Alle drei haben einen ordentlichen bis guten Wurf aus der Mitteldistanz und können sogar mal Dreier einnetzen, was jedoch fehlt, ist Masse und Durchsetzungsvermögen, um direkt am gegnerischen Brett zu scoren und am eigenen die richtig dicken gegnerischen Brocken genau daran zu hindern.

Ganz allgemein betrachtet haben sich in den letzten Jahren die Anforderungen an Big Man enorm erhöht, lange vorbei sind die Zeiten, wo Jovo Stanojevic Position einnehmen, auf den Ball warten und den dann in den Korb drücken konnte. Heute muss ein Spieler im front court körperlich aber auch mental sehr beweglich sein, viel laufen, Blöcke stellen, rollen, am Perimeter helfen, hedgen, unter dem Korb ausboxen usw. Die physischen Anforderungen sind einfach stark gestiegen. Dabei darf man nicht vergessen, dass ein Big Man viel Gewicht bewegen muss und auch viele Muskeln hat, die viel Energie verbrauchen. Viele Wechsel im front court sind im modernen Basketball üblich. Zudem wartet im Erfolgsfall eine Saison mit knapp 70 Spielen auf Alba. Vor diesen Hintergründen führt kein Weg an einer echten 5er-Rotation im Frontcourt vorbei! Den siebten Spot im back court kann gut Ferdinand Zylka einnehmen, denn der kann – bei allen sonstigen Defiziten – werfen, werfen, werfen! Und treffen!

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