Abschied nehmen von Kranjska Gora

Was soll man sagen? So schnell können fünfeinhalb Tage vergehen. Unser Aufenthalt in Kranjska Gora endete mit dem heutigen Tag. Nun sind wir am Flughafen von Venedig und warten darauf in unsere Maschine einzusteigen, die uns zurück in die Hauptstadt bringt. Wir hatten die Chance die Mannschaft in der ersten gemeinsamen Trainingswoche überhaupt hautnah zu erleben. Wir nehmen, außer einem fetten Sonnenbrand und dem einen oder anderen, durch zahlreiches essen hinzugefügtes Kilo, Eindrücke, Erfahrung und einige Erkenntnisse mit. Doch fangen wir mit der Zusammenfassung des heutigen Tages an….

Die ersten Übungen, bevor es anschließend in den Kraftraum ging

Auch heute klingelte der Wecker um 8 Uhr. Anders als in den letzten Tagen mussten wir uns nicht primär mit Interview-Vorbereitung beschäftigen, sondern mit Koffer packen. Zumindest galt dies für mich. Roy musste noch seinen Tagesbericht vom Vortag fertig schreiben und sich zusätzlich noch für ein Gespräch mit Steven Monse, Joey Ney und Can-Jonathan Kleiner vorbereiten. Hört sich alles ein wenig stressig an aber wir haben es überlebt und das wichtigste ist: Wir haben es pünktlich an das Frühstücksbuffet geschafft! Noch ein letztes Mal die volle Dröhnung Rührei, Speck, Kaffe etc. bevor es dann ein interessantes Gespräch mit den drei Nachwuchsleuten gab. Was die Jungs uns erzählt haben, erfahrt ihr in den nächsten Tagen.

Nachdem im Hotel die letzten Sachen gepackt wurden und wir auschecken konnten, ging es ein letztes Mal in die Sporthalle. Dieses Mal wurde während des Trainings kein einziger Ball angefasst, der Athletiktrainer hatte freie Hand. Wir sind nämlich nicht die einzigen, die heute abgereist sind: Sasa Obradovic machte sich heute auf dem Weg nach Köln. Dort findet ein Treffen der Basketball-Bundesliga statt, an dem Schiedsrichter und Trainer teilnehmen. Der Headcoach wird also für einen Tag nicht bei der Mannschaft sein. Diese durfte sich heute hauptsächlich im Kraftraum abmühen. Währenddessen gab es für Physiotherapeut Philipp eine Unterrichtsstunde basketballerischer Art: Tommy Torwarth gab den Personal-Trainer und erklärte wie man sauber wirft. Falls es im Verlaufe der Saison einen Engpass bei den Guards geben sollte, kann ja vielleicht Philipp dann einspringen…

Steven Monse schuftet im Kraftraum

Nach dem Gewichte stemmen war jedoch noch längst nicht Schluss: die Spieler durften sich, jeder einzelne bewaffnet mit einer Art Pulsmesser, auf dem Weg in das kleine Stadion machen. Konditionstraining in der prallen Mittagssonne. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, doch einige Spieler wie Sven Schultze, nahmen es mit Humor. Unter Anleitung des kleinen Generals Dusko Markovic wurden die Spieler über das Feld gescheucht. Intervalltraining stand an, bedeutet nach einer Sprintphase, folgte immer eine kurze Ruhephase in der gejoggt wurde um den Puls runterzufahren. Besonders DaShaun Wood und Deon Thompson beeindruckten und liefen, selbst nach mehreren Runden, immer noch im sehr hohen Tempo. Thompson hatte sogar Zeit während der ruhigen Laufphase ein paar flapsige Sprüche in Richtung Physiotherapeuten zu machen. Auch Wood nahm sich nach getaner Arbeit heraus, ein wenig vor unseren Kameras zu posieren. Ein verrückter Vogel aber auf eine sympathische Art! Übrigens: Cedevita Zagreb ist vor ein paar Tagen ebenfalls hier eingetroffen. Derzeitiger Verein von Alba-Legende Matej Mamic. Leider wird Matej wohl erst nächste Woche nach Kranjska Gora reisen, wir hätten gerne auch mit ihm gesprochen.

Nach dem Laufen war Dehnen angesagt

Nach dem Mittagessen, hieß es für uns Abschied nehmen. In ein paar Sätzen auf Englisch bedankten wir uns bei der Mannschaft für die Geduld und Freundlichkeit. Die Jungs müssen ja schließlich hart arbeiten und können jeden trainingsfreien Augenblick eigentlich gut zum Entspannen gebrauchen. Nichtsdestotrotz nahm sich jeder Spieler für uns Zeit und stand freundlich für unsere Fragen zur Verfügung.

Der Rest ist eigentlich schnell erzählt: Tommy brachte uns netterweise wieder zum Bahnhof. Wir haben von unserer komplizierten Hinreise gelernt und haben für die Rückfahrt zum Flughafen eine bequemere Zugverbindung ausgesucht. Diese Zeit nutzten wir zum Verfassen dieses Textes oder um weitere Interviews zu transkribieren. Nichts Spektakuläres also.

Was für ein Fazit können wir also nach diesen Tagen in Slowenien ziehen? Die Mannschaft macht auf uns einen charakterlich einwandfreien Eindruck. Es wurden Spieler geholt, die gewillt sind, hart zu arbeiten und die sich verbessern wollen. Sasa Obradovic scheint klare Vorstellungen zu haben. Er nimmt sich auch Zeit für die jungen Spieler, was aber nicht bedeutet, dass er auch mal sehr laut werden kann. Nach nur einer Woche Trainingslager kann man natürlich noch nicht einschätzen, wie das Team auf dem Feld spielen wird. Insbesondere nicht, wenn mit Nihad Djedovic und Heiko Schaffartzik zwei wichtige Stützen erst Mitte September zum Team stoßen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir eine Mannschaft sehen werden, die knallhart verteidigt und auch in Sachen Publikumsbeliebtheit jede Menge Potenzial hat. Apropos Jugendspieler:  die wenigen Trainingseinheiten die bisher absolviert wurden, geben noch keinen Aufschluss darüber wer von den Nachwuchsakteuren dauerhaft bei den Profis landen könnte. Die Spieler erhalten die Chance sich in diesen Wochen zu beweisen um bei Sasa einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu können. Wir möchten da niemanden positiv oder negativ hervorheben, dazu ist es noch zu früh. Wir müssen aber zugeben, dass wir von Kenneth Ogbe sehr überrascht waren. Der 17-Jährige ließ ab und an sein Talent aufblitzen und konnte in einer Trainingseinheit auch DaShaun Wood mal so richtig ärgern. Mal sehen, wie seine Zukunft weitergeht (auch hier werden wir natürlich noch ein Interview nachreichen) in der kommenden Saison wird Kenneth aber definitiv bei Urspring bleiben um mit der Schule fertig zu werden.

Für uns persönlich war das Trainingslager eine sehr interessante Erfahrung. Wir hatten jede Menge zu tun, viel Freizeit blieb uns nicht. Wir wollen uns aber nicht beschweren, denn die Arbeit hat uns eine Menge Spaß bereitet. Wir hoffen, wir konnten euch einen Einblick in das Trainingslager gewähren und mit unseren Texten diese elendig lange Offseason ein wenig verkürzen. Für uns persönlich war es, trotz der Nähe zum Team, wichtig auch eine gewisse Distanz zu wahren. Wir sind nicht als Hofberichterstatter nach Kranjska Gora gereist, sondern wollten aus einer anderen Perspektive einen Einblick in die Alba-Welt liefern. Wir hoffen dieser Spagat ist uns halbwegs gelungen.

Unser Dank gilt natürlich dem Verein Alba Berlin, sowie allen Personen, die diesen Auftenthalt ermöglicht haben. Angefangen von Marco Baldi und Sasa Obradovic, die das „OK“ für unseren Besuch gegeben hatten, ohne welches alles nicht möglich gewesen wäre. Ebenfalls danken möchten wir dem Pressebereich von Alba, Jan und Justus, mit denen wir in mehreren Gesprächen vorab die Details zu dieser Fahrt besprochen haben und auch während unseres Aufenthalts hier in Verbindung blieben. Ein toller Ansprechpartner vor Ort war Mithat Demirel, der jederzeit ein offenes Ohr für uns, für jedes Problemchen eine Lösung und auf jede Frage eine Antwort hatte. Last but not least danken wir  den Spielern,  den Physiotherapeuten Carsten und Philip, dem Mannschaftsarzt Kai sowie Teambetreuer Tommy, die uns alle Einblick in ihre Arbeit gewährt haben. Merci auch für das sehr positive Feedback auf unsere Beiträge, das hat uns gefreut!

Mit den Tagesberichten ist nun Schluss, jedoch haben wir noch jede Menge Material für euch. Interviews mit verschiedenen Spielern, Fotos und hoffentlich auch ein paar Videos werden wir im Verlauf der nächsten Tage noch nachreichen. Mein persönliches Highlight, das sehr ausführliche Interview mit Sasa Obradovic wird hoffentlich das Ganze gebührend abrunden. Die Berichterstattung um das Trainingslager ist also noch nicht vorbei! Stay tuned!

2 Gedanken zu „Abschied nehmen von Kranjska Gora“

  1. Da ihr bereits allen auf Vereinsseite gedankt habt, möchte ich euch für euer Engagement und die vielen interessanten Eindrücke danken. Ich glaube dieses Projekt sucht seinesgleichen und ich hoffe das es irgendeine Art Fortsetzung findet. Sei es sogar während der Saison und/oder in vllt längerer Form nächsten Sommer wieder.
    Nochmals VIELEN DANK.

    1. Dave (und andere), natürlich freuen wir uns über positives feedback, Danke. Über Kritik freuen wir uns natürlich auch. Auf jeden Fall ermutigt uns das alles, weiterzumachen. Wir haben einige Pläne für die Saison, mehr davon, wenn es soweit ist. Bleibt gespannt … ;-).

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