ALBA vs Dallas Mavericks oder das ist immer noch unser Haus!

Alba Berlin verliert das Freundschaftsspiel gegen die Dallas Mavericks in der ausverkauften O2-World mit 84-89. Nach einer engen, umkämpften Partie, die keinen Klassenunterschied erkennen lies, musste sich Alba Berlin dem  NBA-Champion von 2011 erst in den Schlußsekunden geschlagen geben. Eine Sternstunde beim „Heimspiel“ von Dirk Nowitzki blieb allerdings aus . Der Deutsche Ausnahmespieler, der vom Publikum durchgehend frenetisch gefeiert wurde, kam am Ende nur auf 8 Punkte.

Knappe sechs Monate sei sie nun her, die letzte Partie von Nowitzki, beim Playoff-Aus gegen die Oklahoma Thunder,eine lange Zeit, befand Dirk Nowitzki. Doch 26 Turnover seien selbst für ein NBA-Team mit nur einer Woche Trainingscamp und neuer Zusammensetzung zu viel. Hier waren sich Nowitzki und Rick Carlise, der Trainer der Dallas Mavericks einig. Besonders im ersten Viertel konnte ALBA die Texaner durch harte, aggressive Defense zu Turnovern und überhasstesteten Abschlüssen zwingen. Ganze neun Ballverluste standen nach dem ersten Viertel bereits zu Buche und so musste Carlise nach dem Spiel den Berlinern attestieren, dass Sie weitgehend das Spiel bestimmt und mit einem guten Gameplan den Mavericks das Leben schwer gemacht hatten.

Das ist immer noch unser Haus !

Nach einem herzlichem Empfang des Berliner Publikums, mit Sonderapplaus für NBA-Veteran Vince Carter und Dirk Nowitzki, der sich unter tosendem Applaus für das Kommen der 14.504 Zuschauer bedankte, war es auch an Sven Schulze ein paar Worte an das Publikum zu richten. Sichtlich aufgeregt sprach der Publikumsliebling davon, welch Ehre es doch sei, als erstes Deutsches Team gegen ein NBA-Team zu spielen und wie schöne es doch sei „eine der besten Ligen der Welt“, die NBA, zu Gast zu haben. Dass Alba sich allerdings nicht kampflos ergeben würde machte Schulze in den nächsten Sätzen klar. Mittlerweile hatte der Routnier wieder die gewohnte Selbstsicherheit gefunden und hob hervor, dass es doch wunderbar sei, dass auch sein guter Freund Dirk mal zu der Ehre komme in Berlin zu spielen. Das Publikum raunte, woraufhin der gebürtige Bamberger noch ergänzte: Das ist immer noch unser Haus !

ALBA Berlin gewinnt das erste Viertel gegen die Mavs

Im Anschluss hatten beide Teams zu Beginn des ersten Viertels Probleme ins Spiel zu finden. Nach einigen Ballverlusten auf beiden Seiten eröffnete dann aber Chris Kaman das Scoreboard mit einem Jumper aus der Mitteldistanz. Alba hielt aber von Anfang an ohne Respekt oder Berührungsängste dagegen und antwortete sogleich mit einem Dreier von Vule Avdalovic, der insgesamt auf 13 Punkte kam.

Nach vier Minuten dann die erste Aktion von Dirk Nowitzki, der mit seinem Signature Move, dem Fadeaway, dieses Mal gegen zwei Gegenspieler, seine ersten zwei von insgesamt acht Punkte erzielte. In der Folge erspielte sich Dallas einen leichten Vorsprung, konnte sich aber nicht wirklich absetzen. Vor allen Dingen Vince Carter, zeigte sich treffsicher von der Dreipunktelinie.

Dass Sasa Obradovic mit dem Begriff  „Friendly“, wie David Stern das Spiel vor dem Tip-Off bezeichnete wenig anfangen konnte zeigte sich bereits im ersten Viertel, als man den engagierten Serben, das erste Mal meterweit, gestikulierend auf dem Feld stehend wahrnahm.

Die lautstarke Ermahnung von Coach Obradovic schien jedenfalls Wirkung zu zeigen. Alba konnte sich in der Folge frei spielen und mit einem 7-0 Run das 1.Viertel noch für sich entscheiden.

Deon Thompson lässt es krachen doch die Mavs ziehen davon

Auch im zweiten Viertel zeigten die Albatrosse wenig Respekt und so war es an diesem Abend Deon Thompson vorbehalten für die ersten spektakulären Punkte in diesem Spiel zu sorgen. Mit zwei aufeinander folgenden Dunkings versetzte der US-Amerikaner, die ALBA-Anhänger in Ekstase. Zwischenzeitlich konnten sich die Spieler in Gelb sogar auf sechs Punkte absetzen, bevor Vince Carter Dallas mit seinem dritten Dreier wieder ins Spiel brachte.

Doch Alba lies nicht locker und zog durch einen Layout von Dashaun Wood erneut auf fünf Punkte weg und eine Sensation lag zu diesem Zeitpunkt in der Luft. Im anschließenden Timeout gab es nochmal einen donnernden Applaus für die erste deutsche NBA-Legende Detlef Schrempf, der mit Peja Stojakovic als NBA-Legende geehrt wurde.

Die zweite NBA-Legende , Dirk Nowitzki, hingegen, glänzte im 2. Viertel nochmal mit Slapstick: Das Publikum raunte schon als der 11-malige All-Star alleine auf den Korb zulief, um sich dann nicht zwischen Slam-Dunk und Korbleger entscheiden zu können und die Mischung aus beiden frei vergab. Später klagte Nowitzki über etwas schwere Beine aufgrund des intensiven Trainingslagers und speziell in dieser Aktion, die er selbst als etwas Peinlich bezeichnete, sei er irgendwie „steckengeblieben“ und musste dann selbst etwas schmunzelnd anzumerken, dass er wahrscheinlich zu alt zum „Dunken “ sei.

Da sich die Berliner zum Ende der Halbzeit einige Schwächen im Abschluss leisteten, konnte die Mavs zur Halbzeit einen Sechs-Punkte Vorsprung aufbauen.

ALBA bleibt dran – Carter weiter von Draußen und Kaman beginnt zu scoren

Das dritte Viertel gehörte dann aber Chris Kaman, der nach einem langsamen Start, wie Coach Carlise analysierte nun anfing seine Stärke im Post auszuspielen und für ALBA nicht mehr zu kontrollieren war. Der Deutsche Nationalspieler erzielte 6 seiner 14 Punkte im dritten Viertel und war mit insgesamt 12 Punkten in Halbzeit 2 Dallas Schlüssel zum Sieg in der O2-World auch wenn das dritte Viertel wieder knapp an Alba ging. Die Sensation war weiter greifbar.

Delonte West schießt Dallas zum Sieg

In das Schlussviertel ging es für Alba also mit einem vier Punkte Rückstand. Dieser blieb auch erstmal bis zum ersten Timeout bestehen. Doch Kaman war weiterhin für die Berliner nicht zu stoppen. Letztendlich kam es zum großen Showdown: Djedovic eroberte bei vier Punkten Rückstand den Ball und lief frei auf den gegnerischen Korb zu. In Reichweite, nur noch Delonte West. Es folgt der Korbleger, den West noch verhindern wollte. Doch Djedovic schloß sicher ab und konnte auch nicht durch Foul gestoppt werden. Albas Neuzugang verwandelte den fälligen Freiwurf und der Rückstand schrumpfte auf einen Punkt.

Im anschließenden Angriff der Mavericks zeigte dann aber West warum er in der NBA spielt. Unbeeindruckt von dem Drei-Punkte Spiel auf der anderen Seite schenkte dann nämlich besagter Delonte West dem euphorisierten, stehdem Publikum den sogenannten Crowd-Pleaser per 3-punkte Wurf ein. Dallas führte wieder mit vier und lies sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Als dann nochmal Nowitzki an die Freiwurflinie durfte hallte es aus einer Ecke der Halle das berühmte „MVP, MVP“ auch wenn dies sicher nicht Dirks und auch nicht Dallas bestes Spiel war, aber schließlich spielte man auch gegen ein starkes Alba-Team, welches in dieser Form in dieser Saison noch einiges erreichen kann.

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