„Alba kicked our ass!“- Berlin ist Weltmeister-Besieger!

In einem unterhaltsamen und spannenden Spiel ist Alba Berlin die mittlere Sensation gelungen: der amtierende Pokalsieger konnte den NBA-Champion in allerletzter Sekunde  94:93 besiegen. Jamel McLean schenkte den Albatrossen mit einem Floater zur Schlusssirene den Sieg. Nur wenige Sekunden zuvor hatten die San Antonio Spurs noch wie der sichere Sieger ausgesehen.Foto: Maximilian Hinse

Starting Five Alba Berlin: Cliff Hammonds, Niels Giffey, Reggie Redding, Alex King, Leon Radosevic

Starting Five San Antonio Spurs: Tony Parker, Danny Green, Kawhi Leonard, Boris Diaw, Tim Duncan

Zumindest im ersten Viertel spielte Coach Greg Popovich mit offenen Karten. Mit Tony Parker, Kawhi Leonard und Tim Duncan starteten drei Stars, die zusätzlich durch die etablierten Green und Diaw verstärkt wurden. Für den ersten Jubelsturm des Abends sorgte jedoch ein Dreier von Alex King. Es sollte zunächst die einzige Führung bleiben. Schnell zeigte sich die individuelle Überlegenheit der Spurs. Besonders Reggie Redding und Leon Radosevic wirkten gegenüber Leonard, bzw. Duncan, körperlich deutlich unterlegen. Offensiv tat sich Alba besonders schwer, im Gegenzug wurde jeder offene Wurf gnadenlos bestraft. Besonders der schnelle Antritt Tony Parkers zeigte die herausragenden Fähigkeiten der Texaner . Nach einer schnellen 6-18 Führung sah sich Sasa Obradovic gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen. Für Popovich die Möglichkeit, seine wichtigsten Spieler vom Feld zu nehmen und etwas zu rotieren. Auch wenn im Anschluss immer noch Hochkaräter wie Marco Belinelli und Manu Ginobili auf dem Feld standen, biss sich Alba plötzlich wieder ins Spiel und konnte den Rückstand Punkt für Punkt verkürzen. Zwar wurde ein buzzer beater Korbleger von Vojdan Stojanovski nicht gezählt, aber mit einem akzeptablen Rückstand von 18:26 gingen beide Teams in die erste Viertelpause.

Auch im zweiten Viertel stellte Popovich immer einige Stars neben Rotationsspielern auf das Feld, die Gastgeber ließen sich davon jedoch nicht beirren und legten insbesondere defensiv noch eine Schippe drauf. So konnte auch Akeem Vargas den gestandenen NBA-Profis mal seine gefürchtete Defense zeigen. Daraus entstehende Fastbreaks und immer mal wieder Dreier brachten Alba bis auf 5 Punkte heran (31:36). Auch 5 Punkte in Serie von Tony Parker konnten die Albatrosse nun nicht mehr aus dem Konzept bringen, konsequent wurde der gegnerische Korb weiter attackiert und der Rückstand 6 Minuten vor der Halbzeitpause erneut verkürzt (35:39). Das begeisterte auch die Zuschauer immer mehr und als Redding einen Dreier zur Führung verwandelte (42-41) brandete erstmals richtig lauter Jubel auf. Die Blöße mit einem Rückstand in die Halbzeitpause zu gehen, wollten sich die Spurs dann doch nicht geben, weshalb bis auf Leonard nach und nach die Starting Five zurück ins Spiel kam und die Führung wieder auf 54-47 ausbaute. Eine kurzweilige, erste Halbzeit ging damit zu Ende, in der vor allem Tony Parker mit 17 Punkten seine ganze Klasse und Schnelligkeit ausspielte.
Auch im dritten Viertel startete der amtierende NBA-Champion vorrangig mit der Starting Five, doch durch diverse Fehlpässe konnte Alba den Rückstand zunächst wieder verkürzen. Im Anschluss wurde das Spiel immer fahriger, es mehrten sich Fehlpässe und Fehlwürfe, zudem entstanden auf beiden Seiten immer wieder Lücken in der Defense. Profitieren konnte davon vorrangig Alba, die knapp 3 Minuten vor der Viertelpause erstmals wieder in Führung gehen konnten (69:68). Im Anschluss probierten die Spurs small ball aus (mit Boris Diaw als größtem Spieler), doch auch damit fand sich Alba zurecht und konnte das Spiel bis zur letzten Viertelpause knapp halten (73-75).

 

Spielte überragend aber vergab die entscheidenden Freiwürfe: Tony Parker
Spielte überragend aber vergab die entscheidenden Freiwürfe: Tony Parker

Auch im letzten Spielabschnitt versuchten die Spurs, mit ihren besten Spielern schnell den Takt anzugeben. Ein Plan, der nur bedingt aufging. Immer wieder mischten sich auf beiden Seiten Konzentrationsfehler und Turnover ein, zudem vergaben die Texaner offene Distanzwürfe. Bei noch 6 zu spielenden Minuten und nur einem Punkt Rückstand (81-82) schien ein Überraschungssieg plötzlich nicht mehr so weit entfernt. Beinahe verspielte Alba die gute Ausgangslage durch schlechte Entscheidungen in der Offensive, doch die Spurs taten ihnen im Gegenzug stets den Gefallen, selbst einfache Würfe zu vergeben. Es reichte jedoch nicht um die Führung zu verlieren . Gerade so! Denn ein Dreier von Alex King, der die Führung bedeutet hätte, wurde abgepfiffen (Schrittfehler ). Ein gellendes Pfeifkonzert entlud sich über die Schiedsrichter! Auch im Anschluss, als Jamel McLean beim Reboundkampf ein Foul gepfiffen bekam. Der nächste Angriff der Spurs endete jedoch in einen Ballverlust, weshalb sich eine Minute vor Schluss für Alba erneut die Chance ergab, in Führung zu gehen. Doch auch diese Möglichkeit konnte nicht genutzt werden. Dadurch schien das Spiel entschieden, insbesondere als Tony Parker an die Freiwurflinie und die Möglichkeit hatte, den Vorsprung auf sechs Punkte zu erhöhen, was wenige Sekunden vor Schluss wohl den sicheren Sieg bedeutet hätte. Offenbar war der Franzose gedanklich noch in der Sommerpause und vergab beide Würfe. Mit einem wilden Dreier aus der Ecke konnte Redding fünf Sekunden vor Schluss den Rückstand auf einen Punkt verkürzen. Und es wurde noch verrückter! Alba schaffte es den Einwurf abzufangen und plötzlich konnte Jamel McLean auf den gegnerischen Korb zulaufen. Der Rest ist Geschichte: Ein Floater mit dem Ablaufen der Sirene brachte Alba im entscheidenden Moment in Führung.

Greg Popovich fasste die Begegnung zum Schluss recht simpel zusammen: „Alba kicked our ass“. Der stets für einen guten Spruch zu habende Trainer hielt eine kurze, unterhaltsame Pressekonferenz ab. Auf die Frage, wann er gemerkt habe, dass Sasa Obradovic es heute ernst meine, guckte „Pop“ den Fragesteller nur verduzt an und sagte: „Gleich von Beginn.Er ist Serbe“.

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